Direkt zum Inhalt
Falsche Kondome im Umlauf
ANZEIGE

Falsche Kondome im Umlauf Gefährliche Ware auf dem Weg nach Europa

ms - 09.07.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat eine grenzüberschreitende Lieferstruktur für gefälschte Kondome aufgedeckt. Die Produkte wurden unter dem Namen und Logo mehrere bekannten Marken vertrieben und gelangten in mehreren Lieferungen nach Europa. Weitere Details hierzu nannte die Behörde nicht. Nach den Ermittlungen führte die Spur über verschiedene Länder bis zu einer gemeinsamen Quelle in China.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat ein internationales Netzwerk hinter gefälschten Kondomen aufgedeckt.
  • Mehr als 200.000 Kondome wurden mit namhaften Herstellernamen nach Europa gebracht.
  • Die Ermittlungen führten über mehrere Länder zu einer gemeinsamen Quelle in China.
  • Die gefälschten Kondome erfüllten laut OLAF wichtige Sicherheitsanforderungen nicht.
  • Die Ware war falsch als Spielzeug deklariert worden, um Kontrollen zu umgehen.

Falsche Angaben beim Zoll

Ausgangspunkt der Untersuchungen waren Hinweise nationaler Behörden. Daraufhin nahm OLAF die Ermittlungen auf und analysierte verschiedene Datenbanken. Zusammen mit Zollbehörden untersuchten die Ermittler beschlagnahmte Kondome aus Rumänien, Serbien und Spanien. Die Auswertungen ergaben, dass die Lieferungen offenbar auf denselben Hersteller zurückzuführen waren. „Gefälschte Kondome sind gefährlich. Sie sind weder getestet noch kontrolliert oder sicher. Sie können die Verbreitung sexuell übertragbarer Infektionen begünstigen. Deshalb hat OLAF die Netzwerke hinter diesem illegalen Handel ins Visier genommen“, sagte OLAF-Generaldirektor Petr Klement nach Abschluss der Untersuchung in Brüssel.

Gemeinsam mit den chinesischen Behörden konnte OLAF den Exporteur der Sendungen ermitteln. Nach Angaben der Behörde hatten die Verantwortlichen die Ware als Spielzeug angegeben, um Zoll- und Sicherheitskontrollen zu umgehen. In der Europäischen Union werden Kondome als Medizinprodukte eingestuft. Vor dem Verkauf müssen sie deshalb strenge Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dazu zählen eine CE-Kennzeichnung sowie die Einhaltung der vorgeschriebenen Normen.

Mängel bei Sicherheitsprüfungen 

Nach Angaben von OLAF bestanden die sichergestellten Produkte zahlreiche vorgeschriebene Prüfungen nicht. Dazu gehörten Untersuchungen auf mikrobielle Verunreinigungen, Tests zur Dichtigkeit sowie Kontrollen von Größe, Haltbarkeit und Stabilität. Die Behörden warnen davor, dass die Verwendung solcher Produkte das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen und ungewollte Schwangerschaften erhöhen kann. Außerdem könnten Verbraucher mit gesundheitsschädlichen Chemikalien oder ungeeigneten Materialien in Berührung kommen. Der geschätzte Marktwert der beschlagnahmten Fälschungen liegt bei mehr als 200.000 Euro.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erstes nationales Denkmal

Gedenkstätte auf Friedhof Sihlfeld

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein öffentliches Denkmal für die Opfer von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen eingeweiht.
Rücktritt gefordert

Kirche schweigt nach CSD-Anschlag

Der Passauer Bischof Oster hat bei einer Predigt queere Menschen und Veranstaltungen wie den CSD offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Aus Scham wird Stärke

Vom Escort zum Tarot-Coach

Ein ehemaliger Gay-Escort macht persönliche Erfahrungen mit Scham und Trauma zum Ausgangspunkt für seine Arbeit mit Tarot.
Instagram greift durch

Heimliche Videos stoppen

Instagram verschärft den Kampf gegen heimliche Aufnahmen mit Smartbrillen und sperrt erstmals Konten mit Millionenpublikum.
Hass-Konferenzen in Afrika

Erweiterte Pläne für 2027

Ein afrikanisches Anti-LGBTIQ+-Netzwerk will seine Aktivitäten 2027 deutlich ausbauen und strebt langfristig Einfluss auf Gesetze an.
"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.