Direkt zum Inhalt
Hirschfeld-Eddy-Stiftung
ANZEIGE

LGBTI*-Kämpfer weltweit im Einsatz „Freiheit bedeutet für mich, zu mir selbst zu stehen und offen meine Meinung sagen zu können.“

ms - 18.03.2022 - 14:32 Uhr
Loading audio player...

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung ermöglicht uns in diesen Tagen einmal mehr den Blick über den hauseigenen Tellerrand und präsentiert in ihrer kostenfreien Publikation 15 LGBTI*-Menschenrechtsverteidiger, die sich weltweit für Akzeptanz und die Rechte der queeren Community einsetzen.

Die LGBTI*-Aktivisten kommen dabei aus Kolumbien, Namibia, Indonesien, Nigeria, Pakistan, Ruanda, Serbien, Tunesien, Uganda, Botswana, Nicaragua, Simbabwe sowie Russland und die Ukraine. Allesamt Länder, in denen die Lebenssituation für queere Menschen eine dramatisch andere und schlechtere ist als hier in Deutschland. Gerade ein Blick nach Russland und in die Ukraine dürfte in Anbetracht der aktuellen Kriegssituation zudem von besonderem Interesse sein.

Der Titel der Publikation „Es ist ein täglicher Kampf“  zeigt dabei bereits auf, wie schwer die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten auf den vier verschiedenen Kontinenten ist – das Buch bietet der LSVD auch im kostenlosen Download an. Gleich zu Beginn stellt Justizministerin Christine Lambrecht dabei klar:

„Immer noch und immer wieder erfahren Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle (LSBTI) in sehr vielen Ländern Ausgrenzung, Feindseligkeit und Gewalt. Unsere Welt braucht daher mutige Menschen, die sich für die Rechte von LGBTI* engagieren; braucht Menschen, die gegen Diskriminierung kämpfen, selbst wenn sie sich dadurch in Gefahr bringen.“

Seit 2007 unterstützt die Hirschfeld-Eddy-Stiftung (HES) den weltweiten Kampf für die Stärkung und Achtung der Menschenrechte von LGBTI*-Personen. Ziel der aktuellen Publikation ist es dabei, den Austausch und das gegenseitige voneinander Lernen zu fördern:

„In vielen Ländern werden die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen mit Füßen getreten. Von Standesamt bis Steinigung reichen die Angebote, die die Staaten dieser Welt für sie bereithalten. In über 70 Ländern ist die gleichgeschlechtliche Liebe noch immer strafbar, in einigen Staaten droht die Todesstrafe. Vielerorts sind staatliche Behörden an der Unterdrückung von LGBTI beteiligt, verweigern ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt. Sie versuchen, LGBTI in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit zu zwingen und ihnen das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie auf freie Entfaltung der Persönlichkeit abzusprechen.“

Die Portraits sind dabei interessant und bemerkenswert. So erzählt der russische LGBTI*-Aktivist Mikhail Tumasov von der staatlich geförderten LGBTI*-Feindlichkeit im Land und seinem größten Wunsch: „In Freiheit und ohne Furcht leben.“ Andere Menschenrechtsaktivisten aus der queeren Community motiviert, eine bessere Welt zu schaffen, andere zu inspirieren oder einfach ein Leben führen zu dürfen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Eines wird dabei klar, es fehlt oftmals und immer wieder an Schutz und Respekt für die Grundrechte von queeren Menschen, wie beispielsweise auch LGBTI*-Aktivist Jean Elie Gasana aus Ruana erklärt.

Die persönlichen Lebensberichte zeigen dabei auch, dass nicht alle heutigen Aktivisten bereits früh in ihre Rolle hineingefunden haben, manche wie die Anwältin Monica Tabengwa aus Botswana hat erst der Kampf gegen die arg traditionelle Frauenrolle in ihrem Land dazu ermutigt, sich auch und gerade für queere Menschen einzusetzen. Bitter liest sich der Bericht über den LGBTI*-Aktivisten Andriy Maymulakhin aus der Ukraine:

„Ich wusste, dass ich in diesem Leben würde kämpfen müssen – für meine Nonkonformität, für meine persönlichen und politischen Freiheiten.“ Das Interview wurde vor dem Ausbruch des Krieges gemacht, sodass die Aussagen jetzt ungewollt eine noch dramatischere Bedeutung bekommen: „Am meisten im Leben schätze ich Freiheit. Sie bedeutet für mich, auch zu mir selbst zu stehen, offen meine Meinung sagen zu können.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.
Schadensersatz für Verleumdung

Schwuler US-Lehrer wehrte sich

Ein US-Gericht hat einem schwulen Lehrer und einer LGBTIQ+-Unterstützerin wegen Verleumdung mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen.