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War es ein Hassverbrechen? Blutige Schlägerei in Berliner LGBTI*-Kneipe Tom’s Bar

Von co - 29.08.2023 - 17:00 Uhr
Blutige Schlägerei in Berliner LGBTI*-Kneipe Tom’s Bar
Foto: iStock / SimonSkafar
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Letztes Wochenende kam es in der Traditionskneipe Tom’s Bar in Berlin-Schöneberg zu einer blutigen Auseinandersetzung mit zwei Verletzten. SPD-Politiker Alfonso Pantisano (49), der neue Queer-Beauftragte Berlins, warnte aufgrund des Vorfalls vor einer steigenden Hasskriminalität im Regenbogen-Kiez. Die Polizei widerspricht: Es gäbe aktuell keine Anzeichen dafür, dass es ein Hassverbrechen war.

„Lasst mich leben“

Kurz nach der Schlägerei schrieb einer der daran Beteiligten unter dem Account-Namen „gabrielbrainn“ auf Instagram: „Ich bin ein Flüchtling in Deutschland. Bitte lasst mich leben, ich will nicht weiter verletzt werden.“ Ähnliche Angriffe kenne er bereits aus seiner Heimat, der Türkei, wo er in einer „sehr schlechten Familie“ aufwuchs. „Ich bin geflüchtet, um zu überleben“, erklärte er weiter. Von dem Angriff in der Bar habe er Verletzungen an einer Hand und am Knie davongetragen.

Pantisanos Worte

Der Queer-Beauftragte griff den Instagram-Beitrag auf und schrieb auf Facebook: „Zwei junge queere Geflüchtete wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag in Tom’s Bar angegriffen und verletzt. Neben den seelischen Wunden hat einer der beiden Jungs eine gebrochene Nase zu beklagen und der andere eine Handverletzung, die mit 6 Stichen genäht werden musste.“

Was genau passiert sei, das müsse nun die Polizei ermitteln. Der Angriff sei wohl im Toilettenraum der Kneipe passiert. Ob die beiden Verdächtigen selbst queer sind, sei bislang unbekannt – sie seien geflüchtet, bevor die Polizei eintraf. Die beiden Verletzten habe Pantisano nun persönlich in ihrem Wohnheim besucht und sich anschließend mit der Polizei in Verbindung gesetzt.

„Diese Gewalt muss aufhören“, erklärte Pantisano schließlich. „Der Regenbogenkiez muss ein echter Safe Space werden. Die Drogenkriminalität aber auch alle anderen (Hass-)Delikte, die sich dort breit machen, müssen geahndet und strafrechtlich ohne Wenn und Aber aufgeklärt werden.“ Für Berlin müsse eine „Landesstrategie für queere Sicherheit entwickelt“ werden. Dazu wolle Pantisano den Runden Tisch „Schutz vor queerfeindlicher Hasskriminalität“ einberufen.

Zum Polizeibericht

Gegenüber der B.Z. bestätigte die Polizei, dass sie tatsächlich um 2:30 Uhr in der Früh zu einem Einsatz in Tom’s Bar gerufen wurde. Dem Vorfall habe wohl ein Streit wegen Vordrängelns an der Toilette zugrunde gelegen. „Nach jetzigem Stand gab es eine wechselseitige Körperverletzung“, so die Polizei weiter. „Für Hass-Kriminalität gibt es kein Anzeichen.“ 

An dem Streit beteiligt waren laut den Behörden außerdem nicht vier Männer, sondern nur drei. Die Identität des Dritten sei in der Tat bislang unbekannt. Die Verletzung an der Hand sei allerdings nicht während des Streits entstanden: „Er hat sich an einer Glasflasche selbst verletzt.“

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