Direkt zum Inhalt

Queere Unternehmensführung Vielfalt in der Chefetage bringt Vorteile

Von ms - 02.09.2025 - 14:00 Uhr
Queere Unternehmensführung
Foto: iStock / skynesher
ANZEIGE
Loading audio player...

Eine neue Studie der Northeastern Universität in Boston belegte nun, dass Unternehmen mit LGBTIQ+-Vorstandsmitgliedern besser aufgestellt sind und sich damit auch besser gegenüber Konkurrenten agieren können. Trotz der eindeutigen Vorteile werden allerdings bis heute nur eine „verschwindend geringe Anzahl von Aufsichtsratssitzen von LGBTIQ+-Personen“ besetzt. Ein offensichtlicher Fehler.

Wettbewerbsvorteil dank LGBTIQ+

Die Universitäts-Wissenschaftler von D'Amore-McKim School of Business an der Northeastern konnten dabei klar aufzeigen, dass alle 500 umsatzstärksten Unternehmen in den Vereinigten Staaten von Amerika sowohl finanziell wie auch im internen Miteinander massive Wettbewerbsvorteile haben, wenn sie in den Chefetagen auch Schwule, Lesben, Bisexuelle und queere Personen beschäftigen.

„Diese Unternehmen schneiden in der Regel besser ab, wenn es um die Messung der Nachhaltigkeitsleistung geht, besser bei der finanziellen Leistung und dem langfristigen Risiko sowie bei einigen organisatorischen Ergebnissen. Warum? Unterschiedliche Standpunkte können das Risiko mindern und neue Lösungen bieten, sofern sie in den Vorstand integriert werden“, so Studienautorin Ruth Aguilera gegenüber Northeastern Global News. 

Mangel in US-Unternehmen

Dabei herrsche an der Spitze der US-Firmen ein deutlicher Mangel: Während sich fast acht Prozent der US-Amerikaner als LGBTIQ+ identifizieren, also rund 25 Millionen Menschen, bekennen sich weniger als ein Prozent der Vorstandsmitglieder der großen Unternehmen zur Community. Konkret: Von den rund 7.700 Vorstandssitzen der 1.000 größten US-Firmen sind ganze 74 Personen homo- oder bisexuell beziehungsweise queer. Von den Aufsichtsräten, deren Firmen Nasdaq notierte Unternehmen sind, sind 1,3 Prozent LGBTIQ+.

Studien-Co-Autor Ryan Federo von der Universität Autònoma de Barcelona untersuchte weitere Aspekte wie Umweltkriterien, soziale Punkte oder auch die Mitarbeiterführung – insgesamt über 900 unterschiedliche Kriterien. Die Ergebnisse sind deckungsgleich: LGBTIQ+ ist in jeder Hinsicht ein massiver Zugewinn für ein Unternehmen. „Eines der schlimmsten Dinge, die in einem Vorstand passieren können, ist das Gruppendenken. Das passiert, wenn alle sehr homogene Ansichten haben oder wenn es keine psychologische Sicherheit für verschiedene Personen gibt, ihre Meinung zu äußern“, so Federo. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.