Direkt zum Inhalt
Reformgegner in der Kirche

Reformgegner in der Kirche Vier Bischöfe gehen in den Widerstand zu Reformplänen rund um mehr Rechte für Schwule und Lesben

ms - 25.04.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Wie umgehen mit Homosexuellen in der katholischen Kirche in Deutschland? Um diese wichtige Frage kreist seit Jahren das innerkirchliche Reformprojekt, der Synodale Weg. Zuerst sah es dabei nach einem direkten Konfrontationskurs mit dem Vatikan aus, mehrfach wurden die deutschen Bischöfe dazu ermahnt, von ihren Reformideen sofort abzulassen – doch diese weigerten sich.

Kleine Schritte nach vorne

Zu den Reformideen gehören neben der Einbindung von Homosexuellen auch mehr Rechte für Frauen und eine generell neue Sexualethik. Ende letzten Jahres kam die überraschende Kehrwende, als Papst Franziskus Segnungen von schwulen und lesbischen Paaren erlaubte – allerdings unter sehr speziellen Bedingungen. Keineswegs sollten dabei Homosexuelle mit heterosexuellen Paaren gleichgesetzt werden dürfen, auch die Nähe zu einer Ehe bleibt ihnen verwehrt. Ein sehr halbherziger Schritt, aber immerhin, ein Schritt in die richtige Richtung. 

Die Entscheidung dürfte dem Synodalen Ausschuss in Deutschland wenigstens ein Stück weit für einen Moment Rückenwind gegeben haben. Dieses Gremium hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 die Einrichtung eines Synodalen Rates vorzubereiten, in dem künftig deutsche Bischöfe und Laien gemeinsam über innerkirchliche Fragen beraten und beschließen sollen. Die Mehrheit der deutschen Bischöfe hat sich bereits im Vorfeld für das Vorhaben ausgesprochen. 

Widerstand von vier Bischöfen

Doch nicht alle. Vier katholische Bischöfe haben jetzt einmal mehr erklärt, dass sie nicht daran teilnehmen wollen. Sie verweigern jedes Reformvorhaben in der Kirche und setzen auf Widerstand. Nebst den drei Bischöfen aus Eichstätt, Passau und Regensburg ist dies vor allem Kölns Oberhirte Kardinal Rainer Maria Woelki. Bis heute spricht sich der Geistliche, gegen den nach wie vor Verfahren vor Gericht laufen, strikt gegen jedwede Einbindung von Homosexuellen in die katholische Kirche aus. 

Ihr klares Ziel ist der zweite Teil der Weltsynode im Herbst dieses Jahres in Rom. Ihren Widerwillen erklären Woelki sowie die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau) und Rudolf Voderholzer (Regensburg) so: „In römischen Einsprüchen zum Synodalen Weg in Deutschland war bislang immer wieder deutlich geworden, dass ein 'Synodaler Rat', wie er im Beschluss des Synodalen Weges vorgesehen und formuliert worden war, nicht mit der sakramentalen Verfassung der Kirche vereinbar sei.“ Trotz erneuter Querschläger aus dem Vatikan selbst und dem Widerstand der vier Bischöfe aus Deutschland will der Synodale Ausschuss trotzdem Mitte Juni in Mainz zu seiner zweiten Sitzung zusammenkommen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Dauererektion dank Honig?

Warnung vor besonderer Honigpaste

Das Landratsamt Tübingen warnt vor einer Honigpaste, die bei Amazon erhältlich war. Die Nebenwirkung? Eine mögliche Dauererektion.
Soziale Medien in Deutschland

Starker Zuwachs in vier Jahren

Die Mehrheit der Deutschen (59%) nutzt inzwischen soziale Medien, besonders immer mehr junge queere Menschen, bestätigt das Bundesamt für Statistik.
Neue Spielklasse im US-Rugby

Kategorie für queere Athleten

Der Dachverband USA Rugby führt eine offene Spielklasse für queere und trans* Sportlerinnen ein, um ihnen so die Möglichkeit der Teilhabe anzubieten.
Kritik an US-Regierung

Neue Regeln bei Entwicklungshilfe

Die USA haben Richtlinien zur Entwicklungshilfe angepasst: Geld bekommt, wer nicht gegen die Trump-Agenda verstößt. Der LSVD+ kritisiert die Maxime.
Angriffe auf Rob Jetten

Homophobe Hass-Botschaften

Der neue schwule Premierminister der Niederlande, Rob Jetten, hat in den ersten Tagen seit Amtsantritt hunderte homophobe Hass-Nachrichten bekommen.
Demo in Karlsruhe

Queere Rechte vor Landtagswahl

In Karlsruhe haben 700 Menschen für die Rechte der LGBTIQ+-Community demonstriert, um ein Zeichen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zu setzen.
Amputation bei Aktivistin

Zustand von Ibtissame Lachgar

Die Aktivistin Ibtissame Lachgar droht in marokkanischer Haft die Amputation eines Arms. Sie wurde wegen einem islamkritischen T-Shirts verurteilt.
LGBTIQ+ im Iran

Der Kampf geht weiter

Die iranische LGBTIQ+-Organisation 6Rang betonte jetzt, dass der Kampf um Freiheit und Gleichheit auch nach dem Tod von Khamenei weiter geht.
Niederlage für Kalifornien

Supreme Court stoppt Gesetze

Eltern müssen über die Geschlechtsidentität ihrer Kinder informiert werden, so der Supreme Court, der damit bisherige Gesetze in Kalifornien kippte.