Direkt zum Inhalt
Russland perfide Fallen

Russland perfide Fallen Unter Folter sollen inhaftierte Homosexuelle andere Männer verraten

ms - 08.07.2024 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Einmal mehr locken die russischen Behörden schwule Männer bewusst in eine Falle, um ihnen anschließend den Prozess zu machen – derzeit scheinen sie es vor allem auch auf schwule Pornodarsteller abgesehen zu haben. Nach Angaben der unabhängigem russischen Medienplattform Novaya Gazeta Europe hat die russische Polizei dafür zunächst den Leiter eines Pornostudios inhaftiert und anschließend erpresst. 

Perfide Fallen

Unter Vorgabe, Fans des Pornoanbieters USSRBoy zu sein, lockten russische Ermittler demnach den Produzenten Matvey Volodin in die russische Republik Dagestan. Dort angekommen, wurde Volodin offenbar festgenommen, sein Telefon beschlagnahmt und er selbst immer wieder gefoltert. 

Volodins Anwalt erklärte inzwischen gegenüber der LGBTI*-Organisation North Caucasus SOS, die Polizei habe den Filmemacher gezwungen, andere schwule Männer und Darsteller über Dating-Apps wie Hornet anzuschreiben und sie zu einem vermeintlichen Filmdreh in Volodins Wohnung  einzuladen. Nahmen die Männer das Angebot an, wurden sie schlussendlich vor Ort von der russischen Polizei verhaftet und wegen der Verbreitung von Pornografie angeklagt.  

Erpressungsversuche gehen weiter

Wie viele Homosexuelle bisher so in das Netz der Behörden gerieten, ist unklar, die Rede ist aber von mindestens fünf schwulen Männern. Volodin selbst befindet sich offenbar derzeit weiter in Untersuchungshaft, nach Angaben der russischen Webseite Parni+ werden ihm auch seine Medikamente verweigert, Volodin ist HIV-positiv.   

Novaya Gazeta Europe hat inzwischen Kontakt zu weiteren schwulen Männern und Darstellern aufgenommen, allem Anschein nach geht die russische Polizei mit dieser Taktik weiter gegen Homosexuelle im Land vor und versucht die jeweils Inhaftierten unter Folter dazu zu zwingen, andere Schwule oder Kollegen aus dem Hardcore-Business ans Messer zu liefern. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.
Rauswurf aus US-Militär

Erste trans* Soldaten betroffen

Offenbar ist das US-Militär trotz laufender Gerichtsverfahren dabei, erste trans* Soldaten nach einem Dekret des US-Präsidenten zu entlassen.
Eklat um Coachella Festival

Spenden an Anti-LGBTIQ+-Gruppen

Die Veranstalter des eigentlich queer-positiven Coachella Festivals in den USA spendeten Hunderttausende Dollar teilweise an Anti-LGBTIQ+-Verbände.
Kirche von Wales

Segnung homosexueller Paare

Die Kirche von Wales wird dauerhaft Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen. Ein deutliches Statement gegen die Kirche von England.
Rechte Gewalt in Brandenburg

Verstärkter Einsatz der Polizei

Rechte Hetze und Gewalt hat in Brandenburg 2025 zugenommen, die Täter hatten es dabei verstärkt auf homosexuelle Männer abgesehen.
Ex-Rugbystar Gareth Thomas

Kampagne gegen Drogenkonsum

Der schwule britische Ex-Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas will mit einer neuen Kampagne vor Chemsex und Drogen in der Community warnen.
Charlie Kirk Act in Tennessee

Neues Gesetz nach Mordfall

Im US-Bundesstaat Tennessee könnte bald der Charlie Kirk Act in Kraft treten; das Gesetz verbietet Protest gegen Anti-LGBTIQ+-Redner an Schulen.