Direkt zum Inhalt
SBGG im Bundesrat

Selbstbestimmungsgesetz Nach Beschluss des Bundesrats kann das SBGG im November in Kraft treten

ms - 17.05.2024 - 11:25 Uhr
Loading audio player...

Der Bundesrat hat sich heute Mittag mehrheitlich für das vor kurzem beschlossene Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) ausgesprochen und die Einberufung eines Vermittlungsausschusses abgelehnt. Damit steht der Einführung des Gesetzes zum November 2024 nichts mehr entgegen.

Missbrauchspotenzial für Kriminelle?

Hintergrund waren Bedenken, die die zuständigen Ausschüsse bereits im Oktober letzten Jahres erstmals geäußert hatten. Im zuletzt beschlossenen Gesetzestext des SBGG gibt es keine Mitteilungspflicht an die Sicherheitsbehörden wie beispielsweise das Bundeskriminalamt mehr – die erklärte Befürchtung ist, dass Kriminelle den einfachen Personenstandswechsel so nun ausnutzen werden, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. 

Der Innenausschuss der Länderkammer hatte dazu vorab erklärt: „Das Missbrauchsrisiko liegt weit höher als nach der derzeit geltenden Rechtslage, da das SBGG die Voraussetzungen für Änderungen des Geschlechtseintrags und der Vornamen gegenüber dem Transsexuellengesetz deutlich absenkt.“

Keine Übermittlung an die Sicherheitsbehörden

Die Ampel-Regierung hatte die Änderungsanträge des Bundesrats nicht angenommen, auch wenn sich die geforderte Übermittlungspflicht an die Sicherheitsbehörden bei einem juristischen Geschlechtswechsel zuvor noch im Gesetzentwurf befunden hatten. Die Begründung der Regierung: Ein solch pauschales Verfahren sei diskriminierend. 

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hatte kurz vor der heutigen Bundesratssitzung erklärt, dass das neue SBGG die Arbeit der Polizei behindern würde: „Nachdem die Cannabis-Legalisierung das Geschäft der Dealer bereits erfolgreich beflügelt, leistet die Ampel jetzt weitere Schützenhilfe für Kriminelle (…) Die fehlende Übermittlung der Geschlechtsänderung kann zur Folge haben, dass eine Person fälschlicherweise nicht als Waffenbesitzer, Extremist oder Terrorist identifiziert wird.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.