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Neue Partydroge in der Szene

Neue Partydroge in der Szene Zahl der Todesfälle deutlich höher als bisher bekannt

ms - 11.02.2026 - 13:00 Uhr
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Während Fentanyl mittlerweile ein weit verbreiteter Begriff in der sexpositiven und partyaffinen Community ist, ist die Substanz Nitazene vielen noch unbekannt. Dabei gehören auch diese Mittel zu den synthetischen Opioiden und verbreiten sich aktuell rasant, wie die Deutsche Welle berichtet. Schon kleinste Mengen, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind, können dabei tödlich wirken – betroffen sind vor allem junge Menschen.

Viele Todesfälle bleiben unerkannt 

Laut einer britischen Studie, die kürzlich im Fachjournal Clinical Toxicology veröffentlicht wurde, liegt die Zahl der Todesfälle durch Nitazene etwa ein Drittel höher als bislang erfasst. Der Grund: Nitazene bauen sich nach dem Tod in Blutproben sehr schnell ab. In vielen Fällen sind sie bei toxikologischen Untersuchungen daher kaum noch nachweisbar.

Nitazene zählen zu den stärksten bekannten Opioiden. Einige Vertreter dieser Stoffgruppe sind bis zu 500 Mal potenter als Heroin. Ursprünglich wurden sie in den 1950er-Jahren als mögliche Schmerzmittel entwickelt. Aufgrund ihrer extremen Potenz und des hohen Risikos für Überdosierungen wurden sie jedoch nie für den medizinischen Gebrauch zugelassen.

Laut der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) wird Nitazene in verschiedenen Formen konsumiert, etwa als Vape, Pille oder in Mischungen. Diese Substanzen haben eine psychoaktive Wirkung und können die Wahrnehmung, das Bewusstsein sowie die Stimmung und Emotionen beeinflussen.

Gefahr durch Überdosierung

Die Symptome einer Überdosis reichen von Bewusstlosigkeit über Krampfanfälle bis hin zu schwerer Sedierung und Atemstillstand. Der schmale Bereich zwischen einer wirksamen und einer tödlichen Dosis macht den Konsum von Nitazene besonders gefährlich, da auch einmaliger Gebrauch schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

Caroline Copeland vom King's College London und ihr Forschungsteam simulierten den Ablauf toxikologischer Untersuchungen und stellten fest, dass es in Großbritannien häufig bis zu vier Wochen dauert, bis Blutproben analysiert werden. Zu diesem Zeitpunkt sind im Durchschnitt nur noch 14 Prozent der ursprünglichen Substanz nachweisbar. Dies erklärt, warum Todesfälle durch Nitazene oft nicht korrekt zugeordnet werden. Das Forscherteam schätzt, dass die tatsächliche Zahl der Todesfälle etwa ein Drittel höher liegt.

„Wenn wir ein Problem nicht richtig messen, können wir keine geeigneten Maßnahmen entwickeln. Die unvermeidliche Folge ist, dass vermeidbare Todesfälle weiterhin auftreten werden“, warnt Copeland. Eine genauere Untersuchung von Abbauprodukten und die Entwicklung verbesserter Nachweisverfahren könnten zu besseren Daten und damit zu mehr Prävention führen.

Situation in Deutschland und Europa

In Deutschland wird bei Drogentodesfällen nur in etwa 40 Prozent der Fälle eine toxikologische Untersuchung durchgeführt. Die genaue Ursache lässt sich häufig nicht feststellen, da in vielen Fällen mehrere Substanzen konsumiert werden. Auch im Jahr 2024 lag der Anteil der Drogentodesfälle, bei denen Nitazene nachgewiesen wurden, bei nur einem kleinen Teil der Gesamtfälle.

In Europa verzeichnet die EU-Drogenagentur einen dramatischen Anstieg der Präsenz von Nitazenen auf dem Drogenmarkt. Von den fast fünfzig neuen psychoaktiven Substanzen, die 2024 gemeldet wurden, gehörte etwa die Hälfte zur Gruppe der Nitazene. Auch in den Jahren 2023 und 2024 gehörten Nitazene bereits zu den am häufigsten vorkommenden synthetischen Opioiden in Europa.

Besonders gefährdet: Junge Konsumenten

Laut dem Institut für Therapieforschung in München sind besonders junge, experimentierfreudige Menschen gefährdet, Nitazene zu konsumieren – jene Gruppe von Personen, die sich überdurchschnittlich oft auch als queer definieren. In Deutschland wurden bereits mehrere tragische Todesfälle dokumentiert, bei denen Nitazene eine Rolle spielten. Auch in Großbritannien gab es 2024 über 330 Todesfälle, bei denen Nitazene nachgewiesen wurden, viele Betroffene waren noch sehr jung.

Fachleute warnen, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt, da ständig neue Varianten synthetischer Opioide auf den Markt kommen. Das Problem: Die synthetischen Drogen sind häufig in gefälschten Medikamenten enthalten, die äußerlich echten Arzneimitteln täuschend ähnlich sehen. Wer ohne bestehende Opioidtoleranz solche Substanzen konsumiert, riskiert innerhalb weniger Minuten eine tödliche Überdosis. Die zunehmende Verbreitung von Nitazene und anderen synthetischen Opioiden stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, so die Fachleute abschließend. 

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