Prügel nach Coming-out Familie aus Kasachstan hält Sohn gefangen
Beksat Mukaschew wurde nach seinem Coming-out von seiner eigenen Familie beleidigt, eingeschüchtert und geschlagen. Alles begann damit, dass Mukaschew eine arrangierte Ehe eingehen sollte. Anstatt sich zu fügen, outete er sich. Dafür schlug sein Vater ihn krankenhausreif. Mukaschew versuchte anschließend mehrmals, aus seiner Heimatstadt Uralsk im Westen Kasachstans zu fliehen. Doch da sein Vater als Lokalpolitiker und Unternehmer einen großen Einfluss hat, gelang ihm das nicht. Als wegen Corona die Grenzen geschlossen wurden, konnte Mukaschew sich noch für drei Monate in der Großstadt verstecken, bevor seine Eltern ihn im Juni fanden. Seither wird er laut seinem Freund Arman Chassanow von den Eltern gewaltsam festgehalten.
Jetzt übernahm die bekannte Menschenrechtsanwältin Aiman Umarowa Mukaschews Fall. Dabei erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Behörden: „Wenn er nicht schwul wäre, wäre die Polizei schon längst tätig geworden.“ Laut Neues Deutschland sei ein solches Wegsehen seitens der Polizei in Kasachstan bei LGBTI*-Opfern nicht ungewöhnlich.