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Abwendung von der Kirche Keine Reformen für Homosexuelle, wenig Verständnis für LGBTIQ+

Von ms - 17.03.2026 - 09:00 Uhr
Abwendung von der Kirche
Foto: iStock / gorodenkoff
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Immer wieder Missbrauchsskandale und am Ende ein verpatzter Synodaler Weg, der hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist – kaum mehr Rechte für Homosexuelle oder Frauen in der katholischen Kirche. Dazu ein Pontifex, der Reformen in der Kirche gerade im Bereich LGBTIQ+ komplett ausschließt. Angesichts der Entwicklungen der letzten Monate scheint es kaum verwunderlich, dass die großen christlichen Kirchen in Deutschland erneut deutliche Mitgliederrückgänge zu verzeichnen haben. 

1,1 Millionen weniger Mitglieder

Im Jahr 2025 sank die Zahl der Angehörigen beider Konfessionen zusammen um mehr als 1,1 Millionen. Das geht aus aktuellen Daten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervor. Die katholische Kirche zählt demnach noch rund 19,2 Millionen Mitglieder – ein Minus von etwa 550.000. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit bei 23 Prozent. Bei der evangelischen Kirche fiel der Rückgang mit rund 580.000 noch etwas stärker aus. Insgesamt gehören ihr etwa 17,4 Millionen Menschen an, was knapp 21 Prozent der Bevölkerung entspricht.

Als wesentlicher Grund für die Entwicklung gelten weiterhin Kirchenaustritte. In der katholischen Kirche traten rund 307.000 Menschen aus, etwa 14.000 weniger als im Jahr zuvor. In der evangelischen Kirche blieb die Zahl mit ungefähr 350.000 nahezu unverändert. Zusätzlich verlieren beide Kirchen regelmäßig viele Mitglieder durch Todesfälle. Die Zahl der Taufen und Neueintritte reicht nicht aus, um diese Verluste auszugleichen. Insgesamt wurden 214.000 Menschen neu in die Kirchen aufgenommen. In der evangelischen Kirche blieb die Zahl der Taufen mit etwa 105.000 stabil. Bei den Katholiken ging sie hingegen um mehr als 7.000 auf rund 109.000 zurück.

Kein Interesse am Priesteramt

Einen Tiefstand erreichte die katholische Kirche zudem bei den Priesterweihen: 2025 wurden lediglich 25 neue Priester geweiht. Das Amt, das nur Männern offensteht, gilt unter anderem wegen des Zölibats als wenig attraktiv. Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bezeichnete die Entwicklung als „ein Spiegelbild unserer Kirche“. Jeder Kirchenaustritt schmerze, sagte der Hildesheimer Bischof. Zugleich rief er zu Zuversicht auf: „Trotz aller Umbrüche ermutige ich dazu, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen und gemeinsam - auch in ökumenischer Verbundenheit - nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann.“ Über die Reformpläne seines Vorgängers, die auch die Einbindung von Schwulen und Lesben beinhaltete, schwieg Wilmer. 

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