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Peinliche PR-Aktion der AfD
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Peinliche PR-Aktion der AfD DPA entlarvt manipuliertes Video inklusive gefälschter Tonspur

ms - 03.08.2026 - 10:30 Uhr
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Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video soll nach Darstellung der Urheber die „größte AfD Demo jemals“ zeigen. Angeblich seien dafür mehr als 25.000 Menschen in Köln auf die Straße gegangen und hätten „AfD, AfD“ gerufen. Ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Die Aufnahmen stammen demnach nicht aus Deutschland, sondern von der Budapest Pride in Ungarn. Auch die Tonspur wurde nachträglich ausgetauscht.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein TikTok-Video soll eine AfD-Großdemonstration in Köln zeigen.
  • Tatsächlich stammen die Bilder von der Budapest Pride im Juni 2025.
  • Die im Video zu hörenden „AfD“-Rufe wurden nachträglich unterlegt.
  • Bilddetails und Geodaten belegen den Aufnahmeort in Budapest.
  • Die dpa stuft die Behauptung als falsch ein.

Angebliche AfD-Großdemo in Köln 

In dem Video sind zahlreiche Menschen zu sehen, die eine große Brücke überqueren. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass viele Teilnehmet Regenbogensymbole tragen, die der Pride-Bewegung zugeordnet werden können. Der Zusammenschnitt ist mit einem Hinweis auf einen TikTok-Account versehen. Dort finden sich die Originalaufnahmen. Aus der Bildunterschrift eines am 29. Juni 2025 veröffentlichten Videos geht hervor, dass die Szenen von der 30. Budapest Pride stammen. Damals waren rund 200.000 Menschen in der ungarischen Hauptstadt auf die Straße gegangen, um für die Rechte sexueller Minderheiten zu demonstrieren. Die Veranstaltung fand trotz eines vom damaligen Ministerpräsidenten Viktor Orban veranlassten Verbots statt.

Bilddetails widerlegen Behauptung

Dass die Aufnahmen nicht in Köln entstanden sind, lässt sich laut dpa an mehreren Merkmalen erkennen. Im Hintergrund ist unter anderem die Nationalflagge Ungarns zu sehen. Auch die Brücke im Video liefert einen eindeutigen Hinweis. Mithilfe einer Fotorückwärtssuche und Google Street View lässt sich der Aufnahmeort als Elisabethbrücke in Budapest identifizieren. Fotos und Videoaufnahmen aus der Berichterstattung über die Pride im Juni 2025 zeigen denselben Schauplatz. Ein weiteres Detail findet sich bei Sekunde 0:09. Dort ist das „Kaiteki Restaurant“ zu erkennen. Ein Abgleich mit Google Street View zeigt, dass sich das Restaurant unweit der Elisabethbrücke befindet.

Tonspur stammt von anderer Veranstaltung

Nicht nur die Bilder, sondern auch der Ton erweist sich als manipuliert. Die im Video zu hörenden „AfD“-Rufe stammen nach Angaben der dpa nicht von der Budapest Pride. Über die Originalaufnahmen wurde eine andere Tonspur gelegt. Diese führt zu einem Video, das eine AfD-Demonstration im schleswig-holsteinischen Neumünster vom 25. Januar 2025 zeigen soll. Darauf weist unter anderem eine Stimme hin, die – wie auch am Ende des angeblichen Köln-Videos – bei Sekunde 0:14 „Achim“ ruft. Durch die Kombination der Bilder aus Budapest mit der Tonspur einer anderen Veranstaltung entstand der Eindruck, in Köln habe eine große AfD-Demonstration stattgefunden. Tatsächlich zeigen die Aufnahmen jedoch eine Pride-Veranstaltung in Ungarns Hauptstadt.

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