Schwuler rechter Blogger Milo Yiannopoulos bereut Trump-Support nach Abschiebung
Der britische Rechtsextremist Milo Yiannopoulos hat sich nach seiner Abschiebung aus den USA erstmals öffentlich zu seiner Inhaftierung und zur eigenen politischen Vergangenheit geäußert. In einem Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan, das am Dienstag in London ausgestrahlt wurde, bezeichnete der 41-jährige Ex-Breitbart-Redakteur seine Behandlung durch die US-Einwanderungsbehörde als „brutal“ und erklärte, seine frühere Unterstützung für Donald Trump und dessen Migrationspolitik zu bereuen. Yiannopoulos war Ende August nach Großbritannien abgeschoben worden, weil er laut US-Heimatschutzministerium gegen Visabestimmungen verstoßen und einen Gerichtstermin versäumt hatte.
Das Wichtigste im Überblick
- Milo Yiannopoulos äußert nach seiner Abschiebung öffentlich Reue für frühere Unterstützung von Donald Trump.
- Inhaftierung durch US-Einwanderungsbehörden beschreibt er als „körperlich erniedrigend“ und „erschreckend“.
- US-Heimatschutzministerium nennt Visa-Verstoß und versäumten Gerichtstermin als Gründe für die Abschiebung.
- Yiannopoulos widerspricht: Er befinde sich im Green-Card-Prozess und sei mit einem US-Bürger verheiratet.
- In den letzten Jahren hatte er noch Massendeportationen gefordert und Aktionen von ICE öffentlich befürwortet.
- Yiannopoulos hatte in Vergangenheit wiederholt gefordert, Einwanderer, die sich ohne gültige Papiere im Land aufhalten, sofort abzuschieben.
- Er ist Gründer der Wahlkampfbewegung "Gays for Trump", zur eigenen Homosexualität steht er nicht und wäre nach eigenen Angaben lieber heterosexuell. Inzwischen ist er nach eigenen Angaben mit einem US-Amerikaner verheiratet.
Abschiebung nach Visa-Verstoß und Gerichtsurteil
Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums reiste Milo Yiannopoulos 2019 legal in die USA ein. Sein Visum habe er jedoch überzogen, womit er gegen geltende Einwanderungsvorschriften verstoßen habe. Zudem sei er einem Termin vor dem zuständigen Einwanderungsgericht im Juli ferngeblieben. Daher wurde ein Abschiebungsbefehl gegen ihn erlassen, der am 29. August durchgesetzt wurde. Yiannopoulos selbst bestreitet diese Angaben und erklärte, er habe sich im regulären Verfahren zur Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung befunden und sei mit einem US-Amerikaner verheiratet.
Kritik an US-Abschiebungspraxis und Kehrtwende bei Trump-Unterstützung
Im Gespräch mit Piers Morgan schilderte Yiannopoulos die Bedingungen seiner Abschiebehaft als „demütigend“ und „erschreckend“. Er sprach von institutionalisierter Brutalität, die Inhaftierte wie Schwerkriminelle behandle. Noch 2023 hatte Yiannopoulos in sozialen Netzwerken offen für einen radikalen Anti-Einwanderungskurs Donald Trumps geworben und Massendeportationen gefordert. Nun erklärte er, diese Haltung zutiefst zu bereuen und seine Unterstützung für Trump als Fehler anzusehen.
Persönliche Konsequenzen und Aussagen zur eigenen Identität
Zu den privaten Folgen äußerte sich Yiannopoulos ebenfalls. Trotz früherer Selbstdarstellung als „Ex-Gay“ bestätigte er im Interview weiterhin eine Ehe mit einem Mann, schränkte jedoch ein, diese werde nicht mehr sexuell gelebt. Seine vorherige Rhetorik, etwa Herabwürdigungen von Frauen oder Verharmlosung von Gewalt, relativierte er, indem er auf persönliche Belastungen und politische Radikalisierung verwies. Eine öffentliche Entschuldigung blieb jedoch aus.
Weitere Entwicklung und Bleiberecht ungeklärt
Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien bleibt Yiannopoulos’ aufenthaltsrechtliche Perspektive in den USA offen. Das US-Heimatschutzministerium hält an der Rechtmäßigkeit der Abschiebung fest. Ob ein erneutes Einreiseverfahren Aussicht auf Erfolg hätte, ist bislang nicht bekannt. Aufgrund der öffentlichen Aussagen ist für US-Behörden eine Überprüfung des bisherigen Aufenthaltsstatus wahrscheinlich.