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Neu Erzbischöfin in England Skeptik beim künftigen Umgang mit LGBTIQ+

Von ms - 27.03.2026 - 09:30 Uhr
Neu Erzbischöfin von Canterbury
Foto: IMAGO / i Images
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Sarah Mullally (64) ist jetzt offiziell als 106. Erzbischöfin von Canterbury eingeführt worden und damit die erste Frau, die diese Position innehat, im Januar war die Personenwahl bekannt geworden, in dieser Woche nun erfolgte die feierliche Einführung in der Canterbury-Kathedrale.

In ihrer Predigt sprach Mullally über „den Schmerz, den Menschen durch das Handeln, Nicht-Handeln und Versagen innerhalb unserer christlichen Gemeinschaften erfahren haben“. Sie versprach eine „Kirche für die ganze Nation und die Welt, die Wege sucht, mit Menschen aller Glaubensrichtungen und auch ohne Glauben in Diensthandlungen zusammenzukommen, die transformieren werden“.

Mullally und die Community 

Mullally unterstützt die Einführung von kirchlichen Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare. Als Bischöfin von London war sie an dem Prozess „Living in Love and Faith“ beteiligt und befürwortete die „Prayers of Love and Faith“, die Segnungen in der Kirche ermöglichen, ohne die Doktrin der Church of England zur Ehe zwischen „einem Mann und einer Frau“ zu ändern. Zu den Gebeten gehören Dank-, Widmungs- und Segnungsoptionen.

„Ich möchte die Kirche sehr einfach dazu ermutigen, weiterhin Vertrauen in das Evangelium zu gewinnen, von der Liebe zu sprechen, die wir in Jesus Christus finden, und unser Handeln davon prägen zu lassen. Ich freue mich darauf, diesen Glaubensweg mit Millionen Menschen zu teilen, die Gott und ihren Gemeinden in Pfarrgemeinden im ganzen Land und weltweit in der anglikanischen Gemeinschaft dienen“, sagte Mullally zu ihrer Ernennung. „Ich weiß, dass dies eine große Verantwortung ist, aber ich gehe sie mit Frieden und Vertrauen in Gott an, der mich immer getragen hat.“

Versäumnisse im Bereich LGBTIQ+

Während der Debatten über Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare räumte Mullally die Versäumnisse der Kirche ein: „Unsere Augen wurden für den Schaden geöffnet, den wir, insbesondere an LGBTIQ+-Personen, verursacht haben.“ 2023 veröffentlichte sie gemeinsam mit anderen Bischöfen einen offenen Entschuldigungsbrief: „Wir erkennen an, dass dieses Verhalten die universelle Liebe Gottes für alle Menschen nicht widerspiegelt.“ Allerdings: Mitte Februar beschloss die Kirche von England, ihre Arbeit an Reformen zur Gleichstellung von LGBTIQ+-Menschen nach jahrelangen Debatten auf Eis zu legen. Die Diskussionen darüber hätten „uns als Einzelne und als Kirche verwundet“, so die 64-Jährige.  

Mullally tritt die Nachfolge von Justin Welby an, der nach der Veröffentlichung eines Berichts über Kindesmissbrauch innerhalb der Church of England zurückgetreten war. Auf internationaler Ebene dürfte Mullallys Amtsführung auf Widerstand stoßen: Laut der Sudan Post kritisierte Justin Badi Arama, Erzbischof der Episcopal Church of South Sudan, die Befürwortung gleichgeschlechtlicher Segnungen und betonte, die Kirche werde weiterhin „die traditionelle christliche Lehre über Ehe hochhalten und den biblischen anglikanischen Glauben verkünden“.

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