Direkt zum Inhalt

Verstöße gegen Jugendschutz Im Fokus der EU viele kleine Anbieter und vier Big Player, darunter auch Pornhub

Von ms - 28.05.2025 - 10:00 Uhr
Verstöße gegen Jugendschutz
Foto: IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
ANZEIGE
Loading audio player...

Die EU-Kommission geht gegen Anbieter von Online-Pornografie vor. Der Vorwurf: Die Unternehmen würden für keinen ausreichenden Schutz für Jugendliche sorgen – den Firmen drohen hohe Geldstrafen. Zu den vier großen betroffenen Unternehmen gehören Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos. 

Pornoseiten unter der Lupe 

Alle vier Plattformen hätten keine wirksame Alterskontrolle, sodass sie nach Ansicht der EU-Kommission möglicherweise gegen die EU-Gesetze für online angebotene Inhalte, allen voran den Digital Services Act (DSA), verstoßen. Nebst den Big Playern im Geschäft startete die Kommission heute auch europaweit die koordinierte Kontrolle von zahlreichen kleineren Plattformen mit pornografischen Inhalten, so die Regulierungsbehörde weiter. Darunter auch Anbieter für schwule und queere Nutzer.  

Kernaspekt des DSA ist die Verpflichtung, den Zugang zu Hardcore-Seiten zu erschweren und wirksame Altersüberprüfungen anzuwenden. Nutzern muss es dabei außerdem sehr einfach möglich sein, bedenkliche oder illegale Inhalte zu melden – die dann nach Kontrolle auch schneller gelöscht werden müssen, insofern sich der Verdacht bestätigt hat. 

Hohe Geldstrafen

Verstoßen Unternehmen gegen diese Richtlinien, drohen empfindliche Geldstrafen – bei größeren Anbietern kann dies bis zu sechs Prozent des weltweit jährlichen Umsatzes ausmachen. Die großen Firmen sind zudem verpflichtet, im Rahmen einer Überprüfung auf die Regulierungsbehörde zuzugehen und aktiv mitzuarbeiten. Der EU-Sitz der meisten Anbieter ist in Tschechien, Pornhub leitet das europäische Geschäft von Zypern aus.  

Streit und Debatten gab es zuletzt immer wieder über die digitale Altersüberprüfung – Kritiker betonten dabei die Gefahren der Weitergabe von sensiblen Daten. Die EU-Kommission hatte zuletzt Überlegungen angestellt, mit einer App die Altersfreigabe künftig durchzuführen. Dabei würde das Alter mittels eines digitalen Personalausweises überprüft, ohne dass Anbieter wie Pornhub direkt Zugang zu den Daten der Nutzer bekommen.   

Porno in Deutschland

Laut einer Studie von Netzsieger sind die Deutschen „Weltmeister“ im Pornokonsum: 12,4 Prozent des weltweiten Traffic im Bereich Pornografie wird in Deutschland verzeichnet, danach folgen Spanien, England und die USA. Jede vierte Suchanfrage weltweit (25%) dreht sich um Pornografie. 

Bei Pornhub liegen die deutschen Nutzer auf Platz 6, die meistgesuchten schwulen Begriffe waren zuletzt Ende 2024 Twinks. Auch bei den am meisten angesehenen Kategorien siegten die jungen Männer gefolgt von den Bereichen Bareback, Straight Guys, Daddys und Big Dick.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.
Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.
Ted Cruz sorgt für Empörung

„Transgender-Hexen“ als Feindbild

US-Senator Ted Cruz macht mit einer Äußerung über „linke Transgender-Hexen“ Schlagzeilen. Hintergrund ist der Kampf um die Mehrheit im Kongress.
Asylbetrug in Ceuta?

70 Prozent nennen Homosexualität

Asylbetrug in Ceuta? Rund 70 Prozent der marokkanischen Migranten vor Ort berufen sich bei Asylanträgen auf ihre vermeintliche Homosexualität.
Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.