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Neuer Todesfall in Brasilien Ermittlungen wegen möglichem Hassverbrechen in São Paulo

Von ms - 12.02.2026 - 13:30 Uhr
Aktivistin in São Paulo getötet
Foto: IMAGO / TheNews2
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Erneut ist in Brasilien ein queerer Mensch grausam ermordet worden: Der Tod einer bekannten trans* Aktivistin namens Sheila in São Paulo im Zentrum der brasilianischen Metropole hat große Bestürzung in der LGBTIQ+-Community ausgelöst. Nach Angaben der örtlichen Behörden wird der Fall als „mögliches vorurteilsgeleitetes Tötungsdelikt“ untersucht. Ein Zivilpolizist hat die Tat bereits gestanden.  

Mord auf offener Straße 

In einem Überwachungsvideo wenige Minuten vor dem Mord wurde festgehalten, wie Sheila dem Polizisten Paulino Domiciano Antônio hinterherläuft, kurz darauf hörten Anwohner mehrere Schüsse und alarmierten die Militärpolizei. Sheila wurde auf der Straße liegend mit einer Schussverletzung im Brustbereich aufgefunden, die trans* Aktivistin starb noch vor Ort am Tatort. Der tatverdächtige Zivilpolizist stellte sich Stunden nach der Tat freiwillig gegenüber seinem Vorgesetzten. Dabei gab er zu Protokoll, dass er Opfer eines versuchten Raubüberfalls gewesen sein und sich deswegen habe wehren müssen. Die Aktivistin habe ihm den Ehering stehlen wollen. 

Die Militärpolizei sowie die örtliche Mordkommission haben inzwischen die Ermittlungen übernommen und werten aktuell das weitere Videomaterial aus, das unter anderem auch zeigt, wie sich der Tatverdächtige und das spätere Opfer zuvor unterhalten haben. Nach Aussage von Anwohnern habe der Schütze vor dem Mord mehrere queerfeindliche Beleidigungen gerufen. 

Community trauert 

Die Aktivistin galt als engagierte Stimme für die Rechte von trans* Menschen, ihr Einsatz für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung habe sie über Jahre hinweg geprägt, heißt es aus dem Umfeld der Community. Mit ihrem Tod verliere die Bewegung eine wichtige Persönlichkeit. Zugleich rücke der Fall die anhaltende Gewalt gegen trans* Menschen in Brasilien erneut in den Fokus. 

Brasilien zählt seit Jahren zu den Ländern mit besonders hohen Zahlen tödlicher Gewalt gegenüber trans* Personen. Menschenrechtsorganisationen verweisen dabei immer wieder auf strukturelle Diskriminierung und fehlende wirksame Schutzmaßnahmen. Der Mord in São Paulo verdeutliche die Dringlichkeit politischer und gesellschaftlicher Gegenmaßnahmen, um Schutz, Anerkennung und Teilhabe sicherzustellen, so ein Sprecher der Trans Murder Monitoring-Organisation.

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