Direkt zum Inhalt

Supreme Court USA Richter verhandeln heute Frage über trans* Sportlerinnen

Von ms - 13.01.2026 - 09:30 Uhr
Supreme Court USA
Foto: iStock / SeanPavonePhoto
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Rechte von trans* Frauen im Sport stehen heute im Mittelpunkt einer entscheidenden Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der USA. In zwei wichtigen Fällen prüft das höchste US-Gericht Gesetze aus Idaho und West Virginia, die es trans* Frauen und -Mädchen verbieten, in Frauensportarten anzutreten. Die Anhörung könnte weitreichende Auswirkungen auf die rechtliche Stellung von trans* Athletinnen in den ganzen USA haben.

Zwei Fälle vor dem Supreme Court 

Der Fall Hecox gegen Idaho und der Fall B.P.J. gegen West Virginia betreffen die Gesetze beider Bundesstaaten, die die Teilnahme von trans* Frauen an Frauensportarten verbieten. In beiden Fällen haben untere Gerichte einstweilige Verfügungen erlassen, die die Umsetzung der Gesetze blockieren und es trans* Athletinnen bisher weiterhin ermöglichen, an Wettkämpfen teilzunehmen. Die betreffenden Bundesstaaten sind jedoch in Berufung gegangen.

Lindsay Hecox, eine trans* Frau und Studentin an der Boise State University, ist die Hauptklägerin im Idaho-Fall. Sie hatte 2020 Klage gegen das Gesetz eingereicht, kurz nachdem Gouverneur Brad Little das Gesetz unterzeichnet hatte. In West Virginia reichte das trans* Mädchen Becky Pepper-Jackson Klage ein, ebenfalls kurz nachdem das dortige Gesetz 2021 in Kraft getreten war. Sie ist mittlerweile 15 Jahre alt und Mitglied des Mädchen-Leichtathletik-Teams ihrer Schule. Die queere American Civil Liberties Union (ACLU) vertritt sowohl Hecox als auch Pepper-Jackson in den Verfahren. Lambda Legal hat sich ebenfalls in die Vertretung von Pepper-Jackson eingeschaltet. Ein Anwalt der ACLU wird in der Anhörung für beide Fälle plädieren.

Pro und Contra der Debatte 

Kevin Jennings, CEO von Lambda Legal, äußerte sich besorgt über die mögliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs: „Dies ist nicht der freundlichste Oberste Gerichtshof für LGBTIQ+-Rechte, aber wir werden für das Richtige eintreten, und dann wird sich zeigen, wie es ausgeht.“ Die Anwälte stützen ihre Argumente auf die Gleichbehandlungs-Klausel des 14. Zusatzartikels der US-Verfassung und Titel IX der Bildungsänderungen von 1972. Dieser verbietet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Bildungsprogrammen, die von der Regierung finanziert werden. Nach Angaben des queeren Trevor Project würden durch Verbote dieser Art außerdem die Suizidversuche unter queeren Jugendlichen rapide ansteigen.  

Befürworter der Verbote sprechen von „Männern im Frauensport“ und argumentieren, dass die Teilnahme von trans* Frauen einen unfairen Vorteil gegenüber „biologischen Frauen" darstellen. Sie stützen sich dabei auf mehrere Studien der letzten Jahre, die belegen sollen, dass auch bei Einnahme von Hormonen ein körperlicher und biologischer Vorteil besteht. Queere Vereine wie die ACLU verurteilen diese Einschätzung als stereotyp. Eine finale Entscheidung der neun obersten Richter wird bis Juni dieses Jahres erwartet. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

SWRInwiefern spiegeln Beleidigungen Geschlechterklischees?Hamburger AbendblattEinmal im Leben Cowboy sein – die Breeder‘s Pride Ranch macht‘s möglichBR24Heizkosten: Fernablesbare Zähler werden 2027 PflichtBILDQueerer Volleyball-Star - „Mein Coming-out war einfach an der Zeit“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie stark empfindest du den Schönheitsdruck in der schwulen Community?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gleichheit im Alltag

Hintergrund zum Fall in Gqeberha

Ein Ladenbesitzer sollte LGBTIQ+-Menschen fernhalten. Ein Urteil vom Oktober zeigt, welche Folgen der Ausschluss in Südafrika haben kann.
Nach dem Wahlsieg in den USA

Ein Interview mit konkreter Ansage

Der gewählte US-Senator Chris Pappas kündigt eine klare Prüfung von Richterkandidaten an. Dabei geht es auch um den Schutz seiner eigenen Ehe.
141 Millionen Dollar Umsatz

Prognosen bleiben Erwartungen

Grindr meldet für das dritte Quartal 2026 ein Umsatzplus von 22 Prozent. Was daraus für die App folgt – und was die Zahlen offenlassen.
Pride im November

Ansbach setzt auf Sichtbarkeit

Rund 450 Menschen kamen zum Winter-CSD in Ansbach. Die Polizei zog eine positive Bilanz. Die geplante Aftershow wurde abgesagt.
Aigner vor Kandidatur

Wandel und offene Fragen

Ilse Aigner soll für Schloss Bellevue kandidieren. Ihre Bilanz zu queeren Rechten verbindet frühere Ablehnung mit späteren Zeichen der Solidarität.
Die besten schwulen Filme

Ranking der Top-100 weltweit

Die schwule Filmplattform GFM wählte die besten 100 schwulen Filme. Wer schaffte es in die Top-10? Und sind auch deutsche Filme mit dabei?
Strafen für K.-o.-Tropfen

Fünf Jahre Haft für schwere Taten

Wer K.-o.-Tropfen für Vergewaltigungen oder Raub einsetzt, soll künftig härter bestraft werden. Auch in der Community gibt es immer wieder Opfer.
Geheimsprache schwuler Männer

Als Wörter vor Verfolgung schützten

Mit Polari verständigten sich schwule Männer in Großbritannien und Europa jahrzehntelang unauffällig. Heute wird die Geheimsprache wiederentdeckt.
Schwuler Boxer macht Mut

Mit Regenbogenflagge zum Sieg

Der offen schwule Boxer Oscar Bonifacino gewinnt in Uruguay seinen fünften Profikampf und ermutigt einen anderen Sportler zum Coming-Out.