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Weltweite Verbotswelle hält an Grund zur Freude: Neuseeland verbietet ebenfalls „Homo-Heilung“

Von ms - 16.02.2022 - 11:30 Uhr
Grund zur Freude: Neuseeland verbietet ebenfalls „Homo-Heilung“
Foto: © thumb
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„Wir können den ganzen Schmerz nicht ungeschehen machen, aber wir können euch vor denen schützen, die euch daran hindern, zu sein, wer ihr seid!"

Feierlaune! Anders kann man die Stimmung vieler queerer Menschen in diesen Tagen nicht beschreiben, denn in puncto Konversionstherapien jagt eine gute Nachricht die nächste. Erst am Montag hatte Israel bekanntgegeben, Konversionstherapien für LGBTI*-Menschen künftig unter Strafe zu stellen, nun zieht Neuseeland nach.

Ab sofort sind in der Heimat der Hobbits dubiose Angebote zur „Heilung“ von Homosexualität verboten. Das entsprechende Gesetz wurde gestern vom Parlament verabschiedet. Damit löste die liberale Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ihr Wahlversprechen gegenüber der LGBTI*-Community von 2020 ein. Justizminister Kris Faafoi betonte dabei ausdrücklich, was für ein großartiger Tag dies heute für alle queeren Menschen in Neuseeland sei. "Durch das Verbot von Konversionspraktiken in Neuseeland schließen wir uns anderen Ländern auf der ganzen Welt an, um die klare Botschaft zu senden, dass alle Menschen - einschließlich junger Menschen - es verdienen, geschützt zu werden, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihrem Geschlechtsausdruck", so Faafoi.

Künftig werden solche Angebote und Praktiken mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Abgesehen von acht Mitgliedern der Nationalen Partei stimmten alle anderen Abgeordneten gestern für das neue Gesetz. Zuvor waren dem Sonderausschuss der Justiz rund 107.000 Stellungsnahmen betroffener LGBTI*-Menschen vorgelegt worden – eine bis heute einmalig hohe Zahl zu einem Gesetzesvorhaben in Neuseeland. Das neue Gesetz ist dringend notwendig, denn Neuseeland hat die höchste Selbstmordrate aller 38 Mitgliedsstaaten der OECD, einem Bündnis für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der westlichen Welt. Bei LGBTI*-Jugendlichen liegt diese Suizid-Rate in Neuseeland noch höher. Wie der Guardian berichtet, haben beispielsweise vier von fünf transsexuellen und nicht-binären Neuseeländern binnen eines Jahres ernsthaft über Selbstmord nachgedacht.

bre © corners74
© corners74

Wie wichtig das neue Gesetz ist, untermauerte so auch der stellvertretende schwule Premierminister Grant Robertson in seiner Rede vor dem Parlament, in der er betonte, wie wichtig es zudem sei, Ungerechtigkeiten gegenüber queeren Menschen zu korrigieren: "Ich bin in einem religiösen, kirchlichen Haushalt aufgewachsen - als ich schließlich den Mut fand, mich meinen Eltern gegenüber zu outen, wurde ich mit Liebe empfangen, aber nicht jeder hat dieses Glück. All jenen, die von Konversionspraktiken oder Konversionsversuchen betroffen waren, möchten wir sagen: Diese Gesetzgebung ist für euch! Wir können euch die verlorene Zeit nicht zurückbringen, wir können den ganzen Schmerz nicht ungeschehen machen, aber wir können dafür sorgen, dass wir den kommenden Generationen die Unterstützung und Liebe geben, die ihr nicht bekommen habt, und euch vor dem Schaden derjenigen schützen, die versuchen, euch daran zu hindern, zu sein, wer ihr seid."

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