Siege bei Commonwealth Games Team LGBTIQ+ überzeugte beim britischen Sportevent
Die offen lebenden LGBTIQ+-Athletinnen und -Athleten bei den Commonwealth Games 2026 haben trotz einer kleineren Mannschaft eine erfolgreiche Bilanz erzielt. Von den elf öffentlich geouteten Sportlerinnen und Sportlern, die bei den Spielen im schottischen Glasgow antraten, gewannen acht eine Medaille, durchwegs in Frauenwettbewerben. Damit erreichten 73 Prozent aller LGBTIQ+-Teilnehmer einen Platz auf dem Podium.
Das Wichtigste im Überblick
- Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow gewannen acht von elf öffentlich geouteten LGBTIQ+-Athletinnen eine Medaille, durchwegs in Frauenwettbewerben.
- Das entspricht einem Anteil von 73 Prozent der LGBTIQ+-Teilnehmer.
- Gemeinsam holten die Sportlerinnen sieben Medaillen: drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille.
- Als fiktives gemeinsames Team hätte „Team LGBTIQ+“ Platz 14 von 75 Nationen im Medaillenspiegel erreicht.
- Die Erfolge stehen auch im Zusammenhang mit der weiterhin schwierigen Menschenrechtslage in mehreren Commonwealth-Staaten.
Sportlerinnen feiern Medaillenerfolge
Die acht Medaillengewinnerinnen kamen aus sechs verschiedenen Ländern und holten zusammen sieben Medaillen: drei goldene, drei silberne und eine bronzene. Das Sportportal Outsports betrachtet die Leistungen der Athletinnen gemeinsam als symbolisches „Team LGBTIQ+“ – vergleichbar mit einer offiziellen Nation. In der Medaillenwertung hätte dieses Team demnach Platz 14 von insgesamt 75 Mannschaften erreicht. Nach der Anzahl der Medaillen wäre es auf Rang 15 gelandet.
Die Leistung entspricht der Bilanz von Team LGBTIQ+ bei den Commonwealth Games 2022 in Birmingham. Damals gewannen 16 von 46 öffentlich geouteten Athletinnen Medaillen – darunter fünf Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Sowohl 2022 als auch 2026 wurden alle Medaillen des Teams in Frauenwettbewerben gewonnen.
Statement gegen Kriminalisierung
Bei der Einordnung des Erfolgs spielt auch die Größe des Teilnehmerfeldes eine Rolle. Mehr als 50 der 74 teilnehmenden Teams reisten mit mehr Athletinnen und Athleten nach Glasgow als das elfköpfige Team LGBTIQ+. Mit dem theoretischen 14. Platz hätte Team LGBTIQ+ 25 Mannschaften aus Ländern mit entsprechenden Gesetzen hinter sich gelassen. Die Ergebnisse erhalten zusätzliche Bedeutung angesichts der Situation von LGBTIQ+-Menschen in vielen Commonwealth-Staaten. Derzeit kriminalisieren 29 Länder des Staatenbundes weiterhin gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen – eine viel beachtete Ausstellung machte während der Spiele auf diesen Zustand aufmerksam. Die von Pride House Glasgow organisierte die Aktion im Zentrum der Stadt und zeigte dabei die Flaggen der 29 Staaten, in denen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen weiterhin strafrechtlich verfolgt werden. Die Flaggen waren mit schwarzen Bändern versehen. Unterstützt wurde die Aktion von zahlreichen LGBTIQ+-Aktivisten aus den betroffenen Ländern.
Die Medaillengewinnerinnen 2026
Zu den erfolgreichen Athletinnen des „Team LGBTIQ+“ bei den Commonwealth Games 2026 gehörten in diesem Jahr insgesamt acht Medaillengewinnerinnen aus sechs verschiedenen Ländern. Die Australierinnen Amy Atwell und Marena Whittle sicherten sich im 3×3-Basketball die Goldmedaille. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Emma Clarke und Lara McSpadden setzten sie sich im Finale mit 21:11 gegen Uganda durch. Auch Lucy Robinson aus England gewann Gold im Rollstuhl-3×3-Basketball. Sie holte den Titel gemeinsam mit Charlotte Moore, Joy Haizeldean und Jade Atkin.
Im Bahnradsport triumphierte die Waliserin Lowri Thomas im Teamsprint. Zusammen mit Emma Finucane und Rhian Edmunds gewann sie den Wettbewerb und stellte mit dem Team auf dem Weg zur Goldmedaille gleich zweimal einen neuen Commonwealth-Games-Rekord auf. Drei weitere Athletinnen aus dem Team LGBTIQ+ gewannen Silber. Robyn Love aus Schottland holte im Rollstuhl-3×3-Basketball die Silbermedaille. Gemeinsam mit Kayli English, Lea Smith und Jodie Waite gelang dem Team damit eine erfolgreiche Rückkehr, nachdem es bei den Commonwealth Games 2022 in Birmingham nur knapp eine Medaille verpasst hatte.
Für England gewann Madias Nzesso Ngake Silber im Gewichtheben in der Klasse bis 86 Kilogramm. Ihre Geschichte sorgte während der Spiele für besondere Aufmerksamkeit: Die frühere Olympiadritte von London 2012 für Kamerun in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm stellte im Reißen ihrer Kategorie einen neuen Commonwealth-Games-Rekord auf und sicherte sich anschließend die Silbermedaille. Ebenfalls Silber gewann Michaela Walsh aus Nordirland im Boxen in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm. Für Walsh war es bereits die vierte Medaille bei Commonwealth Games. Nach einem schwierigen Finale gegen Jasmine Lamboria aus Indien belegte sie den zweiten Platz. Die einzige Bronzemedaille für das Team LGBTIQ+ gewann Michelle-Lee Ahye aus Trinidad und Tobago in der 4×100-Meter-Staffel der Leichtathletik. Gemeinsam mit Shaniqua Bascombe, Reese Webster und Leah Bertrand erreichte sie den dritten Platz. Für Ahye war es die erste Medaille bei Commonwealth Games seit ihrem historischen Goldgewinn über 100 Meter bei den Commonwealth Games 2018 an der Gold Coast.