Direkt zum Inhalt
Schottlands neue Wege
ANZEIGE

Schottlands neue Wege Hoffnung auf ein anderes Drogenkonsumverhalten auch in der Gay-Community

ms - 19.09.2023 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Schottland geht neue Wege – einmal mehr versucht das Land zum Vorreiter zu werden und will gerade auch für die Belange von LGBTI*-Menschen und anderen Minderheiten mehr Rechte erstreiten. Beim angedachten Selbstbestimmungsgesetz scheiterte das Land noch am Veto aus London, nun wird in Glasgow der erste sichere sogenannte Drogenkonsumraum ins Leben gerufen.

Leben retten durch Konsumräume

Seit Jahren versuchen auch in Deutschland Suchtvereine und Experten, ein ähnliches Unterfangen zu etablieren. Die grundsätzliche Idee dahinter ist einfach: In einem sicheren Raum können Drogenkonsumenten zum einen ihre Substanzen auf lebensgefährliche Beimischungen oder vermeintliche Überdosierungen hin kontrollieren lassen, zum anderen ist Hilfe sehr schnell vor Ort, wenn die Situation dem Konsumenten entgleitet – das Mittel Naloxon kommt dann beispielsweise bei einer Heroinüberdosis zum Einsatz. Außerdem können durch saubere Nadeln Neu-Infektionen wie mit HIV vermieden werden.

Tatsächlich gehen in Schottland ähnlich wie in Deutschland die Mehrzahl der Drogentoten auf jene Aspekte zurück – die Hoffnung ist schlicht, so die jährlichen Todesfälle zu minimieren. In Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und Kanada gibt es bereits Hunderte von solchen Einrichtungen, die nachweisbar inzwischen auch viele hundert Leben gerettet haben.

Umdenken im Vereinigten Königreich

In Deutschland mehren sich ebenso die Stimmen, eine neue Drogenpolitik anzugehen, selbst vereinzelt aus konservativen Kreisen wie der Union hört man ein erstes Umdenken. In Glasgow wird nun gehofft, dass das neue Vorzeigeprojekt die Drogenpolitik im gesamten Vereinigten Königreich ändern könnte.

Schottland versucht dabei auch, einem möglichen Veto aus England zu entgehen, indem es die Drogenpolitik als eine Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit und nicht als eine Frage der Strafjustiz behandelt wissen will, sodass die Befugnisse aus Großbritannien eingeschränkt sind – ob das tatsächlich gelingt, ist noch offen.

Stoppt England das Vorzeige-Projekt?

Ähnlich die Frage, wie die konservative britische Regierung grundsätzlich nun langfristig auf das Vorzeigeprojekt reagieren wird. Viele Mitglieder der regierenden Tory-Partei sind bis heute Anhänger einer harten und strikten Drogenpolitik. Allerdings erklärte der zuständige schottische Staatssekretär Alister Jack aus London aktuell, dass die Konservativen das Pilotprojekt zwar immer noch grundsätzlich ablehnen, es aber nicht blockieren wollen – ein Hoffnungsschimmer. Auch in Schottland selbst ist das Vorhaben dabei nicht unumstritten.

Hoffnung auch für die Gay-Community

LGBTI*-Aktivisten hoffen zudem, dass ein angestrebtes mögliches Umdenken auf der Insel auch zu einem anderen und besser reflektierten Umgang mit Drogen gerade in der Gay-Community führen kann. Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch im Vereinigten Königreich diverse unschöne Symbiose-Effekte zwischen der schwulen Party-Szene und dem Drogenkonsum im Land.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.
Neue Attacken in Russland

Schlag gegen queere NGO

Russland verschärft sein Vorgehen gegen LGBTIQ+-Organisationen weiter und stufte jetzt die Hilfsorganisation NC SOS als „extremistisch“ ein.
Keine Anklage von Nina Queer

Gericht weist Klage von Kollegin ab

Ein Berliner Gericht hat den Eilantrag von Margot Schlönzke gegen Nina Queer abgewiesen und damit einen Streit um ein Musical beendet.
Tod nach Dating-Masche

Jugendbande erschlägt Schwulen

Ein schwuler Mann wurde von einer Jugendbande in Bulgarien mittels Datings-Masche in eine Fall gelockt und tot geschlagen. Die Ermittlungen laufen.