Direkt zum Inhalt
Zoff im Netz
ANZEIGE

Zoff im Netz Neue offizielle Anlaufstelle im Streitfall - ein Weg auch für weniger Hass online?

ms - 13.08.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Hasskriminalität im Internet – seit Monaten nehmen die Angriffe vor allem gegen Homosexuelle und queere Menschen im Internet stetig zu, besonders betroffen sind junge LGBTI*-Personen. Anfang des Jahres beschloss das EU-Parlament bereits, digitale Hassreden unter Strafe zu stellen, das allein reicht aber offenbar nicht aus, um tatsächlich eine Besserung zu bewirken. Nun hat die Bundesnetzagentur in Deutschland die erste offizielle Streitbeilegungsstelle zertifiziert.

Schlichtung von Streit und Hass

Die Schlichtungsstelle arbeitet auf Grundlage des europäischen Gesetzes, Ziel ist es dabei, zu vermitteln, wenn Nutzer in den Sozialen Medien streiten, Konten gesperrt oder Beiträge gelöscht wurden sowie auch, wenn Hasskommentare online stehen gelassen werden. Laut dem Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sei diese neue Stelle eine einfache und schnelle Möglichkeit, sich gegen Hass und Hetze, aber auch gegen Entscheidungen von Anbietern der Plattformen zur wehren. Dabei handelt es sich um eine außergerichtliche Streitbeilegung – misslingt dies, bleibt der Gang vor Gericht weiter offen. 

Digitale Opfer sind oft Schwule

Zuletzt im Juni dieses Jahres bestätigte das Bundeskriminalamt (BKA) eine massive Zunahme von Hass im Internet, eine Steigerung von 136 Prozent binnen eines Jahres. Zu den meisten Opfern gehören Homo- und Bisexuelle, jeder Dritte ist davon betroffen. Bundesweit sieht sich jeder vierte Deutsche (27 %) im Alter von 16 bis 74 Jahren mit digitalen Hassreden konfrontiert, in Summe rund 16 Millionen Menschen. 

Zu den Top-3-Gründen zählt laut dem Statistischen Bundesamt die Homosexualität der Opfer. Der Hass online kommt dabei zum größten Teil laut dem BKA von Rechtsextremisten. Die zweitgrößte Gruppe verbreitet Hetze im Internet aufgrund von einer religiösen und/oder ausländischen Ideologie, im Verfassungsschutzbericht von diesem Jahr werden hierbei explizit Islamisten genannt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Spekulationen in Marokko

Gerüchte über König Mohammed VI.

Marokkos König Mohammed VI. steht wegen seiner häufigen Abwesenheit und seiner "besonderen Nähe" zu Kampfsportler Abubakr Abu Azaitar im Fokus.
Gen Z will reich werden

Freizeit bleibt besonders wichtig

Eine neue Studie zeigt: Viele junge queer-affine Menschen wünschen sich Reichtum – trotz ihres starken Fokus auf Freizeit und Lebensqualität.
Überfall auf Asylbewerber

Schwuler Mann aus Gaza betroffen

Ein schwuler Asylsuchender aus Gaza soll in den Niederlanden mit einer Fahrradkette angegriffen worden sein. Hilfsverbände kritisieren die Behörden.
Neuigkeiten zu Perez Hilton

Über Monate im Krankenhaus

Die Verletzungen, die sich Blogger Perez Hilton zugefügt hat, sind schlimmer als angenommen – er soll über Monate oder Jahre in der Klinik bleiben.
Hayden Panettiere ist tot

Große Trauer um "Heroes"-Star

Die bisexuelle Schauspielerin Hayden Panettiere ist mit 36 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie durch „Heroes“ und „Nashville“.
Gewalteskalation in Italien

Mob schlägt auf Schwulen ein

Der schwule Gründer eines queeren Musikkollektivs wurde in Sardinien von einem 30-köpfigen Mob mit Steinen und Faustschlägen fast tot geschlagen.
Dating-Gefahr in Australien

Lage dramatisiert sich zusehends

In Australien werden Attacken auf Schwule mittels der Dating-Masche immer mehr zum „Trend“, wie neue Studiendaten aus Victoria erneut nahelegen.
Türkei attackiert Sänger

Anklage von Matiz wegen Obszönität

Die türkische Rundfunkaufsicht geht wegen LGBTIQ+ gegen Sänger Mabel Matiz und gegen Streamingdienste wie Netflix wegen „Heartstopper Forever“ vor.
Filmpreis mit Statement

Schwule Liebesgeschichte

Der Film „Das Flussufer“ gewinnt in Locarno den Spezialpreis der Jury und erzählt von schwuler Liebe, Angst und Identität in Brasilien.