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Streit wegen Heated Rivalry Kritik an der homophoben Heuchelei der US-Eishockey-Liga

Von ms - 11.02.2026 - 16:15 Uhr
Streit wegen Heated Rivalry
Foto: HBO Max
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Die Eishockey-Profiliga in Nordamerika, die National Hockey League (NHL), sieht sich immer mehr einer massiven Welle von Kritik ausgesetzt, die Rede ist von Heuchelei und Pink Washing. Während die NHL einerseits den gigantischen Erfolg der schwulen Eishockeyserie „Heated Rivalry“ nutzt, um für ihre Spiele und Events zu werben, wird über die Homophobie in den eigenen Reihen nach wie vor offenbar ein Mantel des Schweigens geworfen – die NHL zählt dabei bis heute zu den am meisten homophoben Sportligen in den USA und Kanada. 

Strukturelle Homophobie

Trotz der Einführung von LGBTIQ+-Pride-Nächten und dem Verkauf von themenbezogenen Produkten hat die NHL in ihrer 108-jährigen Geschichte keinen offen schwulen Profi-Hockeyspieler hervorgebracht. Eine aktuelle US-Untersuchung hat die Liga daher jetzt als die am meisten homophobe unter den großen Männersportarten eingestuft. Dies spiegelt sich demnach auch weiterhin in der weit verbreiteten Verwendung homophober Schimpfwörter in den Umkleidekabinen als auch in den inkonsistenten Strafen für homophobe Äußerungen während der Spiele wider. 

Der Kommissar der NHL, Gary Bettman, sorgte zuletzt 2023 für Kontroversen, als er erklärte, dass die Weigerung einiger Spieler, Pride-Flaggen auf ihren Uniformen zu tragen, als „persönliche Entscheidung“ respektiert werden sollte. Die Bemerkung wurde als eine Bestätigung homophober Haltungen interpretiert. Auch wenn Bettman später das Verbot von Pride-Bändern in der Ausrüstung lockerte, bleibt die Institution hinter den Forderungen nach echter Inklusion bis heute weit zurück.

François Arnaud wütend auf NHL 

Mehrere NHL-Teams haben indes die Serie in ihren sozialen Medien aktiv beworben, Ausschnitte sowie Musik aus der Serie in ihren Stadien gespielt und Merchandise-Artikel zu den Charakteren der Serie verkauft. Ein Teil der Einnahmen wird an Initiativen wie den Ottawa Pride Hockey gespendet. Doch Kritiker werfen der Liga vor, diese Sichtbarkeit nur für kommerzielle Zwecke zu nutzen, ohne die tief verwurzelte Homophobie innerhalb der Liga wirklich zu bekämpfen.

Schauspieler François Arnaud, der in „Heated Rivalry“ die Rolle des schwulen Scott Hunter spielt, sieht dies ähnlich und betonte dazu: „Wenn ihr unseren Namen nutzt, unterstützt das auch mit echten Taten!“ Das Statement spiegelt die Enttäuschung vieler schwuler Fans wider, die ihre Repräsentation als billiges Marketinginstrument missbraucht sehen.

Debatte über mehr Repräsentation 

„Heated Rivalry“ hat dabei eine dringend benötigte Diskussion über die Akzeptanz von homosexuellen Athleten im Leistungssport angestoßen. Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie Angst und Mut Hand in Hand gehen und dass Vorurteile immer noch eine reale Hürde darstellen, selbst in Ligen, die sich als inklusiv darstellen. Dieser Widerspruch zwischen dem kulturellen Erfolg der Serie einerseits und der anhaltenden homophoben Haltung der NHL andererseits offenbart so auch ein größeres gesellschaftliches Dilemma: Wie lässt sich Sichtbarkeit in echte Veränderung umwandeln? Die Zukunft des Hockeys wird mit großer Sicherheit nur dann wirklich inklusiver auch für schwule Spieler, wenn die Liga und ihre Mitglieder endlich ehrlich anerkennen, dass die Akzeptanz von Vielfalt ein Gewinn für alle ist.

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