Direkt zum Inhalt

Vergewaltigung beim Gay-Club? Sicherheitskräfte von Londons schwulem Kultclub massiv in der Kritik

Von ms - 18.11.2024 - 12:00 Uhr
Vergewaltigung beim Schwulenclub?
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Heaven Club ist einer der zentralen Treffpunkte der schwul-lesbischen Community in der britischen Hauptstadt London – nun wurde des Etablissement für mindestens 28 Tage geschlossen, womöglich auch für immer. Mehrfach kam es offenbar in diesem Jahr zu massiven Problemen mit dem Sicherheitspersonal des Clubs, zuletzt soll ein Mitarbeiter in direkter Nähe des Clubs eine Frau vergewaltigt haben. Nach der Tat habe die betroffene Frau versucht, den Übergriff im Club zu melden, mehrere Mitarbeiter hätten sie allerdings schlicht ignoriert, so die Metropolitan Police.

 Massive Probleme rund um Schwulenclub

Der Tatverdächtige Morenikeji Adewole (47) aus Dartford befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft und wurde bereits wegen Vergewaltigung angeklagt. Offenbar kam es zuletzt mehrfach weiteren zu Problemen rund um den Schwulenclub – im Mai war so mit einer Überwachungskamera festgehalten worden, dass drei Sicherheitskräfte des Clubs einen Besucher auf der Straße direkt angegriffen haben sollen. Laut der Metropolitan Police bestehen inzwischen „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich der Fähigkeit des Clubs, Kunden zu schützen.

Der Einschätzung schloss sich auch der zuständige Stadtrats von Westminster an und beschloss, die Alkohollizenz des Heaven Clubs für 28 Tage auszusetzen – vorerst. Damit darf der Club nicht geöffnet werden. Ein Sprecher der Stadtverwaltung erklärte dazu: „Wir erkennen die kulturelle Bedeutung dieses Ortes an, aber der Ausschuss war sich einig, dass dieser Schritt notwendig ist, um schwere Verbrechen zu verhindern und die Öffentlichkeit zu schützen. Im Dezember wird eine vollständige Anhörung stattfinden, bei der sowohl die Polizei als auch das Management des Lokals die Möglichkeit haben werden, neue Beweise vorzulegen.“

Club-Besitzer zeigt sich erschüttert

Der Besitzer des Heaven, Jeremy Joseph, erklärte via Instagram: „Wir sind erschüttert über diese Anschuldigung, können sie aber nicht kommentieren, da die strafrechtlichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Wir können nur unsere Gedanken an das mutmaßliche Opfer senden“. Das Heaven wurde 1979 gegründet und ist einer der ältesten und beliebtesten Schwulenclubs in London. Es gilt heute als Zufluchtsort und Safe Space für die britische LGBTI*-Community.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.