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Papst spricht Machtwort

Papst spricht Machtwort Keine Reformen, zurück zu einem konservativen Kurs

ms - 14.04.2026 - 12:00 Uhr
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Nach einer Reihe von Krisen in der katholischen Kirche in Deutschland, darunter die unzureichende Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und die gescheiterte Reforminitiative „Synodaler Weg“, schickt Papst Leo XIV. einen neuen Botschafter nach Berlin. Erzbischof Bert van Megen (64), der neue Vatikan-Botschafter in Deutschland, soll die Kirche auf einen konservativeren Kurs zurückführen und den politischen Aktivismus der deutschen Bischöfe eindämmen. Für Reformen mit Blick auf Homosexuelle und Frauen dürfte das das finale Ende bedeuten. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Papst Leo XIV. ordnet eine Neuausrichtung der Kirche in Deutschland an. 
  • Der neue Vatikan-Botschafter, Erzbischof Bert van Megen, soll den Kurs der deutschen Bischöfe beeinflussen. 
  • Van Megen kritisiert politische Aktivismus und möchte die Kirche wieder stärker auf ihre religiösen Kernaufgaben ausrichten.
  • Finales Ende für mehr Rechte für Homosexuelle in der Kirche  

Papst ordnet Neuausrichtung an

Van Megen wird als „Dompteur“ für die deutsche Bischofskonferenz gesehen, um die Kirche wieder stärker auf ihre religiösen Aufgaben zu fokussieren. Der gebürtige Niederländer, der nahe der deutschen Grenze aufwuchs, kennt Deutschland aus seiner Zeit als Diplomat des Vatikans und hat mehr als 15 Jahre in Afrika gearbeitet. Besonders der Sudan-Konflikt prägte seine Sicht auf den interreligiösen Dialog und die Gefahren des islamischen Extremismus für Christen. Bei seiner Ernennung zum Botschafter sagte van Megen: „Deutschland ist mir nicht fremd. Ich bin schon als Kind beinahe jeden Tag über die Grenze gekommen.“

Kritik an westlichen Gesellschaftsmodellen

Der Erzbischof hat mehrfach die „Lehren der westlichen Gesellschaft“ kritisiert, insbesondere in Bezug auf Themen wie „Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie“. Diese seien „klare Symptome einer Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat“, erklärte er. Van Megen deutete an, dass auch Organisationen wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Zentralrat der Katholiken (ZDK) unter seiner Führung auf Widerstand stoßen könnten, wenn sie weiter politische Themen in den Vordergrund stellen.

In einem Interview erläuterte er, dass er als Nuntius eine klare Linie vertrete: „Am Ende geht es um Gehorsam an Petrus“, sagte van Megen, wobei er den amtierenden Papst meinte. Dies werde seine „erste Verantwortung“ als Botschafter des Vatikans sein. Der Appell an den Gehorsam könnte in Deutschland auf Widerstand stoßen, da viele Bischöfe den Synodalen Weg als Reformprozess zur Erneuerung der Kirche betrachten.

Dringender Handlungsbedarf

Der Handlungsdruck für van Megen ist hoch: Im vergangenen Jahr traten über 300.000 Menschen aus der katholischen Kirche in Deutschland aus. Obwohl die katholische Kirche noch rund 19 Millionen Mitglieder zählt, sinkt die Zahl der Taufen und die Priesterseminare bleiben leer. „Wir können die Christenheit nur retten, indem wir sicherstellen, dass der Leib Christi präsent ist und wächst“, sagte der Erzbischof. Seiner Ansicht nach müsse die Kirche durch den persönlichen Einsatz in der Gesellschaft erblühen. Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Würzburg im Jahr 2026 wird zeigen, wie van Megen die katholische Kirche in Deutschland künftig führen wird und ob es ihm gelingt, die Kirche aus ihrer derzeitigen Krise zu führen.

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