Direkt zum Inhalt
Klare Kante
ANZEIGE

Klare Kante Keine Gelder für Uganda, bis Homosexuelle ungestraft leben dürfen

ms - 17.10.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Im August dieses Jahres hatte die Weltbank erklärt, dass alle Finanzierungs-Programme von Uganda aufgrund des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes gestoppt worden sind. Nun konkretisierte die Führungsriege der Weltbank ihr Position und erklärte, dass eine weitere Zusammenarbeit erst dann wieder möglich ist, wenn alle homosexuellen Menschen in Uganda nicht mehr diskriminiert und verhaftet werden würden.

Weltbank will Homophobie nicht mitfinanzieren

Homosexuellen droht seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes im Frühjahr dieses Jahres hohe Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe. Mit dem klaren Veto will die Weltbank nun zudem sicherstellen, dass auch Mitarbeiter des Finanzunternehmens nicht in Gefahr geraten, wenn sie vor Ort tätig werden würden – denn auch allen Menschen, die Homosexuellen helfen, drohen mehrjährige Haftstrafen.  

Gegenüber Reuters erklärte Victoria Kwakwa, Leiterin der Bank für das östliche und südliche Afrika: „Wir tun dies alles, um klarzustellen, dass dies nicht das ist, was im Umfeld von Projekten geschehen sollte, die von der Weltbank finanziert werden. Außerdem legen wir Wert darauf, dass es zu keinen Verhaftungen kommt!“ Es gebe eine richtige Art und Weise, Dinge zu tun, oder eben auch nicht – Homophobie gehöre da ganz klar nicht dazu.

Ohne Änderungen bleibt der Geldhahn zu

Auf Rückfrage lehnte Kwakwa auch einen möglichen Zeitplan ab, wann sich die Ausgangslage wieder ändern könne – erst wenn neue Maßnahmen tatsächlich wirksam umgesetzt worden seien, die die Sicherheit von Homosexuellen gewährleisten, könne erneut über eine Wiederaufnahme neuer Finanzmittel in Uganda gesprochen werden. „Wir haben dies ausführlich der Regierung dargelegt“, so Kwakwa.

Zähneknirschend hat Uganda dies inzwischen wohl hingenommen. Zuvor hatten Regierungsbeamte die Weltbank der Heuchelei beschuldigt, da an Länder im Nahen Osten oder in Asien weiterhin Kredite vergeben werden würden, obwohl auch dort Homosexuelle und LGBTI*-Personen „dieselben oder noch härtere Gesetze“ erwarten würden.

Uganda ist mit der jüngsten Entscheidung jetzt allerdings dazu gezwungen, ihren Jahreshaushalt neu überarbeiten zu müssen, wie der Finanzminister inzwischen mitteilte. Insgesamt finanzierte die Weltbank Ende 2022 noch Finanzprojekte von mehr als fünf Milliarden US-Dollar. Langfristig dürfte das Veto der Bank das Land allerdings wahrscheinlich weniger hart treffen, in Uganda wurde zuletzt 2022 eines der größten Goldvorkommen der Welt entdeckt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Klage gegen US-Regierung

Streit um Krankenversicherung

Fünf trans* Bundesbedienstete verklagen die US-Regierung wegen des Ausschlusses geschlechtsangleichender Behandlungen aus der Krankenversicherung.
Kritik an Kanzler Merz

Versagen nach CSD-Anschlag?

Nach dem CSD-Anschlag fordert der LSVD+ mehr Schutz vor Hasskriminalität – und wirft Bundeskanzler Merz mangelnden Dialog vor.
Streit um Italiens Schulgesetz

Massive Kritik an Eltern-Veto

Kritik am neuen Schulgesetz in Italien: Interessenverbände sehen das Eltern-Veto bei Sexualerziehung und LGBTIQ+ im Widerspruch zur Verfassung.
Viele Fragen nach CSD-Anschlag

Dobrindt fordert schärfere Gesetze

Nach dem CSD-Anschlag bleiben für Innenpolitiker viele Fragen offen. Bundesinnenminister Dobrindt fordert unterdessen schärfere Sicherheitsgesetze.
Proud Staffel 2

Hoffnung auf Fortsetzung

Die HBO-Serie „Proud“ erzählt die Geschichte eines jungen schwulen Mannes – und die Hoffnung auf eine zweite Staffel wächst.
Star Trek bleibt bunt

Sorge um die Zukunft

Zum 60. Jubiläum feiern LGBTIQ+-Stars die Vielfalt von „Star Trek“ – und warnen zugleich vor einem möglichen Rückschritt bei der Repräsentation.
Denkmal für The Vivienne

Lebensgroße Statue in Liverpool

Liverpool plant eine lebensgroße Statue für The Vivienne und will damit an die Drag-Ikone und ihr Vermächtnis erinnern.
Alte Gerüchte um James Stewart

Hollywood-Legende neu im Fokus

Ein neues Biopic über US-Schauspieler James Stewart bringt alte Hollywood-Gerüchte rund um seine vermeintliche Homosexualität erneut ins Gespräch.
Besonderes "Liebespaar"

Kuss-Paar gewinnt Preis

Bei der Canal Pride Amsterdam wurden die kreativsten Boote für ihre Botschaften zu Vielfalt und Sichtbarkeit geehrt, darunter ein besonderes Kuss-Paar