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„Raubtier“ von London

„Raubtier“ von London Friseur vergewaltigte hunderte Männer und infizierte sie mit HIV

ms - 22.09.2025 - 15:00 Uhr
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Ein unfassbarer Fall erschüttert aktuell die Gay-Community in der britischen Hauptstadt: Der 42-jährige Friseur Jonathan Carl hat hunderte Männer vergewaltigt und absichtlich mit HIV infiziert. Während Carl zu 17 Jahren Haft verurteilt wurde, suchen die Ermittler jetzt nach weiteren Opfern. Der leitende Ermittler spricht vom „Raubtier von London“.

Polizei geht von hunderten Opfer aus

Carl suchte dabei von 2019 bis 2023 seine späteren Opfer auf den zwei schwulen Dating-Apps Grindr und Scruff aus, die Metropolitan Police geht von über vierhundert Kontakten aus. Nach derzeitigem Ermittlungsstand kann es sein, dass der 42-Jährige bis zu 318 Männer absichtlich mit HIV angesteckt hat. Bisher konnte die Polizei 82 Opfer ausfindig machen, einige von ihnen wurden bereits positiv auf die Viruskrankheit getestet. Mit einer groß angelegten Informationskampagne in den Medien bittet die Londoner Polizei daher nun alle Männer, die Sex mit dem Friseur hatten, sich umgehend testen zu lassen. Zu diesem Zweck veröffentlichte die Behörde jetzt auch das Foto des Mannes. 

Vergewaltigung von unsicheren Männern

Nachdem sich einige Missbrauchsopfer bei der Polizei gemeldet hatten, war Carl von der Polizei festgenommen worden. Der 42-Jährige lebte im Osten der Hauptstadt, im Viertel Hornchurch, direkt über einem Fish-and-Chips-Laden. Nach und nach wurde das Ausmaß der Taten bekannt. Carl soll hunderte Männer vergewaltigt haben, dabei suchte er sich stets jene Männer aus, die wehrlos wirkten: „Er hat gezielt schwache Menschen ausgesucht. Es gibt viele Männer, mit denen er gesprochen hat und die zugegeben haben, dass sie schwach sind. Einige waren sich auch ihrer Sexualität unsicher. Für einige von ihnen war es der erste sexuelle Kontakt“, so Kriminalinspektorin Sarah Bishop. 

Und Detective Superintendent Lewis Basford erklärte überdies: „Carl war ein Raubtier, ein räuberischer Mensch. Wir haben Nachrichten und Informationen, die uns zu der Annahme veranlassen, dass es Opfer von Vergewaltigungen gibt, die sich noch nicht bei der Polizei gemeldet haben. Es könnte eine beträchtliche Anzahl sehr schutzbedürftiger Personen geben, die Opfer von diesen Vergewaltigungen wurden.“ 

17 Jahre Haft für schwulen Massenvergewaltiger 

Zudem betonte Basford weiter: „Unsere Ermittlungen haben das Ausmaß von Carls Straftaten aufgedeckt und dafür gesorgt, dass er vor Gericht gestellt wurde. Wir sind jedoch weiterhin äußerst besorgt um das Wohlergehen derjenigen, die noch nicht identifiziert wurden. Seien Sie versichert, dass Sie nicht allein sind – wir sind hier, um Ihnen zu helfen.“ Kollegin Bishop rief deswegen alle Opfer dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Die Polizei arbeitet außerdem mit den zwei schwulen Dating-Apps zusammen, die potenzielle Kontakte des Täters direkt kontaktieren sollen. 

Carl wurde wegen Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung derweil zu 17 Jahren Haft verurteilt, auch wenn es noch lange dauern könnte, alle seine Opfer ausfindig zu machen. Der 42-Jährige bekannte sich vor Gericht schuldig und bestätigte auch seine gezielte Absicht, möglichst viele Männer absichtlich mit HIV anzustecken. Nebst der Gefängnisstrafe verfügten die Richter darüber hinaus nach dem Ende seiner Haftzeit eine 15-jährige Meldepflicht – sollte Carl einen neuen potenziellen Sexualpartner haben, hat er diesen binnen von drei Tagen der Polizei mitzuteilen und dem Mann zudem seinen HIV-Status offenzulegen. 

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