Direkt zum Inhalt

Schulbildung für LGBTIQ+ Keine gleichwertigen Bildungschancen für queere Menschen

Von ms - 04.11.2025 - 12:00 Uhr
Schulbildung für LGBTIQ+ bedroht
Foto: iStock / Spiderplay
ANZEIGE
Loading audio player...

Der unabhängige Experte der Vereinten Nationen (UN), Graeme Reid, Sachverständiger für den Schutz vor Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung im UN-Menschenrechtsrat und Direktor bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, schlägt jetzt Alarm: „Der Zugang zu sicherer, inklusiver und hochwertiger Bildung bleibt für viele lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und andere geschlechtsdiverse Schüler unerreichbar, die weltweit weiterhin weit verbreiteter Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung in Schulen ausgesetzt sind!“ 

Recht auf Bildung 

In seinem jüngsten Bericht an die UN-Generalversammlung warnte Reid davor, dass ein feindseliges Schulumfeld nicht nur das Recht auf Bildung untergräbt, sondern auch die umfassenderen Menschenrechtsverpflichtungen zu Gleichheit und Würde für alle unterbindet. „Bildung ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht an sich, sondern auch ein Multiplikator für Rechte. Wenn LGBT-Personen der inklusive Zugang zu Bildung verwehrt wird, werden die Grundsätze der Gleichheit und Gerechtigkeit für alle untergraben. Jeder Lernende hat das Recht, sich in einer Schule zu entfalten, die sicher, respektvoll und inklusiv ist“, so der Fachmann weiter. 

Lehrkräfte unter Druck 

Der Bericht zeigt dabei detailliert auf, dass homosexuelle und queere Schüler unverhältnismäßig häufig Mobbing, Belästigung und Gewalt erleben, zumeist durch Gleichaltrige, aber auch mitunter durch Lehrkräfte oder anderweitig Angestellte von Schulen. „Viele werden ausgegrenzt, gezwungen, sich zu outen, und mit Strafmaßnahmen belegt, während unterstützende Lehrkräfte mit Stigmatisierung und Vergeltungsmaßnahmen rechnen müssen. In zahlreichen Ländern verbieten restriktive Gesetze die Diskussion über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, was zu Fehlinformationen führt und Lehrkräfte, die ein inklusives Lernumfeld schaffen wollen, zum Schweigen bringt“, so Reid. 

Forderungen an UN-Mitgliedsstaaten

Es gebe auch positive Beispiele aus Ländern, die mit inklusiven Lehrplänen, Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer und Lehrerinnen aber auch mit Anti-Mobbing-Programmen punkten – doch diese seien bis heute deutlich in der Minderheit. „Bildung muss alle Lernenden befähigen, Vielfalt zu verstehen und zu respektieren. Die Staaten haben die dringende Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass kein Kind aufgrund seiner Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung zurückgelassen wird. Inklusive Bildung kommt allen zugute: Sie schafft sicherere Schulen, stärkere Gemeinschaften und gerechtere Gesellschaften.“

Der unabhängige Experte forderte daher die UN-Mitgliedsstaaten nachdrücklich dazu auf, inklusive Antidiskriminierungsgesetze zu verabschieden, umfassende Sexual- und Gesundheitserziehung in die Lehrpläne der Schulen zu integrieren und sichere und vertrauliche Meldemechanismen bereitzustellen. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDÜberraschendes Geständnis von Maite Kelly - Ich könnte mich auch in eine Frau verliebenrbb24CSD-Anschlag: Regenbogenbank im Tiergarten immer wieder beschädigtFrankfurter Allgemeine ZeitungBrief aus Istanbul: Das Jahrhundert der AbzockeMOPO„Schwule Scheiße“: St. Pauli-Buhmann Behrens relativiert seine Skandal-AussagenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.
Queere Jugendliche in Wien

Mehr Angst vor Anfeindungen

Anfeindungen und Gewalt belasten queere Jugendliche in Wien zunehmend. Experten warnen vor psychischen Folgen und fordern bessere Hilfsangebote.
Russlands Strafen explodieren

Rekordbußen gegen LGBTIQ+

Russland verschärft die Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen: 2025 stiegen die Geldstrafen um 83 Prozent, die Verfahren um ein Drittel.
Verbot spaltet Tasmanien

Streit um Homo-Heilung

Tasmanien will über ein Verbot von Konversionsmaßnahmen abstimmen. Während die Befürworter auf Schutz drängen, warnen Gegner vor Einschränkungen.
Behrens rechtfertigt Eklat

Kicker betont "dumme Aussage“

Zwei Jahre nach seinem homophoben Spruch spricht Fußballer Kevin Behrens über die Folgen des Eklats, Anfeindungen und Probleme bei der Vereinssuche.
Niederlande zeigen Lila

Statement gegen Ausgrenzung

Am „Lila Freitag“ zeigen die Niederlande heute Solidarität mit LGBTIQ+-Jugendlichen vor dem Hintergrund sinkender Akzeptanz gegenüber Homosexuellen.