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Kennedy Center wird geschlossen
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Schließung des Kennedy Centers Namensstreit mit US-Präsident Trump landet vor Gericht

ms - 16.09.2026 - 14:30 Uhr
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Der Streit um das Kennedy Center in Washington eskaliert weiter. Das Kuratorium des renommierten Kultur- und Veranstaltungszentrums beschloss jetzt die weitgehende Schließung des Hauses. Als Gründe werden finanzielle Schwierigkeiten sowie notwendige Arbeiten am Gebäude genannt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Kennedy Center in Washington soll mit sofortiger Wirkung weitgehend geschlossen werden.
  • Das Trump-nahe Kuratorium begründet den Schritt mit finanziellen Problemen und notwendigen Sicherheits- und Renovierungsarbeiten.
  • Die Entscheidung fiel nur wenige Stunden nach einem Gerichtsurteil gegen Pläne, Donald Trumps Namen erneut am Kulturzentrum anzubringen.
  • Seit Monaten tobt ein politischer und kultureller Streit um die Zukunft des Hauses. Trump kritisiert insbesondere die bisherige Ausrichtung des Programms als zu „woke“ und aus seiner Sicht zu stark mit LGBTIQ+-Themen verbunden.
  • Nach Trumps Übernahme des Vorsitzes im Kuratorium wurden zahlreiche Veränderungen des Programms und der kulturellen Ausrichtung angekündigt. Künstler und Institutionen reagierten teilweise mit Absagen.
  • Bundesrichter Christopher Cooper entschied erneut, dass der Vorstand Trumps Namen nicht ohne Zustimmung des US-Kongresses am Gebäude oder auf dem Gelände anbringen darf.
  • Der Vorstand hatte unter anderem Formulierungen geplant, die Trumps Rolle bei Renovierung und Finanzierung des Hauses hervorheben sollten.
  • Trump stellt den Zustand des Gebäudes als äußerst schlecht dar. Für notwendige Renovierungen sind nach Angaben der US-Regierung 257 Millionen Dollar vorgesehen.
  • Der Namensstreit ist Teil eines umfassenderen Konflikts darüber, welchen kulturellen Kurs das Kennedy Center künftig einschlagen soll.

Kulturzentrum wird geschlossen

Die Entscheidung fiel nur wenige Stunden, nachdem ein Bundesrichter Pläne gestoppt hatte, den Namen von US-Präsident Donald Trump erneut am Kennedy Center anzubringen. Das Gericht hatte bereits zuvor klargestellt, dass eine Änderung des Namens ohne Zustimmung des Kongresses nicht zulässig sei. Das US-Justizministerium will gegen die jüngste Entscheidung vorgehen. Trump erklärte, die Schließung sei wegen notwendiger Reparaturen erforderlich. Nach Angaben der US-Regierung stehen dafür 257 Millionen Dollar an vom Kongress bereitgestellten Mitteln zur Verfügung. Trump machte zugleich deutlich, dass die Renovierungsarbeiten aus seiner Sicht von der rechtlichen Auseinandersetzung um seine Ehrung am Gebäude abhängig seien.

Streit über Kultur und „Wokeness“

Hinter dem aktuellen Konflikt steht ein Streit, der sich seit Monaten nicht nur um den Namen des Gebäudes dreht. Seit Trump die Kontrolle über das Kuratorium übernommen und dessen Vorsitz übernommen hat, geht es auch um die programmatische Zukunft des Kennedy Centers. Trump hatte die bisherige Ausrichtung des Hauses wiederholt als zu „woke“ kritisiert. Aus seiner Sicht war das Kulturprogramm zu stark von progressiven gesellschaftspolitischen Themen geprägt, darunter auch von LGBTIQ+-Themen. Der Streit über diese kulturelle Ausrichtung entwickelte sich damit zu einem Teil des umfassenderen politischen Konflikts um die Zukunft der Institution.

Trump und seine Verbündeten im Kuratorium wollen das Kennedy Center nach ihrer Vorstellung neu ausrichten. Gleichzeitig haben Künstler und Kulturschaffende gegen den Kurs protestiert. Einige sagten Auftritte ab. Auch die Washington National Opera und das National Symphony Orchestra mussten für Veranstaltungen auf andere Spielstätten ausweichen. Nach Angaben von Reuters brachen dadurch Einnahmen des Hauses ein. Damit wurde das Kennedy Center zunehmend zum Schauplatz eines politischen Kulturkampfs. 

Trumps Namen am Gebäude

Parallel dazu entwickelte sich der Namensstreit. Das Kennedy Center war als Gedenkstätte für den früheren US-Präsidenten John F. Kennedy eingerichtet worden. Im vergangenen Jahr übernahm Trump den Vorsitz des Kuratoriums. Unter seiner Führung wurden Pläne vorangetrieben, seinen Namen am Gebäude und auf dem Gelände sichtbar zu machen. Im August stimmte das Kuratorium dafür, die Fassade mit einer Formulierung zu versehen, nach der das Kennedy Center von Präsident Donald J. Trump restauriert und renoviert worden sei. Auch eine Umbenennung des Platzes vor dem Gebäude in „President Donald J. Trump Plaza“ war vorgesehen.

Zuvor hatte der Vorstand bereits versucht, Trumps Namen in den offiziellen Namen des Hauses aufzunehmen. Ein Gericht ordnete daraufhin an, die entsprechende Beschriftung wieder zu entfernen. Im Mai hatte Bundesrichter Christopher Cooper entschieden, dass nur der Kongress den Namen des Kennedy Centers ändern könne. Trumps Name wurde im Juni wieder von der Fassade entfernt. Seitdem verdecken Gerüste und eine große Plane Teile des Gebäudes.

Richter stoppt neue Pläne 

Am Dienstag folgte nun die nächste juristische Niederlage für die Trump-Seite. Cooper untersagte dem Kuratorium erneut, Trumps Namen oder andere Ehrungen ohne Zustimmung des Kongresses am Kennedy Center anzubringen. „Einfach gesagt: Die Beklagten können weder für Präsident Trump noch für irgendjemanden oder irgendetwas anderes am Kennedy Center Gedenkstätten errichten, ohne die Zustimmung des Kongresses“, schrieb der Richter. Damit scheiterten auch neue Varianten, mit denen der Vorstand Trumps Beitrag zur Sanierung des Hauses hervorheben wollte. Zu den diskutierten Formulierungen gehörten etwa: „Renovierung und Stiftung unter Aufsicht von Präsident Donald J. Trump und dem Trump Kennedy Center Fund“ sowie: „Mit Dank für die Unterstützung von Präsident Donald J. Trump und dem Trump Kennedy Center Fund“. Das Kuratorium hatte argumentiert, eine entsprechende Anerkennung sei wichtig, damit Trump die Sanierung weiter unterstütze. 

Zustand des Gebäudes

Trump selbst beschreibt das Kennedy Center als Gebäude „im Zustand des Zusammenbruchs“. Auch die Leitung des Hauses verweist auf erhebliche Probleme und einen hohen Sanierungsbedarf. Anfang September stürzte zudem teilweise eine Decke in einem Hauptkorridor des Gebäudes ein. Das verstärkte die Forderungen nach einer umfassenden Renovierung. Das Kennedy Center argumentiert, die Bausubstanz müsse dringend instandgesetzt werden. Die Trump-Regierung warnte sogar vor einem möglichen Abriss, sollten notwendige Sanierungsmaßnahmen ausbleiben. Kritiker stellen diese Darstellung allerdings infrage und werfen der Trump-Seite vor, die baulichen Probleme mit dem politischen Streit um die Kontrolle und Ausrichtung des Hauses zu verknüpfen.

Das Kennedy Center wurde 1971 eröffnet und ist seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Kulturinstitutionen der US-Hauptstadt. Dort treten unter anderem große Orchester und Opernensembles auf. Zudem werden bei den jährlich stattfindenden Kennedy Center Honors herausragende Künstler für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Zukunft des Hauses bleibt derzeit offen. Trump hatte erklärt, dass die Renovierung aus seiner Sicht nicht beginnen werde, solange die gerichtliche Auseinandersetzung über die Anerkennung seines Namens nicht geklärt sei. Das Justizministerium hat angekündigt, die jüngste Gerichtsentscheidung anzufechten.

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