Saudi-Arabien wirbt um Gäste LGBTIQ+-Besucher im Fokus für 2034
Saudi-Arabien bemüht sich in diesen Tagen darum, LGBTIQ+-Besucher im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2034 zu beruhigen. Gleichzeitig bleibt Homosexualität in dem Königreich weiterhin kriminalisiert und kann nach dem dortigen Recht mit der Todesstrafe geahndet werden.
Das Wichtigste im Überblick
- Saudi-Arabien will LGBTIQ+-Besucher zur Fußball-Weltmeisterschaft 2034 willkommen heißen.
- Homosexualität bleibt im Land kriminalisiert und kann mit der Todesstrafe bestraft werden.
- Die Regierung verweist auf gesellschaftliche Veränderungen und mehr Offenheit gegenüber internationalen Gästen.
- Menschenrechtsaktivisten warnen vor einer Trennung zwischen der Behandlung ausländischer Besucher und der Situation für saudische Bürger.
Bedenken vor WM zerstreuen?
Der Golfstaat hat in den vergangenen Jahren versucht, sein internationales Image unter Kronprinz Mohammed bin Salman zu verändern. Dazu gehören unter anderem die Erlaubnis für Frauen, Auto zu fahren, die Wiedereröffnung von Kinos und die Öffnung für nicht-muslimische Touristen. Auch die LGBTIQ+-Reisebranche beobachtet die Entwicklung. Das US-amerikanische LGBTIQ+-Reiseunternehmen VACAYA kündigte für Frühjahr 2027 eine „Arabian Nights“-Kreuzfahrt an, die von Dschidda nach Ägypten führen soll. Nach Angaben des Unternehmens konnten sich „LGBTIQ+-Besucher jahrzehntelang kaum vorstellen, überhaupt einen Fuß in das Königreich zu setzen“. Gleichzeitig habe sich vor dem Turnier nun aber ein „ruhiger, aber bemerkenswerter Wandel“ entwickelt, wie das Reiseunternehmen vermitteln will. Wahrheit oder doch eher Fiktion?
Offizielle Stellen betonen: Alle sind willkommen
Saudi-arabische Behörden versichern, dass Besucher der Weltmeisterschaft unabhängig von ihrer Herkunft willkommen seien. Auf der offiziellen Tourismus-Webseite „Visit Saudi“ heißt es: „Jeder ist willkommen.“ Gleichzeitig werden Reisende aufgefordert, „unsere Kultur und Traditionen zu respektieren und unsere Gesetze zu befolgen“. Der saudische Aktivist und Anwalt Tariq Aziz sieht die Situation jedoch kritisch. „Es gibt zwei Saudi-Arabien: eines, das für Ausländer gedacht ist, toleranter und offener, und ein anderes, das für Bürger gedacht ist“, sagte er. Aziz gibt an, 2022 wegen der „Förderung von Homosexualität“ festgenommen worden zu sein. Später erhielt er in den USA den Flüchtlingsstatus.
Menschenrechtler warnen vor Grenzen der Öffnung
Auch andere Aktivisten und Kenner des Landes berichten, dass die Behörden gleichgeschlechtliche Beziehungen zwar häufig tolerieren würden, aber nur, solange diese privat bleiben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International weist indes darauf hin, dass die öffentliche Unterstützung von LGBTIQ+-Rechten „kriminalisiert ist und zu einer Gefängnisstrafe führen kann“. Die Debatte über die Rolle Saudi-Arabiens als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2034 begleitet damit weiterhin die Frage, wie internationale Besucherrechte und die Situation queerer Menschen im Land miteinander vereinbar sein sollen.