Direkt zum Inhalt

Sichtbarkeit von LGBTI* Filmunternehmen UFA zieht Bilanz zur Lage von LGBTI* in TV und Kino

Von ms - 22.08.2023 - 15:00 Uhr
Sichtbarkeit von LGBTI*
Foto: iStock / stefanamer
ANZEIGE
Loading audio player...

Im Jahr 2020 verpflichtete sich das deutsche Filmunternehmen UFA dazu, die vorhandene und gelebte Diversität in der Bevölkerung auch prozentual in gleicher Höhe in ihren Produktionen abzubilden. Explizit ging es dem 1917 gegründeten Unternehmen darum, LGBTI*-Menschen sowie auch People of Color, Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Frauen stärker abzubilden – so die Selbstverpflichtung des Unternehmens.

Magere 4,6 Prozent der Rollen sind LGBTI*

Jetzt zog das Unternehmen in ihrem Jahresbericht 2022 eine erste Bilanz. Für die Erhebung wurden 49 Produktionen und darin 4.257 Rollencharaktere überprüft. Der Anteil von LGBTI*-Rollen lag im vergangenen Jahr bei 4,6 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2021 nicht erhöht. Bei den Frauen erhöhte sich die Quote indes leicht auf rund 47 Prozent, ebenso ein leichter Anstieg ist bei den People of Color auf fast acht Prozent zu verzeichnen. Menschen mit Behinderung kamen indes weniger vor.

Mehr Haupt- als Nebenrollen für LGBTI*

Positiv im Bereich LGBTI* ist dabei allerdings zu vermerken, dass LGBTI*-Personen inzwischen deutlich häufiger bei Hauptrollen auftreten und nicht mehr nur in Nebenrollen in Erscheinung treten dürfen. Dieser Effekt hat sich in den letzten zwei Jahren positiv weiterentwickelt.

Zufriedenstellend kann das Gesamtergebnis trotzdem noch nicht sein, denn mit 4,6 Prozent entspricht die angepeilte Repräsentanz von LGBTI*-Menschen weniger als der Hälfe in der deutschen Gesellschaft; hier definieren sich nach der Ipsos-Studie von 2023 insgesamt elf Prozent als LGBTI*.

Keine LGBTI*-Klischees mehr

Das Unternehmen hält dabei in seiner Selbstverpflichtung in puncto LGBTI* im Jahresbericht auch fest: „Die Zugehörigkeit muss für den Zuschauer eindeutig ersichtlich sein und darf nicht ausschließlich auf Stereotypen beruhen.“ Die UFA mit Sitz in Potsdam ist eine der größten deutschen Filmunternehmen und produziert sowohl Kinofilme wie auch TV-Formate und Unterhaltungsshows fürs deutsche Fernsehen sowie ebenso für den Streamingdienst Netflix.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostMit dem Stöckelschuh gegen Monster: „Queens of the Dead“Süddeutsche ZeitungBaden-Württemberg: Hagel sagt, Transpersonen hätten ihn überzeugtDER SPIEGEL»Selling Sunset«-Star: Chrishell Stause gibt Trennung von G Flip bekanntBerliner MorgenpostBerliner Theater senden Zeichen an LGBTQ-Community: „Ihr gehört dazu“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Männer-Hintern als Sexualorgan

Neue Studie überrascht Forscher

Analsex bei Männern: Eine neue Studie stützt die Theorie, dass sich der Hintern ursprünglich aus einer männlichen Geschlechtsöffnung entwickelt hat.
Studie über Schwule überrascht

Mehr Dating-Apps, weniger Stress?

Schwule Männer, die verschiedene Dating-Apps nutzen, berichten laut einer neuen australischen Studie von weniger Ängsten, Stress und Depressionen.
Poodle Beach wird Denkmal

Schwuler Strand schreibt Geschichte

Ein historischer Strand der schwulen US-Community wird offiziell geehrt: Delaware erinnert mit einer Gedenktafel an die Geschichte von Poodle Beach.
Basquiats Leben neu verfilmt

Neues Projekt von Rapper Kid Cudi

Rapper Kid Cudi spielt den Künstler Jean-Michel Basquiat in einem neuen Kinofilm und sucht gezielt queere Schauspieler für das Projekt.
Pride-Strategien für 2027

Europas Prides vor einem Wandel

Wie können Prides 2027 politisch mehr bewirken? Die ILGA-Europe will bei einem Gipfel mit europäischen Aktivisten neue Strategien entwickeln.
BBC sucht neuen ESC-Star

Kein Flop 2027 in Bulgarien

Nach zwei enttäuschenden ESC-Ergebnissen sucht die BBC für 2027 einen etablierten britischen Musikact mit überzeugender Live-Erfahrung.
„Maxxing“ ist Wort des Jahres

Selbstoptimierung als Internettrend

Von Fitness bis Schönheit: „Maxxing“ prägt die Sprache sozialer Medien. Dictionary.com kürt den Begriff zum Wort des Jahres 2026.
US-Lesbenbar vor dem Aus

Maskenpflicht polarisiert Community

Die lesbische Bar The Last Ditch in Massachusetts stellt ihren regulären Betrieb ein. Zuvor hatten gelockerte Corona-Regeln für viel Kritik gesorgt.
Empörung über Nicki Minaj

Rapperin gegen trans* Jugendliche

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump kritisierte Nicki Minaj erneut geschlechtsangleichende Behandlungen für trans* Minderjährige.