Direkt zum Inhalt

Obdachlos und schwul Hass in den Familien treibt viele homosexuelle Jungs auf die Straße!

Von ms - 19.06.2023 - 12:00 Uhr
Obdachlos und schwul
Foto: iStock / bodnarchuk
ANZEIGE
Loading audio player...

Es bedarf deutlich mehr Hilfe für obdachlose homosexuelle und queere Menschen, so der britische Sondergesandte für LGBTI*-Rechte im Vereinigten Königreich, Nick Herbert. Dabei hebt Herbert in besonderer Weise die Arbeit der britischen LGBTI*-Organisation Albert Kennedy Trust (AKT) hervor. „Ich freue mich, die brillante Initiative zu unterstützen. Es gibt so viel tun, um LGBT-junge Menschen zu unterstützen, die von Obdachlosigkeit bedroht oder betroffen sind!“

Rauswurf bei der Familie – der Hauptgrund für schwule Obdachlosigkeit

Die jüngsten Zahlen der Hilfs- und Beratungsgruppe sprechen dabei für sich: Jeder vierte junge Obdachlose in Großbritannien gehört zur LGBTI*-Community, der Großteil von ihnen ist homosexuell und männlich. 77 Prozent von ihnen leben auf der Straße, weil sie nach ihrem Coming-Out von der eigenen Familie abgelehnt oder direkt angegriffen worden sind.

Genau dieser Fakt lässt sie erneut oftmals bei Hilfseinrichtungen durchs Raster fallen, denn sie können nicht schlüssig „beweisen“, dass sie und warum sie obdachlos sind. Beinahe die Hälfte (44%) aller Einrichtungen für Obdachlose in Großbritannien ist zudem auf LGBTI*-Jugendliche überhaupt nicht ausgerichtet, das Personal kaum geschult. Im Gegenzug ist jedem dritten LGBTI*-Obdachlosen gar nicht bewusst, dass es überhaupt spezielle Hilfsangebote für sie gibt.

Die Politik ist gefordert!

Die LGBTI*-Organisation fordert in einem ersten Schritt politische Lösungen: „Wir brauchen die Umsetzung einer nationalen Strategie zur Bekämpfung der Jugendobdachlosigkeit. Zusammen mit anderen Organisationen für Jugendobdachlosigkeit fordern wir die Regierung auf, eine ressortübergreifende Strategie zur Beendigung der Jugendobdachlosigkeit zu verabschieden, die auf den Erfahrungen der jungen Menschen beruht.“ Diese Strategie habe dabei drei wesentliche Bereiche: Prävention mit Schwerpunkt auf Schulen, Familien und Gemeinden, mehr Wohnungsangebote und Bereitstellung von finanziellen Mitteln.

LGBTI*-sensible Obdachlosen-Einrichtungen

Das Problem werde dabei oftmals auch deswegen übersehen, weil in den offiziellen Obdachlosigkeitsstatistiken viele LGBTI*-Jugendliche nicht als solche registriert oder wahrgenommen werden (wollen), so AKT weiter. Zudem wäre es dringend notwendig, sichere und LGBTI*-freundliche Wohnungs- und Obdachlosendienste bereitzustellen, damit junge Homosexuelle und queere Menschen in bestehenden Unterkünften nicht abermals Ausgrenzung, Hass und Anfeindung seitens des Personals oder von anderen Obdachlosen erfahren. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostBerliner Theater senden Zeichen an LGBTQ-Community: „Ihr gehört dazu“WDRFast ausgestorben: Schwule Pinguine werden ElternDER STANDARDVerhetzungsprozess um "Dachau" und "Mauthausen" gegen lautstarken UneinsichtigenDie Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Empörung über Nicki Minaj

Rapperin gegen trans* Jugendliche

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump kritisierte Nicki Minaj erneut geschlechtsangleichende Behandlungen für trans* Minderjährige.
Italiens Sexualkunde

Verbotsgesetz wird überprüft

Italiens Kassationsgericht macht den Weg frei für eine Volksabstimmung über ein Gesetz, das Sexualbildung inklusive LGBTIQ+ an Schulen einschränkt.
Auszeichnung für Tugay Saraç

Ehrung für mutige Aufklärungsarbeit

Der schwule 29-jährige Tugay Saraç wird für seine Präventionsarbeit an Schulen und seinen Einsatz für LGBTIQ+-Muslime mit 10.000 Euro ausgezeichnet.
ESC 2027 ohne Niederlande

Rundfunk zieht Teilnahme zurück

Die Niederlande verzichten trotz vorheriger Zusage doch auf den ESC 2027. Hintergrund sind anhaltende Konflikte über Israels Teilnahme.
Trauer um André Höhl

Fernsehballett-Star ist tot

Der langjährige schwule Tänzer des Deutschen Fernsehballetts André Höhl ist tot. Viele gemeinsame Auftritte verbinden ihn mit bekannten Musikstars.
Regenbogenbänke in ganz Berlin

Zeichen gegen Queerfeindlichkeit

Nach wiederholten Beschädigungen der Gedenkbank im Tiergarten wollen Berliner Kulturinstitutionen mit Regenbogenbänken Solidarität zeigen.
Viel Stoff, bequemer Halt

Schwule Jungs, lockere Hosen

Zum Tag der Boxershorts wird es luftig: Warum schwule Männer auf lockeren und besonders elastischen Stoff stehen und weshalb das mehr Erotik bedeutet.
Wünsche der Glee-Fans

Viel Liebe und neue Songs

Das „Glee“-Reboot sorgt für Vorfreude: Fans wünschen sich Hits von Chappell Roan, Troye Sivan und Sabrina Carpenter – samt chaotischer Geschichten.
Grusel trifft Glamour

Halloween wird schwul

Von Madonna bis „Heated Rivalry“: Diese Halloween-Kostüme bringen schwulen Glamour, viel nackte Haut und reichlich Selbstironie auf die Party.