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Mehr Stiefkindadoptionen Jede dritte Adoption in Deutschland betrifft lesbische Paare

Von ms - 03.07.2026 - 10:30 Uhr
Mehr Stiefkindadoptionen
Foto: iStock / visualspace
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Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist 2025 erneut zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden bundesweit 3.517 Kinder adoptiert. Das waren 145 beziehungsweise vier Prozent weniger als im Vorjahr und zugleich der niedrigste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.  Ganz anders sieht die Entwicklung indes bei lesbischen Paaren mit Kind aus. 

Das Wichtigste im Überblick

  • 2025 wurden in Deutschland 3.517 Kinder adoptiert – vier Prozent weniger als im Vorjahr.
  • Drei von vier Adoptionen waren Stiefkindadoptionen und erreichten damit einen neuen Höchststand.
  • Besonders Stiefkindadoptionen in gleichgeschlechtlichen Frauenpartnerschaften nehmen weiter zu.
  • Fremdadoptionen, Adoptionsbewerbungen und die Zahl der zur Adoption vorgemerkten Kinder liegen auf historischen Tiefstständen.
  • Mehr als ein Viertel der adoptierten Kinder war zum Zeitpunkt der Adoption jünger als ein Jahr.

Stiefkindadoptionen bei Frauenpaaren 

Während die Gesamtzahl der Adoptionen weiter sinkt, setzt sich ein anderer Trend fort: Stiefkindadoptionen gewinnen weiter an Bedeutung – insbesondere bei gleichgeschlechtlichen Frauenpaaren. Der Anteil von Stiefkindadoptionen an allen Adoptionen stieg 2025 auf 75 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. Im Jahr 2010 hatte der Anteil noch bei 54 Prozent gelegen, 2024 betrug er 74 Prozent.

Nach den Destatis-Daten wurden 45 Prozent aller adoptierten Kinder von ihren Stiefmüttern und weitere 30 Prozent von ihren Stiefvätern angenommen. Knapp jedes vierte Kind – rund 23 Prozent – wurde gemeinsam von einem Paar adoptiert. Dabei entfielen 21 Prozent aller Adoptionen auf verschiedengeschlechtliche Paare und drei Prozent auf gleichgeschlechtliche Paare. In den übrigen zwei Prozent der Fälle erfolgte die Adoption durch sonstige Verwandte oder nicht verwandte Einzelpersonen.

Jede dritte Adoption ist bei lesbischen Paaren

Der Anstieg der Stiefkindadoptionen ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insbesondere auf Adoptionen durch Stiefmütter in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zurückzuführen. Wird ein Kind in eine bestehende Partnerschaft zweier Frauen hineingeboren, kann die Partnerin die rechtliche Stellung eines leiblichen Elternteils derzeit nur über eine Stiefkindadoption erlangen. Reformvorhaben, um diesen Prozess zu vereinfachen, scheiterten sowohl in der Ampel-Regierung wie bisher auch in der schwarz-roten Koalition. Im Jahr 2025 adoptierten insgesamt 1.586 Stiefmütter Kinder mit einem Durchschnittsalter von 1,9 Jahren. In 80 Prozent dieser Fälle handelte es sich um Frauenpaare, die keine Angaben zum Kindsvater gemacht hatten. Diese Konstellation machte 2025 insgesamt 36 Prozent aller Adoptionen aus. Zum Vergleich: 2024 lag der Anteil bei 34 Prozent, 2023 noch bei 31 Prozent.

Durchschnittsalter liegt bei knapp 5 Jahren

Insgesamt waren die meisten adoptierten Kinder zum Zeitpunkt der Adoption noch sehr jung. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) war jünger als ein Jahr, weitere 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller adoptierten Kinder lag bei 5,1 Jahren. Vor der Adoption lebten 74 Prozent der Kinder bereits mit einem leiblichen Elternteil und dessen neuer Partnerin oder neuem Partner zusammen. Zehn Prozent wurden aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim adoptiert, acht Prozent aus einer Pflegefamilie. In drei Prozent der Fälle ging der Adoption eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe voraus, zwei Prozent der Kinder kamen aus einer Heimerziehung.

Adoption aus dem Ausland 

Adoptionen aus dem Ausland spielen inzwischen nur noch eine geringe Rolle. 2025 wurden lediglich 56 Kinder aus dem Ausland angenommen. Das entsprach 1,6 Prozent aller Adoptionen. Die Kinder stammten am häufigsten aus Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka. Parallel zum allgemeinen Rückgang der Adoptionen sank auch die Zahl der sogenannten Fremdadoptionen weiter. Darunter fallen Adoptionen durch Personen, die weder Stiefeltern noch mit dem Kind verwandt sind. Mit 819 Fällen wurde 2025 auch hier ein neuer historischer Tiefststand erreicht.

Ebenfalls auf einem Rekordtief lagen die Zahl der zur Adoption vorgemerkten Kinder sowie die Zahl der Adoptionsbewerbungen. Ende 2025 waren 642 Kinder zur Adoption vorgemerkt. Dem standen 3.187 Adoptionsbewerbungen gegenüber. Rein rechnerisch kamen damit auf jedes vorgemerkte Kind fünf potenzielle Adoptivfamilien. Als mögliche Ursachen für den langfristigen Rückgang der Adoptionen nennt das Statistische Bundesamt unter anderem den Wandel der Familienformen, den Ausbau staatlicher Unterstützungsangebote für Familien, strengere Regelungen zum Kinderschutz sowie Fortschritte in der Reproduktionsmedizin.

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