Direkt zum Inhalt
Vandalismus in München
ANZEIGE

Vandalismus in München Grafitti am SUB-Kulturzentrum ruft zu Mord an LGBTI*-Menschen auf

ms - 07.08.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Das LGBTI*-Kultur- und Beratungszentrum SUB und LeZ in München wurde zum Opfer von Vandalismus – auf der Eingangstür des Kulturzentrums sprühten unbekannte Täter einen Mordaufruf, der sich direkt gegen die LGBTI*-Community richtet. 

Kriminalpolizei ermittelt

Die Tat selbst ereignete sich nach Angaben des SUBs in der Nacht vom zweiten auf den dritten August. Das Team des Zentrums sucht online via Instagram aktuell nach möglichen Zeugen, die Einzelheiten zur Tat berichten können. Die Münchner Kriminalpolizei, konkret das Kommissariat K44, ermittelt bereits gegen Unbekannt. Es stünden die Delikte Sachbeschädigung sowie öffentliche Aufforderung zu Straftaten im Raum, so ein Polizeisprecher.

Mit schwarzer Lacksprayfarbe wurde dabei ein Graffiti an der Glastür angebracht, das einen Mordaufruf gegen Trans-Menschen beinhaltet. Das SUB selbst postete online ein Foto, verpixelte allerdings den Schriftzug: „Wir wollen die Hassparole nicht weiter teilen und inhaltlich verbreiten“, so die Begründung. Daneben haben die oder der Täter auch Aufkleber mit Regenbogenflaggen übersprüht. 

Wut und Bestürzung 

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte Geschäftsführer Kai Kundrath: „Wir sind bestürzt und wütend.“ Dies sei ein „direkter Angriff auf die von der Stadt München geförderten Strukturen zur Unterstützung queerer Menschen. Es handelt sich dabei um politisch motivierte Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, so Kundrath weiter. 

Bereits vor ein paar Wochen kam es zu ähnlichen Formen von Vandalismus am Isartor, dabei wurde die Regenbogenbank am Karl-Heinrich-Ulrichsplatz beschmiert. Kundrath betont deswegen auch: „Jeder kann solche Aufrufe zur Gewalt bei der Polizei anzeigen. Wir möchten alle ermutigen, das zu tun.“ 

Dem schließt sich auch das Lesbisch-Queere Zentrum LeZ an: „Diese Schmierereien in gleicher Handschrift sind über einen längeren Zeitraum bereits an mehreren Orten in der Stadt aufgetaucht. Falls ihr diese an anderer Stelle findet, bitte meldet dies auch an uns und/oder die Polizei.“ Hasskriminalität gegen LGBTI*-Menschen ist landesweit zuletzt erneut massiv angestiegen (plus 65%), in Bayern haben sich die Fallzahlen binnen eines Jahres verdoppelt.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Darunter mehrere Schwule

Meilenstein der Diversität

In der kommenden Saison der National Football League werden erstmals 68 Männer als Cheerleader auftreten.
Große regionale Unterschiede

Anstieg um 12,8  Prozent

Eine aktuelle staatliche Erhebung zeigt: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 2 .377 queerfeindliche Hassdelikte registriert.
Als pädophil verunglimpft

Polizei prüft Drohungen

Heinz Küppers, bekannt als Dragqueen Gräfin Henriette von Küppersbusch, hat Strafanzeige gegen den AfD-Fraktionsvorsitzenden Jan Pioch gestellt.
Hetzjagd in Kamerun

Mob jagte schwulen Aktivisten

Ein gewaltbereiter Mob machte in Kamerun Jagd auf einen bekannten schwulen Aktivisten. Dem jungen Mann gelang in letzter Sekunde die Flucht.
Homofeindliche Gewalt

Zwei Jugendliche festgenommen

Zwei Jugendliche wurden am Donnerstagabend im Düsseldorfer Hofgarten festgenommen, nachdem sie Passanten homofeindlich beleidigt und bedroht hatten.
Angst vor politischen Aussagen

Band empört über „Maulkorberlass“

Alphaville wurde vom Glücksgefühle-Festival ausgeladen: Laut Veranstalter seien politische Äußerungen auf der Bühne nicht erwünscht.
Verfolgung im Senegal

Angst im Verborgenen nimmt zu

Nach verschärften Gesetzen im Senegal leben viele LGBTQ+-Menschen in Angst vor Festnahmen und Repression.