Direkt zum Inhalt
Malaysia verbietet LGBTIQ+

Malaysia verbietet LGBTIQ+ Bürger, die den Begriff verwenden, sollen gemeldet werden

ms - 04.03.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die neue Vize-Ministerin im Amt des Premierministers für Religiöse Angelegenheiten in Malaysia, Marhamah Rosli, hat die Bürger jetzt aufgefordert, das Akronym LGBTIQ+ nicht mehr zu verwenden und stattdessen von „abweichender Kultur“ zu sprechen. Rosli, die seit Ende 2025 auch als Senatorin tätig ist, äußerte sich zu diesem Thema im Dewan Negara, dem Oberhaus des malaysischen Parlaments.

Bürger sollen LGBTIQ+ melden

„Je öfter wir den Begriff ‚LGBT‘ aussprechen, schreiben oder erwähnen, desto mehr Inhalte zu diesem Thema tauchen auf. Unbewusst könnte es den Anschein erwecken, dass wir die abweichende Kultur fördern“, sagte Rosli. Von nun an werde die malaysische Regierung das Akronym nicht mehr nutzen, und auch die Bürger sollten diesem Beispiel folgen. Zudem erklärte sie, das Department für Islamische Entwicklung Malaysias überwache soziale Medien und ermutige die Bevölkerung, „verdächtiges Verhalten“ zu melden.

Kritik von LGBTIQ+-Vereinen

Queere Verbände indes kritisieren den Begriff der „abweichenden Kultur“ als entmenschlichend für homosexuelle und queere Personen. Er verbreite Fehlinformationen und verstärke die Vorstellung, dass LGBTIQ+-Menschen „korrigiert“ werden müssten. Dies trage noch mehr zu Gewalt, Diskriminierung und Verletzungen von Würde und Gleichheit gemäß der malaysischen Bundesverfassung bei.

Rosli sprach zudem über vermeintliche „Faktoren“, die LGBTIQ+-Identitäten verursachen würden, und verwies auf staatlich geförderte „Korrekturprogramme“, Anti-LGBT-Initiativen in Schulen und die Zensur von Inhalten durch die Malaysian Communications and Multimedia Commission (MCMC). LGBTIQ+-Aktivisten sehen darin eine staatlich unterstützte Intensivierung homo- und transphober Diskriminierung.

Rechtliche Lage und Unterdrückung

Homosexualität ist in Malaysia nach Abschnitt 377 des Strafgesetzbuchs illegal und wird mit bis zu 20 Jahren Haft und Auspeitschung bestraft. Muslime unterliegen zusätzlich den Scharia-Gesetzen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen und Cross-Dressing verbieten. Trans* Personen werden kriminalisiert, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Antidiskriminierungsgesetze existieren nicht. Zuletzt hat die Regierung die Angriffe auf die Community immer weiter radikalisiert, 

Zuletzt hat die Regierung die Angriffe auf die Community immer weiter radikalisiert, teilweise mit skurrilen Ausprägungen, hunderte junge Muslime ins „Korrekturlager“ geschickt und vor allem schwule Männer schwule Männer inhaftiert und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Dazu kam es zu Razzien und Massenverhaftungen in Schwulenclubs und Saunen, dem Verbot von homosexuellen Figuren wurden im Fernsehen und zuletzt zur Blockade der LGBTIQ+-Apps Grindr und Blued

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.