Direkt zum Inhalt
Verstöße gegen Jugendschutz
ANZEIGE

Verstöße gegen Jugendschutz Im Fokus der EU viele kleine Anbieter und vier Big Player, darunter auch Pornhub

ms - 28.05.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die EU-Kommission geht gegen Anbieter von Online-Pornografie vor. Der Vorwurf: Die Unternehmen würden für keinen ausreichenden Schutz für Jugendliche sorgen – den Firmen drohen hohe Geldstrafen. Zu den vier großen betroffenen Unternehmen gehören Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos. 

Pornoseiten unter der Lupe 

Alle vier Plattformen hätten keine wirksame Alterskontrolle, sodass sie nach Ansicht der EU-Kommission möglicherweise gegen die EU-Gesetze für online angebotene Inhalte, allen voran den Digital Services Act (DSA), verstoßen. Nebst den Big Playern im Geschäft startete die Kommission heute auch europaweit die koordinierte Kontrolle von zahlreichen kleineren Plattformen mit pornografischen Inhalten, so die Regulierungsbehörde weiter. Darunter auch Anbieter für schwule und queere Nutzer.  

Kernaspekt des DSA ist die Verpflichtung, den Zugang zu Hardcore-Seiten zu erschweren und wirksame Altersüberprüfungen anzuwenden. Nutzern muss es dabei außerdem sehr einfach möglich sein, bedenkliche oder illegale Inhalte zu melden – die dann nach Kontrolle auch schneller gelöscht werden müssen, insofern sich der Verdacht bestätigt hat. 

Hohe Geldstrafen

Verstoßen Unternehmen gegen diese Richtlinien, drohen empfindliche Geldstrafen – bei größeren Anbietern kann dies bis zu sechs Prozent des weltweit jährlichen Umsatzes ausmachen. Die großen Firmen sind zudem verpflichtet, im Rahmen einer Überprüfung auf die Regulierungsbehörde zuzugehen und aktiv mitzuarbeiten. Der EU-Sitz der meisten Anbieter ist in Tschechien, Pornhub leitet das europäische Geschäft von Zypern aus.  

Streit und Debatten gab es zuletzt immer wieder über die digitale Altersüberprüfung – Kritiker betonten dabei die Gefahren der Weitergabe von sensiblen Daten. Die EU-Kommission hatte zuletzt Überlegungen angestellt, mit einer App die Altersfreigabe künftig durchzuführen. Dabei würde das Alter mittels eines digitalen Personalausweises überprüft, ohne dass Anbieter wie Pornhub direkt Zugang zu den Daten der Nutzer bekommen.   

Porno in Deutschland

Laut einer Studie von Netzsieger sind die Deutschen „Weltmeister“ im Pornokonsum: 12,4 Prozent des weltweiten Traffic im Bereich Pornografie wird in Deutschland verzeichnet, danach folgen Spanien, England und die USA. Jede vierte Suchanfrage weltweit (25%) dreht sich um Pornografie. 

Bei Pornhub liegen die deutschen Nutzer auf Platz 6, die meistgesuchten schwulen Begriffe waren zuletzt Ende 2024 Twinks. Auch bei den am meisten angesehenen Kategorien siegten die jungen Männer gefolgt von den Bereichen Bareback, Straight Guys, Daddys und Big Dick.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.