Direkt zum Inhalt

Kein Geld für LGBT-freie Zonen EU-Kommission verabschiedet Zusatzvereinbarung gegen Diskriminierung

Von ms - 17.05.2023 - 09:00 Uhr
Keine EU-Gelder für „LGBT-freie Zonen“
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Seit Jahren macht Polen mit seinen „LGBT-freien Zonen“ internationale Schlagzeilen – zum heutigen Tag gegen Homophobie hat die Europäische Kommission jetzt bestätigt, dass es für die rund einhundert polnischen Gemeinden, die sich zu „LGBT-freien Zonen“ erklärt hatten, künftig keine EU-Förderzahlungen geben wird, wenn sie an diesem Verhalten weiter festhalten. Das teilte die EU-Kommission nun in einem offiziellen Schreiben dem stellvertretenden Vorsitzenden der LGBTI-Intergroup, Pierre Karleskind (siehe Bild), mit.

Neues Abkommen gegen Diskriminierung

Die Europäische Kommission habe Polen davon überzeugt, eine Klausel in das Partnerschaftsabkommen aufzunehmen, die besagt, dass künftig keine EU-Zahlungen an eine lokale Behörde geleistet werden können, die „diskriminierende Maßnahmen ergriffen hat.“ Karleskind dazu: „Die Botschaft an die polnischen Politiker in diesen Gebieten ist klar: Wenn ihr diskriminiert, bekommt ihr keinen Cent von der EU!“ Bereits im September 2021 hatte die EU-Kommission diese Schritte angedroht, nun wurden sie rechtlich umgesetzt. Mit Hilfe von lokalen Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen will Karleskind dafür sorgen, dass die neuen Regeln zeitnah durchgesetzt werden.

Ein Sieg für die Liebe über den Hass

„Es ist ein Sieg der Liebe über den Hass und für das Engagement der EU für gleiche Rechte. Diejenigen, die immer noch an diskriminierenden Praktiken festhalten, können sich von ihren EU-Fördergeldern verabschieden“, jubelt der stellvertretende Vorsitzende der LGBTI-Intergroup Karleskind weiter. Zuletzt hatte es danach ausgehen, dass die Europäische Union bezüglich der „LGBT-freien Zonen“ eingeknickt war, nachdem die EU-Kommission die Verfahren gegen Polen diesbezüglich im Januar dieses Jahres eingestellt hatte. Umso überraschender die jetzt getroffene vertragliche Einigung. Zuvor hatte bereits das polnische Berufsgericht in mehreren Einzelfallentscheidungen klargestellt, dass die Zonen abgeschafft werden müssen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

MOPO„Schwule Scheiße“: St. Pauli-Buhmann Behrens relativiert seine Skandal-AussagenBILD„Wird man nicht los“ - Ex-DFB-Stürmer äußert sich zu Homophobie-EklatDie PresseKanadierin Anne Carson erhält Literaturnobelpreis: Ein oft kryptisches Werk, betörend schönBR24Niedrigwasser: Bodensee-Wasserstand nicht mehr ablesbarAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queere Jugendliche in Wien

Mehr Angst vor Anfeindungen

Anfeindungen und Gewalt belasten queere Jugendliche in Wien zunehmend. Experten warnen vor psychischen Folgen und fordern bessere Hilfsangebote.
Russlands Strafen explodieren

Rekordbußen gegen LGBTIQ+

Russland verschärft die Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen: 2025 stiegen die Geldstrafen um 83 Prozent, die Verfahren um ein Drittel.
Verbot spaltet Tasmanien

Streit um Homo-Heilung

Tasmanien will über ein Verbot von Konversionsmaßnahmen abstimmen. Während die Befürworter auf Schutz drängen, warnen Gegner vor Einschränkungen.
Behrens rechtfertigt Eklat

Kicker betont "dumme Aussage“

Zwei Jahre nach seinem homophoben Spruch spricht Fußballer Kevin Behrens über die Folgen des Eklats, Anfeindungen und Probleme bei der Vereinssuche.
Niederlande zeigen Lila

Statement gegen Ausgrenzung

Am „Lila Freitag“ zeigen die Niederlande heute Solidarität mit LGBTIQ+-Jugendlichen vor dem Hintergrund sinkender Akzeptanz gegenüber Homosexuellen.
BBC entschuldigt sich

Vorwürfe gegen schwules Paar

Nach falschen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens entschuldigt sich die BBC bei den PinkNews-Verantwortlichen und zahlt eine hohe Entschädigung.
Mahnwache in Berlin

Schutz der Regenbogenbank

Nach wiederholten Angriffen auf den CSD-Gedenkort im Berliner Tiergarten wollen Grüne mit einer dreitägigen Mahnwache ein Zeichen setzen.
Alfie Watts ist bisexuell

Outing von britischen TV-Liebling

Der britische TV-Star Alfie Watts hat sich erstmals öffentlich als bisexuell geoutet. Der 23-Jährige sprach zudem auch über seine Ängste.
David Furnish will HIV stoppen

Ende der Übertragungen bis 2030?

David Furnish sieht die medizinischen Voraussetzungen für ein Ende neuer HIV-Übertragungen erfüllt. Doch Diskriminierung bleibt ein Hindernis.