Direkt zum Inhalt
Sprache des Hasses

Sprache des Hasses Weltweit dominiert verbaler LGBTIQ+-Hass bei Wahlen

ms - 12.09.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Es sind erschütternde Daten, die die Organisation Outright International jetzt veröffentlicht hat: Im Jahr 2024 benutzten 85 Prozent aller Kandidaten bei Wahlen weltweit eine Anti-LGBTIQ+-Rhetorik, um Stimmen für sich zu gewinnen. 

Erschreckender Zustand der Demokratie

Das Forscherteam untersuchte Wahlen in 61 Ländern weltweit, in 51 davon befeuerten Kandidaten Hass und Hetze gegen die LGBTIQ+-Community. Die Palette reicht von Angriffen gegen die sogenannte „Gender-Ideologie” bis hin zur Behauptung, Homosexuelle und queere Menschen seien „ausländische Agenten”, die dem Land schaden wollen. Immer wieder mussten LGBTIQ+-Personen dabei als Sündenböcke für die eigenen politischen Fehler der Kandidaten herhalten.

„Die Ergebnisse sind eine erschreckende Anklage gegen den Zustand der globalen Demokratie. Anti-LGBTIQ+-Rhetorik ist kein Randthema mehr, sondern ein zentrales Instrument im modernen autoritären Spielbuch. Wenn Politiker ihre eigenen Bürger angreifen, um an die Macht zu kommen, ist die Demokratie selbst in Gefahr“, betont Neela Ghoshal, leitende Direktorin für Recht, Politik und Forschung bei Outright International. 

Detailliert hält der neue Bericht dabei fest, dass auch rechtsextreme Strömungen an Einfluss gewonnen haben und LGBTIQ+-Menschen zudem stets zu den ersten Opfern von antidemokratischen Angriffen werden. „In den fünf größten Demokratien der Welt – Indien, der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, Indonesien und Brasilien – wurden LGBTIQ+-Kandidaten oder die Community insgesamt ins Visier genommen“, so das Ergebnis der Studie. 

Community wehrt sich

Positiv verzeichnet die Untersuchung, dass sich die Community immer mehr zur Wehr setzt: „LGBTIQ+-Personen in mehreren Ländern traten in Erscheinung, um ihren Platz in der Politik zu behaupten, sich gegen Anti-Rechte-Bewegungen zu wehren und sich mit anderen marginalisierten Gruppen zu solidarisieren, auch wenn dies mit Kosten verbunden war. Queere Gemeinschaften mobilisierten sich nicht nur für ihre eigenen Rechte, sondern auch aus Solidarität mit allen marginalisierten Gruppen – in dem Bewusstsein, dass ihr Schicksal mit dem Wohlergehen der Demokratie selbst verflochten ist.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Buttigieg for President?

Deutliches Interesse bekundet

Deutlich hat der schwule Ex-Verkehrsminister der USA, Pete Buttigieg, nun seine Ambitionen offengelegt, für das Amts des Präsidenten zu kandidieren.
Meldestelle in Niedersachsen

Aktion gegen queerfeindliche Gewalt

Auch in Niedersachsen sind die Fälle von Hasskriminalität zuletzt angestiegen, jetzt gibt es die erste zentrale Meldestelle für LGBTIQ+-Gewalt.
AfD-Sachen-Anhalt

Parteiprogramm beschlossen

Im jetzt beschlossenen „Regierungsprogramm“ spricht sich die AfD Sachsen-Anhalt direkt gegen diverse Aspekte der queeren Community aus.
Impuls für queere Zukunft

LGBTIQ+-Wählerschaft im Blick

Pete Buttigieg hat sein Interesse an einer Kandidatur 2028 bekräftigt und somit die Spekulationen um einen möglichen ersten schwulen US-Präsidenten.
20-jähriger Verdächtiger

Anschlag auf schwulen OpenAI-Chef

Das Wohnhaus von OpenAI-Chef Sam Altman in San Francisco ist am frühen Morgen gezielt mit einem Molotowcocktail angegriffen worden.
160 Personen beteiligten sich

„Bunt ist stärker als Hass“

Über 100 Menschen haben am 12. April 2026 in Angermünde mit einer Demonstration die diesjährige Christopher-Street-Day-Saison in Deutschland eröffnet.
Skurrile Klage gegen Sohn

Gescheiterte „Homo-Heilung“

Bizarr: In den USA hat ein Vater seinen eigenen schwulen Sohn verklagt, weil die Konversionstherapie keine Wirkung zeigte.
Dating weiterhin unsicher

Weitere Vorfälle in Italien

Ein 42-jähriger Mann wurde in Sovizzo nach einem Treffen, das über eine schwule Dating-App vereinbart wurde, schwer körperlich angegriffen.