Direkt zum Inhalt

Konstant falsche Anrede Schwedischer Skifahrer Elis Lundholm wird von NBC misgendert

Von mr - 12.02.2026 - 14:30 Uhr
Schwedischer Skifahrer Elis Lundholm wird von NBC misgendert
Foto: © IMAGO / Bildbyran
ANZEIGE
Loading audio player...

Elis Lundholm, erster offen trans* Mann im Winterolympischen Wettbewerb und Hoffnungsträger für das schwedische Skiteam, wurde während der Übertragung seines Wettkampfs wiederholt von NBC Sports misgendert. Trotz Lundholms öffentlicher Identifikation als trans* Mann und der Nutzung des Pronomens "er" für sich selbst, verwendeten die Kommentatorinnen und Kommentatoren konstant die falsche Anrede. Der Zwischenfall sorgte in der internationalen Sportlandschaft für reges Aufsehen und eine sofortige Reaktion seitens des Senders.

 

Olympiapremiere weckt breites Interesse

Die Präsenz von Lundholm bei den Winterspielen markiert einen historischen Moment: Er ist der weltweit zweite offen trans* männliche Olympiateilnehmer und der erste in einem offiziellen Winterwettbewerb. Im Rahmen der aktuellen Reglements der Internationalen Skiföderation startete er in der Frauenkategorie, was die Komplexität und Herausforderungen für trans* Athletinnen und Athleten besonders sichtbar macht. Im Jahr 2026 so viele offen queere Sportlerinnen und Sportler wie noch nie für 13 Nationen in neun Disziplinen an – ein neuer Meilenstein hinsichtlich Vielfalt und Sichtbarkeit im olympischen Wintersport.

 

NBC entschuldigt sich offiziell für Fehler

NBC Sports reagierte rasch und entschuldigte sich offiziell für das wiederholte Misgendern von Lundholm 

„NBC Sports nimmt diese Angelegenheit sehr ernst. Wir haben umgehend gehandelt und den betreffenden Stream, der von einem internationalen Feed mit nicht NBC-eigenen Kommentatorinnen und Kommentatoren stammte, entfernt“, erklärte eine Sprecherin des Senders. 

Das Team wolle sicherstellen, dass sich derartige Fehler nicht wiederholen. Unterstützung erhielt Lundholm auch von anderen Sportlerinnen und Sportlern, die im olympischen Kontext mehr Sensibilität und Fortbildung hinsichtlich Geschlechtsidentitäten fordern.

 

Ein historischer, aber steiniger Weg für trans* Sportlerinnen und Sportler

Trans* Athletinnen und Athleten stehen weiterhin vor mehrfachen Hürden: Einerseits sind Reglements und Teilnahmekategorien international nach wie vor umstritten, andererseits beklagen Betroffene häufig Diskriminierung bis hin zu öffentlicher Fehlansprache. Fachverbände und Initiativen setzen sich daher verstärkt für mehr Anerkennung und Aufklärung innerhalb der Sportwelt ein. In Deutschland fordern entsprechende Organisationen wie der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt eine strukturelle Anpassung der Regeln sowie gezielte Schulungen für alle Beteiligten.

Durch die scharfe öffentliche Resonanz und das schnelle Eingreifen des TV-Senders rückt die Frage der Sensibilität im Umgang mit trans* Sportlerinnen und Sportlern erneut in den Mittelpunkt. Die Olympia-Teilnahme von Elis Lundholm sendet ein starkes Signal: Inklusivität und Respekt sind keine Nebensachen mehr, sondern müssen elementarer Bestandteil des Sportjournalismus und des olympischen Gedankens sein. Die kommenden Wettbewerbe werden zeigen, ob für Athletinnen und Athleten aller Geschlechter gleiche Bedingungen und Respekt zum neuen Standard werden.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queere Vielfalt im Tierreich

Wenn Widder auf Widder stehen

Manche Widder bevorzugen andere Männchen. Gleichgeschlechtliches Verhalten ist weit verbreitet – was Studien zeigen und wo Vergleiche hinken.
Ältere Brüder, schwule Söhne?

Was die Forschung wirklich zeigt

Ältere Brüder und schwule Söhne: Studien finden Zusammenhänge. Doch die Ursache ist nicht bewiesen – und die Statistik bleibt umstritten.
Dresden holt den EuroPride

Rückkehr nach 25 Jahren

Dresden richtet den EuroPride 2029 aus. Nach 25 Jahren kehrt das europäische Pride-Event nach Deutschland zurück. Das Motto setzt auf Brücken.
Streit um Pornoseiten

Sperren vorerst gestoppt

Pornhub und YouPorn müssen vorerst nicht gesperrt werden. Das OVG NRW verweist auf EU-Recht. Der Streit um wirksamen Jugendschutz geht weiter.
Empörung auf Bestellung

Ragebait ist Jugendwort 2026

„Ragebait“ ist das Jugendwort 2026. Was der Begriff bedeutet, warum Provokation Reichweite bringt und was die LGBTIQ+-Community daraus lernen kann.
Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.