Razzia in Uganda Zwei Beamte wegen unmenschlichem Verhalten angeklagt
Bei einer Razzia einer LGBTI*-Notunterkunft in Ugandas Hauptstadt Kampala wurden die Bewohner der Anlage beschuldigt, das Corona-Virus verbreitet zu haben. Doch laut Sky News war das nur ein Vorwand: Bei den Festnahmen ging es in Wahrheit um die Schwulen, die in der Einrichtung lebten, und die man weg haben wollte. Die Bewohner wurden zusammengetrieben, mit Stöcken geschlagen und schließlich mit aneinander gefesselten Händen abgeführt.
19 Bewohner der Notunterkunft wurden angeklagt und fast 50 Tage lang eingekerkert. Während dieser Zeit hatten sie keinen Zugang zu wichtigen HIV-Medikamenten oder zu Anwälten. Freigelassen wurden die Männer erst durch das Engagement internationaler Menschenrechts-Organisationen. Sämtliche Anklagepunkte wurden fallen gelassen. Zudem gab es laut Rights Africa für jeden eine Entschädigung über 5,3 Millionen Ugandischen Schilling (etwa 1.225 Euro).
Das Human Rights Awareness and Promotion Forum klagte nun den für das Gefängnis zuständigen Philimon Woniala und den Stadtrat-Vorsitzenden Hajji Abdul Kiyimba wegen Folter an. Die Verhandlung findet am 23. September statt.