Direkt zum Inhalt
Skandal in China

Skandal in China Homosexualität in der Volksrepublik ist bis heute ein Tabu – jetzt erschüttert ein schwuler Sexskandal mit 1.600 Männern das Land

ms - 14.07.2025 - 16:30 Uhr
Loading audio player...

China hat nach wie vor ein großes Problem mit homosexuellen Männern – nun erlebt das Land in diesen Tagen eine Art von medialem Supergau. Ein 38-jähriger schwuler Mann aus der ostchinesischen Provinz Jiangsu soll als Frau verkleidet Sex mit mehr als 1.600 Männern gehabt und die Akte heimlich auf Video gefilmt haben. 

Sex mit 1.600 Männern in der Wohnung

Unter dem Namen "Hong Sister / Red Sister" bot der 38-jährige Tatverdächtige mit Vornamen Jiao seine Dienste an. Zu seinen bevorzugten Gästen gehörten vor allem attraktive, junge und durchtrainierte Männer wie auch ausländische Besucher der Volksrepublik. Der Schwule soll den Sex dabei heimlich gefilmt und die Videos anschließend online verkauft haben. 

Nach Angaben der Ermittler fiel offenbar vielen Männer nicht auf, dass sie es mit Ihresgleichen zu tun hatten – mittels Make-up, Perücken und Gesichtsmaske muss das Verwechslungsspiel perfekt gewesen sein, noch dazu behielt Jiao beim Sex oftmals seine Kleidung an. Über 1.600 Männer sollen so mit dem 38-Jährigen in dessen Wohnung Sex gehabt haben. Jiao soll dabei kein Geld verlangt haben, sondern erbat sich kleine Geschenke für den Alltag wie Bananen, Milch, eine Wassermelone oder Klopapier. 

Hat es keiner gemerkt? 

Online wird darüber diskutiert, warum die Masche solange unentdeckt blieb beziehungsweise, warum vor Ort der Schwindel offenbar oftmals nicht aufflog. Mehrere Sexpartner des 38-Jährigen meldeten sich mit Erklärungsversuchen online zu Wort. Während einige aufgrund von Sex-Praktiken jenseits der klassischen Penetration offenbar bis zum Schluss nichts von der Männlichkeit ihres Gegenübers erahnten, zeigten sich andere offen und interessiert bezüglich Sex mit einem Mann. Weitere Besucher erklärten, sie hätten weitergemacht, frei nach dem Motto: Jetzt bin ich sowieso schon einmal da. Wieder andere Sexpartner reizte offenbar die Chance eines sexuellen Tabubruches. Der Sex mit dem 38-Jährigen muss für viele offenbar bereichernd gewesen sein, viele Männer besuchten Jiao öfters in seiner Wohnung. 

Der Fall wurde in kürzester Zeit viral für China zum Supergau, trotz Drohungen seitens der Ermittlungsbehörden kursieren weiterhin online Videos und Bilder vieler Sexpartner des 38-Jährigen. Die schwule Community begrüßt die Debatten und erhofft sich einen anderen und freieren Umgang mit dem Thema Homosexualität im Land und vielleicht weitere Diskussionen über Sexualität und Sehnsüchte in der Gesellschaft. Was konkret mit dem Tatverdächtigen jetzt geschieht, ist unklar – die heimlichen Sex-Filme allerdings sind definitiv eine strafbare Handlung und verstoßen ähnlich wie in Deutschland auch in China gegen das Persönlichkeitsrecht. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Männlichkeit in Millilitern

Neuer Trend unter jungen Männern

Unter jungen Männern zieht ein neuer Trend gerade immer größere Kreise – es geht dabei um die Menge des Ejakulats und damit verbundene Männlichkeit.
Allen Ginsberg wird 100

Pionier schwuler Sichtbarkeit

Vor hundert Jahren wurde der Dichter Allen Ginsberg geboren. Bis heute gilt er als eine der wichtigsten schwulen Stimmen der Literatur.
Hasswelle in Italien

10 Jahre Partnerschaftsgesetz

Mit Beginn der Pride-Saison zum zehnjährigen Jubiläum des Partnerschaftsgesetzes nehmen in Italien homophobe Hasskommentare online rapide zu.
Feuertaufe bei Rob Jetten

Erste Konflikte nach 100 Tagen

Hundert Tage nach seinem Amtsantritt hat der niederländische schwule Ministerpräsident Rob Jetten viel Stress mit seiner Minderheitsregierung.
Russlands Schulpolitik

Kritik von Amnesty International

Amnesty International wirft Russland vor, Schulen gezielt zur politischen Indoktrination zu nutzen – einschließlich einer Propaganda gegen LGBTIQ+.
Nuclear Family Month

Bizarre Aktion gegen Pride Monat

Mit einer doppeldeutigen Proklamation zum „Monat der Kernfamilie“ hat Indianas Gouverneur Braun eine politische Debatte ausgelöst.
Prozess in der Schweiz

Dating-Masche in Genf

In Genf stehen zwei junge Männer wegen mutmaßlicher Gewalt- und Betrugsdelikte vor Gericht. Die Opfer waren schwule Männer mittels der Dating-Masche.
Belastung von trans* Eltern

Sorgen um Sicherheit und Rechte

Eine neue US-Studie zeigt, dass viele trans* Eltern das gesellschaftliche Klima als starke Belastung für Familienplanung und Sicherheit empfinden.
Ermittlungen gegen Banaszak

Politiker zeigt sich kooperativ

Grünen-Chef Felix Banaszak hat offenbar zu wenig Zweitwohnsitzsteuer bezahlt. Banaszak spricht von einem Versäumnis, Kritiker von Steuerhinterziehung.