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Mordfall Lyra McKee Familie fordert Gerechtigkeit für lesbische Journalistin

Von ms - 09.07.2026 - 12:30 Uhr
Mord an lesbischer Journalistin
Foto: Wikipedia / International Journalism Festival from Perugia / William Graham
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Ein Gericht in Nordirland hat drei Männer vom Vorwurf des Mordes an der lesbischen Journalistin und Autorin Lyra McKee freigesprochen. Die 29-Jährige war im April 2019 während ihrer Berichterstattung über Ausschreitungen in Derry von einer Kugel getroffen worden und ums Leben gekommen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die lesbische Journalistin und Autorin Lyra McKee wurde 2019 während einer Berichterstattung über Ausschreitungen in Derry erschossen.
  • Ein Gericht in Nordirland hat drei angeklagte Männer vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.
  • Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen vorgeworfen, den Schützen unterstützt oder zu der Tat ermutigt zu haben.
  • Der tatsächliche Schütze wurde bislang nicht identifiziert.
  • McKees Familie und Reporter ohne Grenzen fordern weiterhin, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Viele offene Fragezeichen 

Der tatsächliche Schütze wurde bislang nicht identifiziert. Die irisch-republikanische paramilitärische Gruppe New IRA hatte die Verantwortung für McKees Tod übernommen. Nach Angaben des britischen Guardian waren der 25-jährige Jordan Devine, der 58-jährige Paul McIntyre und der 38-jährige Peter Cavanagh wegen Mordes angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, die drei Männer hätten den Schützen während der Ausschreitungen unterstützt und dazu ermutigt, das Feuer zu eröffnen. Dadurch sei McKees Tod verursacht worden.

Im Februar hatte Richterin Patricia Smyth vom Belfast Crown Court den Einwand der Verteidigung zurückgewiesen, wonach die Beweise nicht ausgereicht hätten, um den Prozess gegen die drei Männer zu führen. Nun allerdings sprach Smyth die Angeklagten vom Mordvorwurf frei. Sie erklärte, dass „die Beweise gegen diejenigen, denen vorgeworfen wurde, die Tat unterstützt oder dazu ermutigt zu haben, nicht für eine Verurteilung ausgereicht haben“. Und weiter: „Der Mord an Lyra McKee war ein Akt sinnloser Gewalt. Ich möchte die Familie und Freunde von Lyra McKee würdigen, die einen langwierigen Prozess ertragen mussten, der ihnen wenig, wenn überhaupt, Trost oder Erleichterung gebracht hat, und ich bedaure dies.“

Schock über Urteil

McKees Schwester Nichola Corner bezeichnete das Urteil nach der Verkündung vor dem Gericht als „vollständigen und absoluten Schock“. Sie betonte weiter: „Die Beweise haben der Prüfung nicht standgehalten, die Smyth erwartet hatte, um den Fall erfolgreich abzuschließen. Das bedeutet, dass dieses System Lyra vollständig im Stich gelassen hat – ebenso wie unsere Familie und Nordirland.“ Sie machte eine „Kultur des Schweigens“ in Nordirland für die fehlenden Zeugenaussagen verantwortlich. „Mehr als 150 Menschen haben dieses Ereignis am 18. April 2019 beobachtet; nicht eine einzige dieser 150 Personen ist mit Informationen nach vorne getreten, die den Fall der Polizei und die Anklage hätten unterstützen können. Diese Kultur des Schweigens muss in Nordirland beendet werden!“ Corner erklärte außerdem, ihre Familie werde weiterhin für Gerechtigkeit für ihre Schwester kämpfen.

Forderung nach weiterer Aufklärung

Auch Reporter ohne Grenzen forderte die Behörden auf, die Ermittlungen fortzusetzen. Die Organisation verlangte in einer Stellungnahme, die Behörden sollten „weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Verantwortlichkeit herzustellen und sicherzustellen, dass diejenigen, die für Lyra McKees Tod verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden“. Nach Angaben von BBC News hatte der maskierte Schütze vier Schüsse in Richtung der Polizei abgegeben, während McKee die Ausschreitungen im Jahr 2019 beobachtete.

Sara Canning, McKees Partnerin zum Zeitpunkt ihres Todes, sagte dem Sender, sie kenne den Schützen und wisse, wie er aussehe. Nach ihrer Darstellung habe der Täter vor einem MTV-Dokumentationsteam, das die Unruhen filmte, „angeben“ wollen. Er habe den Ort jedoch verlassen, bevor es zur weiteren Schießerei gekommen ist. „Ich hoffe, du kannst nachts nicht schlafen“, sagte Canning über den Schützen. „Ich hoffe, dass es dich jede wache Minute verfolgt.“

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