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Radikalisierung in Nigeria Regierung will „moralische Integrität“ gegen Schwule verteidigen

Von ms - 18.09.2025 - 15:00 Uhr
Radikalisierung in Nigeria
Foto: IMAGO / Dreamstime
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Nigeria radikalisiert sich in puncto LGBTIQ+ immer weiter – nun hat Gouverneur Abba Yusuf aus dem Bundesstaat Kano einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der gleichgeschlechtliche Ehen und „weitere unmoralische Praktiken“ zwischen Schwulen und Lesben verbieten soll – im „Bestfall“ im ganzen Land. 

Gesetzvorhaben als Abschreckung 

Im Grunde ist das neu vorgelegte Gesetz lächerlich, denn in dem afrikanischen Land am Golf von Guinea sind homosexuelle Handlungen bereits illegal. Landesweit sind dabei Gefängnisstrafen von bis zu 14 Jahren vorgesehen, in zwölf nördlichen Bundesstaaten wird zudem das islamische Recht, die Scharia, angewandt, die Homosexualität mit der Todesstrafe durch Steinigung belegt. Kano ist einer jener Bundesstaaten, die die Scharia anwendet. 

Warum also ein Verbot von homosexuellen Ehen? Es dürfte vor allem eine symbolische Abschreckung sein, die Yusuf im Sinn hat und zeigt eine weitere Radikalisierung im Kampf gegen Schwule und Lesben. Der Gouverneur selbst begründet das geplante Verbot von Homo-Ehen zudem mit dem Kampf gegen fremde westliche Kulturen – es dürften sich im Bundesstaat keine Ideen durchsetzen, welche den Traditionen oder der Religion entgegenstehen, so der Gouverneur. Die Regierung müsse jederzeit für die „moralische Integrität der Gesellschaft“ Sorge tragen. Nur so könne das „kulturelle und religiöse Erbe von Kano“ auch für die künftigen Generationen bewahrt werden. 

Schwule sind Freiwild im Land 

Das neue Gesetz sieht hohe Haftstrafen für alle jene vor, die eine gleichgeschlechtliche Ehe „oder etwas ähnliches“ geschlossen haben. Offenbar reicht es für einen Schuldspruch künftig bereits aus, wenn sich zwei homosexuelle Menschen ihre Verbundenheit gegenüber erklärt haben. Die Situation im Land nimmt indes immer weiter an Dramatik zu, seit letztem Jahr kommt es bereits verstärkt und Hetzjagden, Lynchjustiz und Morden von homophoben Mobs, angeheizt durch Politiker und die Kirche. Laut Amnesty International sollen in den letzten zehn Jahren mindestens 555 Homosexuelle im Land ermordet worden sein, stets ohne Konsequenzen für die Täter. Zuletzt sorgte im Bundesstaat Kano der Mord an zwei Schülern für Schlagzeilen – die beiden Kinder waren von ihren Mitschülern auf dem Schulhof totgeschlagen worden, weil man sie vermeintlich für schwul hielt. 

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