Regenbogenstreifen beschädigt Anklage gegen Chef einer rechtsextremen Partei in Kanada
Der Vorsitzende einer rechtsextremen Partei in der kanadischen Provinz British Columbia steht nach der Beschädigung eines LGBTIQ+-Regenbogen-Zebrastreifens vor strafrechtlichen Konsequenzen. Amrit Birring von der Freedom Party of British Columbia hatte ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie er gemeinsam mit einem weiteren Mann die Straßenmarkierung mit schwarzer Farbe übersprüht.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Vorsitzende einer rechtsextremen Partei in Kanada muss sich wegen der Beschädigung eines LGBTIQ+-Regenbogen-Zebrastreifens verantworten.
- Amrit Birring veröffentlichte ein Video, das ihn beim Übersprühen der Markierung in Surrey zeigt.
- Gemeinsam mit Errol Povah wurde er wegen Sachbeschädigung mit einem Schaden von mehr als 5.000 kanadischen Dollar angeklagt.
- Die Polizei teilte mit, dass Povah den Zebrastreifen später erneut beschädigt haben soll.
- Surrey Pride verurteilte die Tat und sprach von einem Angriff auf ein Symbol der Gemeinschaft.
Hass-Triade vor laufender Kamera
Birring veröffentlichte die Aufnahme auf seinem X-Konto. Dazu schrieb er: „Rettet eure Kinder vor Pädophilie.“ Das Video zeigt Birring und den von CTV News als Errol Povah identifizierten Mann, wie sie mit schwarzer Sprühfarbe über den Regenbogen-Zebrastreifen in einem Stadtzentrum-Viertel von Surrey schreiben. Im Hintergrund ist das Lied „Fortunate Son“ von Creedence Clearwater Revival zu hören. Anschließend wendet sich Birring an die Kamera und sagt: „Ihr müsst für eure Kinder einstehen! Sonst werden eure Kinder lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender oder queer. Eure Tochter wird ein anderes Mädchen heiraten! Es liegt an euch, das zu verhindern!“
Danach kommt Povah erneut ins Bild. Er sagt: „Lasst euch ein paar Eier wachsen, Leute. Kommt raus und macht Dinge wie diese, denn das ist Tyrannei. Nicht das, was wir tun, sondern das, was die Stadt getan hat. Das ist Tyrannei. Und wenn Tyrannei herrscht, ist Widerstand Pflicht.“ Nach Angaben von CTV News wurde Birring kurz nach der Veröffentlichung des Videos festgenommen. Der Polizeidienst von Surrey teilte mit, dass gegen Birring und Povah jetzt offiziell Anklage erhoben wurde.
Beiden wird jeweils eine Straftat wegen Sachbeschädigung mit einem Schaden von mehr als 5.000 kanadischen Dollar vorgeworfen. Die Polizei erklärte außerdem, dass Povah nur einen Tag nach der Genehmigung der Anklage durch die Staatsanwaltschaft von British Columbia erneut zu dem Ort zurückgekehrt sei. Dort habe er denselben Regenbogen-Zebrastreifen nochmals beschädigt.
Surrey Pride verurteilt Beschädigung
Die Organisation Surrey Pride verurteilte die Tat in einer Stellungnahme: „Surrey Pride BC steht nach der hasserfüllten Beschädigung des Regenbogen-Zebrastreifens von Surrey Central fest an der Seite unserer Gemeinschaft“, erklärte die Organisation. Weiter hieß es: „Der Schaden an diesem Symbol war nicht einfach nur eine Tat gegen Farbe auf Asphalt. Der Regenbogen-Zebrastreifen steht für Tausende Geschichten, Identitäten, Familien und Leben, die Surrey zu der lebendigen und vielfältigen Stadt machen, die sie heute ist. Er ist ein Symbol für Zugehörigkeit, Sicherheit und das Versprechen, dass jeder Mensch gesehen, wertgeschätzt und respektiert werden sollte.“
Surrey Pride erklärte außerdem, die Aktion habe zwar darauf abgezielt, „zu spalten und einzuschüchtern“. Stattdessen habe sie jedoch die Stärke der LGBTIQ+-Gemeinschaft in Surrey sichtbar gemacht. „Jeder Versuch, uns auszulöschen, wird mit größerer Sichtbarkeit beantwortet. Jede hasserfüllte Handlung wird mit stärkerer Solidarität beantwortet. Jeder Versuch, Menschen in die Schatten zu drängen, wird dadurch beantwortet, dass Menschen stolz ins Licht treten.“ Die Organisation lobte zudem die Behörden der Stadt Surrey für ihr schnelles Handeln. „Verantwortlichkeit ist wichtig“, erklärte Surrey Pride. „Genauso wichtig ist die Gemeinschaft.“