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Yoncé Banks wird "Queen of Drags" // © Martin Ehleben/ProSieben
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Queen of Drags - Das Finale Yoncé Banks wird die erste "Queen of Drags"

id - 19.12.2019 - 23:05 Uhr

Das war sie also, die Finalfolge von „Queen of Drags“ mit einer Siegerin, die da Yoncé Banks heißt. Doch beginnen wir vorne. Von ursprünglich zehn Drag-Queens, die sich aufgemacht hatten, um nach der Krone als „Queen of Drags“ zu greifen blieben am Ende drei übrig: Yoncé Banks, Aria Addams und Vava Vilde. Nach dem üblichen eher peinlichen Möchtegern-Comedy-Einspieler der Jury widmen wir uns lieber den Finalistinnen. Die erhielten in der mittlerweile doch sehr ruhigen Villa Überraschungsbesuch: Die ausgeschiedenen Queen kommt zu einem Überraschungsbesuch und bringen auch noch ein bisschen Aufgaben mit. Neben ihren eigenen Performances liest ihnen Candy nämlich noch die zusätzliche Aufgabe vor. Sie müssen eine Eröffnungsnummer mit allen Drags einstudieren. Dieses wird der Song „Run The World“ sein. Zudem müssen die Finalistinnen mit den bereits ausgeschiedenen Mädels einen Einzelnen Song performen. Dabei handelt es sich um „Lady Marmelade“, „Milkshake“ und „California Girls“. Candy erzählt dann noch, dass es möglich sein kann, dass eine der Ausgeschiedenen eine der drei Finalistinnen noch aus dem Rennen kicken könnte. Aria ist fassungslos… bis Candy sagt: „War ein Scherz.“. Aria meinte dann, „Das war nicht lustig Candy“. Doch, das war sehr lustig!!

Natürlich waren damit auch wieder alle Egos versammelt und das machte das Einstudieren der Performances nicht einfacher. Schließlich will jede noch mal ihren Moment auf der Bühne haben. Nach einigen kleinen Bitchfights können sie sich am Ende dann doch irgendwie zusammenraufen. So wird Vava mit Hayden & Janisha auftreten, Aria bekommt Bambi & Samantha und Yoncé schnappt sich Candy, Katy & Catherrine.

Die Finalistinnen bei "Queen of Drags" // © Martin Ehleben/ProSieben

Aber was wäre ein Finale ohne Drama? Dieses liefert Aria, denn ihr Auge hat sich entzündet und sie ist ziemlich gefrustet. Während sie erst einmal zum Doc marschieren muss, gehen die zwei anderen Drags zum Shooting für die „Cosmopolitan“. Zum einen wird natürlich das Covershooting gemacht, zum anderen werden sie aber auch noch interviewt. Hier wird beispielsweise von Heidi Vava für ihr Shooting gelobt, was man vielleicht noch mal ein bisschen im Hinterkopf behalten sollte. Auch Aria stößt dann noch zu ihnen, darf aber auf ärztlichen Rat ihr betroffenes Auge nicht schminken. Frust auf ganzer Linie bei Aria, doch sie macht daraus das Beste.

Und dann war es da, das Finale: Als Gast-Jurorin haben sie sich dieses Mal Laganja Estranja mit dazu geholt. Sie war u.a. Teilnehmerin bei der sechsten Staffel von „Ru Paul’s Drag Race“. Sie kennt solch eine Show also nur allzu gut.

Die Eröffnungsnummer und die Performances mit den ausgeschiedenen Kandidatinnen waren dann auch alle solide, doch das wichtigste waren sicher die jeweiligen Auftritte zum „Candyland“-Thema. Beginnen musste das „schmelzende Eis“ Vava. Diese beeindruckte mit der wirklich beeindruckenden Umsetzung der Ballade „Underneath“ von Adam Lambert. Für diesen Mut zollte ihr auch die Jury großen Respekt. Im Anschluss folgte Yoncé, die eben dass machte, was eine Yoncé macht: Ein bisschen „Arschgewackel“ mit ein paar Tänzern. Nun gut. Den Schlusspunkt setzte dann Aria mit ihrer Performance. Sie hat sich sogar gegen den ärztlichen Rat entschieden, und sich doch noch komplett geschminkt, weil sie mit ihrer Augenklappe nicht klar kam. Am Ende lobte sie Laganja sogar für das Make up, was Aria zu dem Ausspruch „Nimm das Katy“ brachte. Sehr amüsant.

Die Jury der Finalshow mit Gastjurorin Laganja Estranja // © Martin Ehleben/ProSieben

Doch dann wurde es Ernst. Es folgte die Jurypunktevergabe. Zuerst vergab die Gastjurorin ihre Punkte: Es gab 1 Punkt für Vava, 2 Punkte für Yoncé und die 3 Punkte gingen damit an Aria. Heide entschied sich – wie fast zu erwarten war – anders. Auch von ihr bekam Vava nur einen Punkt. Und nun erinnern wir uns noch mal an einige gesagte Dinge von ihr, die Vava für Kreativität lobte, oder eben sogar noch beim Shooting meinte, sie wäre dabei besser als Yoncé gewesen. Dann folgten zwei Punkte für Aria und (natürlich) drei für Yoncé. Als nächstes folgte Bill. Neben einem Punkt für Aria gab er Vava immerhin zwei Punkte. Ach ja, und der Liebling bekam natürlich drei Punkte. Damit war klar: Für Vava bestand keine Chance mehr, noch den Titel zu gewinnen. Es sollte sich also zwischen Aria & Yoncé entscheiden.

Conchita war also das Zünglein an der Waage. Und sie vergab gleich erst mal ihre drei Punkte… an Yoncé, welche damit „Queen of Drags“ wurde. Und die Punkte 2 und 1? Egal… lässt man einfach weg. Das zeugte nicht von wirklichem Respekt für die anderen Beiden. Auch wundert man sich über diese Wertung, denn wenigstens Conchita hatte in den letzten Folgen ja durchaus berechtigt argumentiert, Yoncé würde immer das gleiche machen und nie wirklich ihre Komfortzone verlassen. Und heute sagte sie dann was von wegen „Endlich mal mehr Facetten“. Äh… einfach mal zwei andere Perücken sind „mehr Facetten“? Das kann man so sehen, muss es aber nicht unbedingt. Dennoch sagt auch SCHWULISSIMO: Herzlichen Glückwunsch, Yoncé Banks!

Und was ist das Fazit der Staffel?

Auch wenn immer gerne betont wurde, es sie nicht die deutsche Version von Drag Race“ so wirkte vieles halt doch genauso. Nein, anders, gerade die bei „Ru Paul’s Drag Race“ so interessante Dinge wie das selbernähen von Looks und die Wochenaufgaben fehlten hier so gut wie komplett. Da geht auf jeden Fall noch deutlich mehr. Doch es gab auch bewegende Momente, beispielsweise, also die Teilnehmerinnen ihre Geschichten erzählen sollten. Genau dieses ist der richtige Ansatz. Gerne mehr von solchen Momenten. Nach der Kritik im Vorfeld sollte auch mal eine Lanze für Heidi gebrochen werden. Ohne sie wäre diese Show sicher nicht in der Prime-Time im deutschen Fernsehen gelandet. Und: Sie hielt sich oft positiv überraschend eher im Hintergrund auf. Zudem sollte man sich im Vorfeld überlegen, was gesucht wird: Eine möglichst harmlose Drag-Queen, welche sich sicher gut vermarkten lässt oder eher eine vielseitige, eine die etwas zu sagen hat oder auch eine mit viel Kreativität. Auch hier ist deutlich Luft nach oben. Man darf also gespannt sein, ob es eine zweite Staffel geben wird.

Ach so: Heidi, heute ging dein Make up Mal, daher bekommst du heute ausnahmsweise auch ein Foto.

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