Direkt zum Inhalt
Kehrtwende beim IOC

Kehrtwende beim IOC Olympisches Komitee plant Verbot von trans* Sportlerinnen

ms - 11.11.2025 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Nachdem die US-Regierung verlautbaren hat lassen, trans* Athletinnen 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles nicht antreten lassen zu wollen, scheint nun auch das IOC nachzuziehen. Das Internationale Olympische Komitee will demnach in einer Grundsatzentscheidung festlegen, dass trans* Frauen nicht mehr an Frauen-Wettkämpfen teilnehmen dürfen. 

Verbot von trans* Sportlerinnen 

Das IOC beruft sich in seiner bisher internen Entscheidung offenbar auf eine wissenschaftliche Untersuchung, wie die britische Times berichtet. Bislang durfte jeder internationale Sportverband seine eigenen Regeln im Umgang mit trans* Personen festlegen. Laut IOC-Präsidentin Kirsty Coventry benötige der olympische Sport jetzt aber „einen einheitlicheren Ansatz“. Die wissenschaftliche Arbeit habe dabei die „langfristigen körperlichen Vorteile einer männlichen Geburt“ bei trans* Athletinnen aufgezeigt, sodass das IOC ein vollständiges Verbot von trans* Frauen in Frauenwettbewerben anstrebt. Coventry betonte dabei bereits zuvor, dass das „übergeordnete Prinzip der Schutz der Frauenkategorie“ sein müsse. 

Betonung auf wissenschaftliche Studie 

Die IOC-Direktorin für Gesundheit, Medizin und Wissenschaft, Dr. Jane Thornton, informierte ihre Kollegen und Kolleginnen bereits letzte Woche über die Ergebnisse der Studie. In ihrer Präsentation sagte die ehemalige Weltmeisterin im Rudern, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eindeutig aufzeigen würden, dass jeder, der als Mann die Pubertät durchläuft, gegenüber Frauen dauerhafte Vorteile habe, die durch eine Hormonbehandlung nicht vollständig ausgeglichen werden können. Das finale Verbot soll demnach kurz vor den Olympischen Winterspielen im Februar 2026 in Italien bekannt gegeben werden. Inoffiziell soll laut Aussagen mehrerer Führungsfiguren im IOC die Entscheidung bereits gefallen sein, offiziell bestätigt ist das noch nicht, so die Times.

Kritik von queeren Verbänden 

In den letzten Jahren haben bereits eine Reihe von Sportverbänden, darunter World Aquatics und World Athletics, trans* Frauen von Frauenwettbewerben ausgeschlossen. Queere Verbände hatten den Ausschluss stets scharf kritisiert, in Deutschland sprachen sich unter anderem der LSVD+ und die Deutsche Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit (dgti) dagegen aus. Jenny Wilken von der dgti hatte betont, dass so der „Eindruck geschaffen werde, dass „trans* Frauen keine Frauen seien und trans* Männer keine Männer. Inklusion muss bedeuten, es zu ermöglichen, von Anfang an ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein. Durch diesen Ausschluss werden wir zu Menschen zweiter Klasse kategorisiert.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.