Weg mit dem Kolonialgesetz Oberstes Gericht Indiens legalisiert Homosexualität
Am Donnerstag (6. September) erklärte Indiens oberstes Gericht ein 175 Jahre altes Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Sex kriminalisierte, einstimmig für verfassungswidrig. Das Verbot stammte noch aus der britischen Kolonialzeit. Der oberste Richter Dipak Misra erklärte laut The Better India: „Mehrheitsmeinungen und Volksmeinungen dürfen keine Grundrechte bestimmen. Die LGBTI*-Gemeinschaft verfügt wie alle anderen Teile der Gesellschaft über Menschenrechte. Gleichheit ist der Kern der Verfassung.“
Lehrer Danish Sheikh schrieb auf Facebook: „29 Jahre lebte ich im Schatten dieses Gesetzes und nun, einfach so, ist es nicht mehr da. Es wurde verdammt nochmal Zeit.“ Jayna Kothari vom Center for Law and Policy Research schrieb: „Die heutige Entscheidung ist eine bemerkenswerte Anerkennung der Gleichberechtigung und Würde von LGBTI*-Menschen.“ Auch Aditya Mukerjee twitterte: „Heute wurde ein Fünftel der Weltbevölkerung befreit von diesem homophoben Rechtsrelikt.“
Die Bundesstaaten Jammu und Kashmir haben eine eigene Verfassung und ein eigenes Strafrecht. Daher gilt die Entscheidung laut der Times of India dort nicht.