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Kampf für die Liebe Erste Statements nach Ende des Prozesses in Uganda

Von ms - 06.08.2026 - 13:00 Uhr
Kampf für die Liebe
Foto: Alesi Diana Denise / Wendy Faith / privat
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Nach fast fünf Monaten in Haft sind die beiden Uganderinnen Wendy Faith und Alesi Diana Denise wieder frei. Die Frauen waren wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Anti-Homosexuellen-Gesetz festgenommen worden, Ende Juli wurde ihr Prozess überraschend eingestellt. Trotz anhaltender Bedrohungen und homophober Angriffe erklärten sie jetzt, ihre Beziehung nicht aufgeben zu wollen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Uganderinnen Wendy Faith und Alesi Diana Denise wurden nach fast fünf Monaten Haft freigelassen.
  • Ihnen wurden Verstöße im Zusammenhang mit dem Anti-Homosexuellen-Gesetz vorgeworfen.
  • Die beiden Frauen berichten von Bedrohungen, Überwachung und Gewalt während der Haft.
  • Trotz der Anfeindungen wollen sie an ihrer Beziehung festhalten.
  • Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Einsatz des Gesetzes gegen homosexuelle Menschen.

Leben nach der Haft

Mitte Juli entschied Conrad Oroya Obol, ein leitender Magistrat aus Arua City im Nordwesten Ugandas, dass das Verfahren gegen Wendy Faith und Alesi Diana Denise beendet wird. Die Mitangeklagten wurden mit sofortiger Wirkung aus dem Verfahren entlassen. Gut zwei Wochen nach ihrer Freilassung berichteten die beiden Frauen jetzt dem britischen Guardian, dass sie weiterhin unter den Folgen der Ereignisse leiden. Sie seien traumatisiert und lebten in Angst, wollten aber füreinander einstehen. „Um ehrlich zu sein, hat die Zeit im Gefängnis unser Leben wirklich durcheinandergebracht. Wir können nicht einmal friedlich durch die Straßen gehen, besonders nicht, wenn wir zusammen sind. Jemand versucht immer, uns zu folgen und etwas zu finden, das er gegen uns verwenden kann. Es gibt Menschen, die uns immer wieder anrufen und uns wegen dieses Falls bedrohen. Sie haben uns sogar damit gedroht, dass sie uns zurück ins Gefängnis bringen, wenn sie uns jemals wieder zusammen sehen“, so das lesbische Paar. 

Vorwürfe gegen Polizei und Behörden

Denise schilderte außerdem, dass sie und ihre Partnerin während der Inhaftierung von Polizeikräften schlecht behandelt worden seien. Wendy sei dabei geschlagen worden. „Sie haben sie einfach ohne Grund geschlagen. Sie hatte nichts getan, um die Polizei zu bedrohen“, so Denise.  Auch Richard Job Matua, stellvertretender Stadtbeauftragter von Arua City, sorgte mit Äußerungen über die beiden Frauen für Kritik. Nach ihrer Festnahme hatte er eine sogenannte Konversionstherapie vorgeschlagen. Nach ihrer Freilassung meldete er sich erneut zu Wort, demnach werde eine erneute Festnahme erfolgen, „sollten sie versuchen, mit dieser Gewohnheit weiterzumachen“.

Die beiden Frauen erklärten indes mutig, sie wollten sich durch die Einschüchterungen nicht zum Aufgeben bewegen lassen. Die vergangenen Monate hätten ihnen deutlich gemacht, welchen Gefahren sie ausgesetzt seien. Sie bemühten sich nun darum, sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Trotz der Aufforderung, nicht gemeinsam aufzutreten, leben Wendy und Denise weiterhin zusammen. „Wir geben einander nicht auf, weil wir wissen, was wir beide gemeinsam durchgemacht haben und wie weit wir gekommen sind“, berichtet Denise weiter.

Schwierige Lage nach der Freilassung

Neben den Sicherheitsbedenken kämpfen die beiden Frauen auch mit finanziellen Problemen. „Seit wir draußen sind, ist alles wirklich schwierig. Wir haben keine Arbeit, kein Geschäft und keine Möglichkeit, Einkommen wie früher zu verdienen, also kämpfen wir einfach darum, über die Runden zu kommen.“ Für Denise hat die Situation zudem persönliche Folgen: Nach eigenen Angaben wurde sie von ihrer Familie aus dem Zuhause ausgeschlossen. Als Begründung sei genannt worden, dass ihre Beziehung zu einer Frau eine Schande sei.

Frank Mugisha, Geschäftsführer von Sexual Minorities Uganda, begrüßte zwar die Einstellung des Verfahrens gegen Wendy und Denise. Die Folgen der Festnahme und der aus seiner Sicht rechtswidrigen Inhaftierung seien damit jedoch nicht aufgehoben. „Diese öffentliche Festnahme war eine erschreckende Erinnerung für die ugandische, schwul-lesbische Gemeinschaft daran, wie das Anti-Homosexuellen-Gesetz genutzt wird, um homosexuelle Ugander einzuschüchtern, zu kriminalisieren und zu entmenschlichen“, so Mugisha. Nach Angaben des Human Rights Awareness and Promotion Forum (HRAPF) wurden seit Inkrafttreten des Gesetzes 2023 über dessen Rechtsberatungsnetzwerk insgesamt fast 2.500 Fälle bearbeitet. Dabei ging es um insgesamt 1.400 betroffene Menschen. Das Anti-Homosexuellen-Gesetz sieht für homosexuelle Handlungen hohe Haftstrafen vor – im Extremfall kann die Todesstrafe ausgesprochen werden. 

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