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„Woke sein ist voll schwul?“ Dortmund: Schwulenfeindliche Aktion auf Jagdmesse

Von mr - 11.02.2026 - 15:30 Uhr
Dortmund: Schwulenfeindliche Aktion auf Jagdmesse
Foto: © IMAGO / Future Image
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Die Deutsche Burschenschaft hat auf der Dortmunder Jagdmesse mit einem queerfeindlichen Werbeauftritt breite Kritik ausgelöst. Mit einem Aufkleber, der den Slogan „Woke sein ist voll schwul?“ trug, warb der Verband gezielt um neue Mitglieder. Dies berichtet die BILD. Die Aktion sorgt bundesweit für Empörung und erneuert die Debatte über Diskriminierung und offen zur Schau gestellten LGBTIQ+-Hass im öffentlichen Raum.

 

Offensive Queerfeindlichkeit bei Publikumsmesse

Beim Auftritt auf der „Jagd & Hund“, der größten Jagdmesse Europas mit jährlich zehntausenden Gästen, zeigte sich die Deutsche Burschenschaft bewusst offen homofeindlich. Der rund neun Zentimeter große Sticker wurde an Interessierte verteilt. Öffentlicher Widerstand innerhalb der Messehallen blieb aus. Laut Beobachtungen liefen die meisten Besucherinnen und Besucher achtlos am Stand der Verbindung vorbei. Die Messeleitung rechtfertigte die Zulassung des Stands mit Verweis auf gesetzliche Vorgaben und berief sich auf einen umfassenden Toleranzbegriff – eine Haltung, die Betroffene als Schutz für queerfeindliche Botschaften empfinden.

 

Empörung und eindeutig kritische Stimmen

Dem Akt schlossen sich schnell Reaktionen aus Politik und Zivilgesellschaft an. Der frühere Innenstaatssekretär und CSU-Politiker Stephan Mayer verurteilte die Aktion als „abstoßend“ und „diskriminierend“. Auch der LSVD+ wies auf die „klare Grenzüberschreitung“ des Verbands hin. Die Beliebigkeit, mit der Homosexuellenfeindlichkeit offen gezeigt und hingenommen wird, ist längst kein Randphänomen: Studien zu queerbezogener Diskriminierung in Deutschland belegen, dass ein Großteil der LGBTIQ+-Community regelmäßig abwertenden Sprüchen ausgesetzt ist. Die Deutsche Burschenschaft zeigt damit offen ihr erzkonservatives, ausgrenzendes Weltbild – und erhält dabei indirekt Unterstützung durch rechtspopulistische Netzwerke.

 

Verbindung zur AfD und völkisches Weltbild

Die rund 4.500 Mitglieder zählende Deutsche Burschenschaft versteht sich selbst als traditionsbewusster Männerbund und pflegt offen Kontakte zur AfD. Mehrere Mitglieder wurden jüngst in den Bundestag gewählt, alle gehören der rechtsextremen Partei an. Der Verband propagiert ein exklusiv auf Herkunft gegründetes Deutschsein und schließt sexuelle und geschlechtliche Minderheiten kategorisch aus. Frühere Verbandspersönlichkeiten erregten bereits öffentlich durch queerfeindliche Aussagen Aufmerksamkeit, wie etwa der ehemalige Landesbischof Carsten Rentzing.

Die unbeantwortet gebliebene Hetze auf einer öffentlichen Messe zeigt, wie niedrig die Hemmschwelle für homofeindliche Parolen vielerorts bleibt. Demokratie und Grundrechte werden so auf die Probe gestellt. Die Frage bleibt, ob und wie Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Politik in Zukunft entschiedener für die Rechte von trans* und homosexuellen Menschen eintreten und Ausgrenzungen entgegentreten.

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