Direkt zum Inhalt
Kampf den sozialen Medien
ANZEIGE

Kampf den sozialen Medien Religiöse Gruppen fordern ein Verbot, um die Jugend vor gleichgeschlechtlichen Praktiken zu schützen

ms - 30.04.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Nigeria könnte sich bald in die Liste jener Länder einreihen, die mit immer radikaleren bis hin zu absurden Maßnahmen gegen Homosexuelle vorgehen. Der neuste Vorstoß: Lautstark wurde von mehreren konservativen, einflussreichen Organisationen jetzt gefordert, dass die Regierung weitreichende digitale Angebote komplett sperren müsse, da diese „gefährliche und illegale“ Inhalte rund um Schwule und Lesben verbreiten würden. 

Verbot von Netflix, Facebook und X

Konkret werden dabei der Streamingdienst Netflix, soziale Medien im Generellen und TikTok, Facebook und X im Besonderen erwähnt. Sexuelle gleichgeschlechtliche Handlungen sind im Land bereits verboten und werden in der Regel mit hohen Haftstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet. Im muslimisch geprägten Norden droht mit den Scharia-Gesetzen sogar die Todesstrafe.

Die Hetzjagd gegen Homosexuelle geht nun also auch in der digitalen Welt weiter. Erst im letzten Jahr machten Massenverhaftungen bei einer angeblichen Schwulenhochzeit die Runde, immer wieder kommt es zu gewaltvollen Übergriffen besonders gegenüber schwulen Männern. Amnesty International kritisierte zuletzt 2023 die Hexenjagd auf Homosexuelle im Land.

Noch schärfere Gesetze?

Mit dem möglichen Verbot von weiten Teilen des Internets und digitalen Angeboten würde die Regierung damit auch den Forderungen von erzkonservativen religiösen Gruppen folgen, die sich noch härtere Gesetze gegen Schwule und Lesben wünschen, unter anderem die landesweite Einführung der Todesstrafe. Als Vorbild gilt dabei auch das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda.    

Die Verführung zur Homosexualität

Ob die zuständige National Broadcasting Commission (NBC) sowie die Regierung selbst schlussendlich dem Wunsch nach kompletter Sperrung tatsächlich nachkommen, ist noch offen, würde aber nicht sonderlich überraschen. Federführend bei den Kritikern ist dabei die Civil Society Organisation (CSO), die bei Missachtung auch juristische Konsequenzen androht. 

Zur Begründung erklärte die CSO, soziale Medien sowie Netflix hätten eine „versteckte Agenda“, um gerade die jungen Einwohner Nigerias mit den „satanischen Gewohnheiten und Lebensweisen“ zu infizieren und sie zu „gleichgeschlechtlichen Praktiken“ zu verführen.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.