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LGBTI*-Athleten bei Olympia

LGBTI*-Athleten bei Olympia Immer mehr Spitzensportler trauen sich, offen zu ihrer Homosexualität zu stehen

ms - 23.07.2024 - 13:00 Uhr
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Am kommenden Freitag starten die Olympischen Sommerspiele in Paris – mit großer Erwartung blicken tausende Athleten aus der ganzen Welt auf das internationale Sportgroßereignis. Mit dabei sind in diesem Jahr auch mindestens 144 LGBTI*-Sportler.

Mehr Mut bei den Olympioniken 

Dabei gab es laut der LGBTI*-Sport-Website OutSports einen neuen Rekord: Noch nie gab es so viele geoutete schwule Olympioniken wie in diesem Jahr in Paris, in der deutlichen Mehrheit sind aber nach wie vor lesbische Frauen. Die tatsächliche Zahl der Teilnehmer aus der LGBTI*-Community dürfte indes erfahrungsgemäß deutlich höher liegen, festgehalten werden konnten nur jene homosexuellen und queeren Sportler, die offiziell out sind.

Gut möglich also, dass sich die offizielle Zahl während der Spiele bis Mitte August noch weiter erhöhen wird. Bei den letzten Olympischen Sommerspielen, die 2021 in Tokio stattfanden, gab es anfangs nur 121 LGBTI*-Athleten, am Ende der Spiele zählte man offiziell 186. Cyd Zeigler, Mitbegründer von OutSports, ist sich sicher, dass es auch in diesem Jahr zu einigen Überraschungen kommen kann: „Allein in den letzten 24 Stunden haben wir bereits von etwa einem halben Dutzend neuer geouteter Athleten gehört, von denen wir noch nichts wussten.“ 

Viel Akzeptanz in der Umkleide

Blickt man auf die Kategorien selbst, gibt es gerade im Reitsport eine starke Präsenz von LGBTI*, allein hier treten acht offen schwule Männer in diesem Jahr an. Lesbische Frauen sind indes besonders stark beim US-Frauenbasketballteam sowie beim australischen Frauenfußballteam vertreten. 

Positiv laut dem Fachmann sei dabei auch, dass immer mehr Schwule in jenen Männersportarten mit einem oftmals stark heteronormativ geprägten Patriachat immer offener mit ihrer Sexualität umgehen. Viele von ihnen stellen dabei inzwischen fest, dass ihre Teamkollegen mehr Akzeptanz zeigen, als sie dies angenommen haben. „Das ist das Größte, was die Leute endlich zu sehen beginnen: Trotz des Unsinns, der in manchen Männerumkleiden noch immer passiert, spiegelt das nicht das tatsächliche Maß an Akzeptanz wider. Das Niveau der Akzeptanz ist höher als sie denken“, so Zeigler weiter. 

Bekannte Gesichter unter den Athleten 

Zu den bekanntesten LGBTI*_Athleten bei den diesjährigen Olympischen Spielen gehören die lesbische Leichtathletin Sha'Carri Richardson, die nicht-binäre Läuferin Nikki Hiltz sowie der britische Turmspringer Tom Daley, der kurz nach Ankunft im Olympischen Dorf gleich einmal die berüchtigten „Anti-Sex-Betten“ testete. Aus Deutschland gehört Timo Cavelius zu den bekanntesten schwulen Athleten, er ist der erste geoutete Judoka, der bei den Olympischen Spielen antritt.  

Dass die Zahl von geouteten LGBTI*-Olympioniken von Jahr zu Jahr schwankt, liegt natürlich nicht nur an der Outing-Bereitschaft der Sportler selbst, sondern oftmals auch an ganz banalen Entwicklungen – einige LGBTI*-Athleten treten so beispielsweise in diesem Jahr nicht an wie die lesbischen Frauen der schwedischen Frauenfußallmannschaft. Andere haben sich nicht qualifiziert oder wie im Fall von Softball wurde die Sportart als olympische Kategorie gestrichen – auch hier waren zuletzt acht lesbische Frauen angetreten. 

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