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Todesfall Ed Cornes
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Todesfall Ed Cornes Londoner Polizei entschuldigt sich, Familie fordert Gerechtigkeit

ms - 30.06.2026 - 13:00 Uhr
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Die Londoner Metropolitan Police hat ihre Ermittlungen zum Tod des 19-jährigen schwulen Studenten Ed Cornes wieder aufgenommen und sich zugleich offiziell bei dessen Familie für erhebliche Mängel bei den ursprünglichen Untersuchungen entschuldigt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Metropolitan Police hat die Ermittlungen zum Tod des 19-jährigen Ed Cornes wieder aufgenommen.
  • Die Polizei entschuldigte sich bei der Familie für Fehler bei den ursprünglichen Ermittlungen.
  • Eine interne Überprüfung stellte 27 Versäumnisse im Umgang mit dem Fall fest.
  • Die Familie wirft den Ermittlern homophobe Vorurteile und den Verlust wichtiger Beweismittel vor.
  • Parallel untersucht die unabhängige Polizeiaufsicht IOPC weiterhin das Vorgehen der Beamten.

Londoner Polizei rollt Todesfall neu auf

Spezialisierte Ermittler prüfen den Fall des schwulen Studenten des University College London (UCL) erneut. Ziel ist es festzustellen, ob es bislang ungenutzte Ermittlungsansätze gibt. Gleichzeitig bittet die Polizei erneut mögliche Zeugen, sich mit Hinweisen zu melden. Cornes war im Oktober 2021 gestorben – lediglich zwei Tage nach Beginn seines ersten Semesters an der Universität. Seine Leiche wurde in einem Kellerraum eines Hotels im Londoner Stadtteil King's Cross entdeckt, nur wenige Gehminuten von seinem Studentenwohnheim entfernt.

Während der gerichtlichen Untersuchung wurde bekannt, dass Cornes in den frühen Morgenstunden seine Unterkunft verlassen hatte. Anschließend traf er den ihm bis dahin unbekannten 55-jährigen Matthew Butler, der ihn in das Hotel brachte. Dort hielt sich auch der 58-jährige Ian Casimir auf. Nach Angaben des Gerichts wurde Cornes mehrere Stunden später tot aufgefunden. Sein Körper wies 36 Schnittverletzungen sowie weitere Verletzungen auf. Die Obduktion ergab zudem eine hohe Konzentration der Droge GHB im Blut. Butler und Casimir waren zunächst wegen Mordverdachts festgenommen worden. Später kamen beide ohne Anklage wieder auf freien Fuß. Bis heute wurde gegen keinen der beiden Anklage erhoben.

Familie erhebt schwere Vorwürfe

Seit Jahren kritisieren die Angehörigen den Umgang der Metropolitan Police mit dem Fall. Sie werfen den Ermittlern vor, sich von homophoben Vorurteilen gegenüber der sexuellen Orientierung ihres Sohnes leiten gelassen zu haben. Nach Angaben der Familie seien wichtige Zeugen nicht vernommen worden. Seit Jahren sind die massiven Missstände und ausartende Homophobie unter der Londoner Polizei bekannt. Außerdem, so die Familie weiter, seien Beweismittel – darunter Videoaufnahmen und Blutproben – verloren gegangen. Eine interne Überprüfung der Polizei identifizierte später insgesamt 27 Versäumnisse bei den Ermittlungen.

Nach der Entschuldigung der Polizei äußerte sich Cornes' Mutter Miriam Blythe gegenüber ITV News zurückhaltend: „Es ist ein kleiner Sieg. Ich freue mich, dass sie den Fall noch einmal überprüfen, und ich hoffe, dass am Ende Gerechtigkeit geschaffen wird.“ Zugleich kritisierte sie den jahrelangen Umgang mit ihrer Familie. „Aber es war ein schrecklicher, verheerender Kampf, bei dem ich immer wusste, dass ich recht hatte, während mir zahlreiche Polizeibeamte sagten, ich läge falsch. Dein Sohn stirbt unter schrecklichen Umständen und dann sagt die Polizei, es sei alles seine Schuld. Das war verheerend.“

Nach Angaben der Familie hätten Beamte zudem homophobe Annahmen über Ed Cornes getroffen. Blythe erklärte, ein Polizist habe während der Ermittlungen gesagt: „Bei Sex zwischen Männern kann alles passieren.“ Die Metropolitan Police bestätigte später, dass diese Äußerung gefallen sei, und entschuldigte sich bei der Familie für das dadurch verursachte Leid.

Polizei räumt erneut schwere Fehler ein

In einer Erklärung erklärte die Metropolitan Police: „Wir entschuldigen uns für den Schmerz, der Edwards Familie durch die Art und Weise entstanden ist, wie wir unsere Ermittlungen geführt haben. Wir erkennen an, dass Teile der ursprünglichen Untersuchung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden und nicht den hohen Standards entsprachen, die wir von uns erwarten.“ Weiter heißt es: „Wir haben Edwards Familie inzwischen persönlich getroffen, um uns zu entschuldigen, und erkennen das Leid an, das unser Handeln verursacht hat.“

Zur Wiederaufnahme der Ermittlungen teilte die Behörde außerdem mit: „Spezialisierte Ermittler überprüfen nun die ursprünglichen Ermittlungen zu Edwards Tod und den Begleitumständen, um festzustellen, ob es weitere mögliche Ermittlungsansätze gibt.“ Neben den neuen Ermittlungen läuft weiterhin eine Untersuchung des Independent Office for Police Conduct (IOPC). Die unabhängige Polizeiaufsicht prüft Beschwerden über den Umgang der Metropolitan Police mit den ursprünglichen Ermittlungen, dem späteren Gerichtsverfahren sowie der Kommunikation mit der Familie von Ed Cornes.

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