Direkt zum Inhalt
Russlands Kampf gegen LGBTI*
ANZEIGE

Russlands Kampf gegen LGBTI* Bundesregierung müsse sofort handeln mit Blick auf das "LGBT-Extremismus"-Gesetz

ms - 10.01.2024 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Seit heute greift offiziell das neue Gesetz in Russland, dass die „LGBT-Bewegung“ insgesamt als extremistisch einstuft und damit jedwede Aktivitäten verbietet – bereits Stunden nach der Verabschiedung Ende letzten Jahres war es in Moskau zu ersten Razzien in Schwulenclubs gekommen. Seitdem herrscht ein Klima der panischen Angst in der Gay-Community.  

12 Jahre Haft für Homosexualität?

Zusammen mit dem Anti-Homosexuellen-Gesetz, welches Ende 2022 noch einmal verschärft wurde, ist die Lage für Schwule und Lesben im Land inzwischen ausweglos geworden – seit Dezember letzten Jahres finden so auch vermehrt Notevakuierungen statt, wer kann, verlässt das Land, so die europäische LGBTI*-Organisation Equal PostOst. Beschuldigten drohen ab heute offiziell Strafverfahren, die mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis geahndet werden können.

Dabei ist das Gesetz so schwammig formuliert, dass nicht nur LGBTI*-Organisationen selbst, sondern sich auch bereits Einzelpersonen je nach Auslegungslage strafbar machen können. In den letzten Wochen häufen sich seitdem so auch Berichte über Erpressungen, Kündigungen, Drohungen und Angriffe, die die Betroffenen nicht anzeigen können. 

Forderung an Baerbock und Faeser

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) erklärte dazu heute in Zusammenarbeit mit Quarteera, Equal PostOst und der ILGA Europe: „Mit der letzten Entscheidung des Gerichtshofes setzt Russland seine LSBTIQ*-feindliche Politik fort. Es findet Stück für Stück eine Re-Kriminalisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt statt. Deswegen fordern wir die Bundesregierung, aber insbesondere Außenministerin Baerbock und Innenministerin Faeser, dringend dazu auf, verfolgte und besonders schutzbedürftige LSBTIQ* aus Russland aufzunehmen. Dies ist gemäß dem Aktionsplan ´Queer leben´ der Bundesregierung und den Leitlinien für eine feministische Außenpolitik dringend geboten.“

Und weiter: „Die Einstufung als eine extremistische Organisation und Bewegung eröffnet die Grundlage für eine willkürliche staatliche Verfolgung von LSBTIQ* Personen (…) Dieses Urteil ist eine menschenrechtliche Bankrotterklärung, da es eine strafrechtliche Verfolgung von Einzelpersonen ermöglicht – aufgrund ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.